Grüner Wasserstoff aus dem Globalen Süden
Ein neokoloniales Muster?
Referent:innen: Nafimane Hamukoshi, Michael Schramm
Die EU und andere Regionen des Globalen Nordens setzen auf neokoloniale Formen der Produktion von grünen Wasserstoff. Am Beispiel Namibia wollen wir diskutieren, welche Veränderungen notwendig sind, um zu einer global gerechten Energiewende zu gelange
Eine ihrer künftigen Schlüsselenergiequellen ist Wasserstoff, der vorzugsweise aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Ein großer Teil dieses grünen Wasserstoffs soll im Globalen Süden produziert werden, wo perfekte Wetterbedingungen mit permanenter Wind- und Sonnenenergie herrschen. Eines der Großprojekte eines europäischen Joint Ventures hat seinen Sitz in Namibia.
Das Muster des Rohstoffabbaus wiederholt sich beim Wasserstoff: Nur die ersten Schritte der Wertschöpfung erfolgen in den Herkunftsregionen – während diese Regionen die ökologischen und sozialen Schäden durch Landraub, Wasserknappheit und Umweltverschmutzung tragen müssen. Die tatsächlichen Vorteile kommen den Ländern des Globalen Nordens, den ehemaligen Kolonialmächten, zugute.
Wir wollen die Auswirkungen dieses neokolonialen Verhaltens in Namibia verstehen und diskutieren, welche Veränderungen notwendig wären, um zu einer global gerechten Energiewende zu gelangen: die Entwicklung nachhaltiger Wertschöpfungsketten in Namibia in Verbindung mit einer Transformation im Norden, um innerhalb der planetarischen Grenzen zu bleiben.
(Die Veranstaltung findet auf Englisch statt, für eine Übersetzung ist gesorgt)