Deutsche Bank: Finanzgeschäfte auf Kosten von Mensch, Klima und Umwelt

Anlässlich der Hauptversammlung der Deutschen Bank in Fankfurt hat Attac am heutigen Vormittag gemeinsam mit Greenpeace Frankfurt und urgewald gegen die zerstörerischen Fossil-Investitionen der Bank vor der Messe Frankfurt protestiert.
Einer der Aufhänger für den Protest ist die aktuelle Beteiligung der Deutschen Bank an einem Kredit in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar für die Vaca Muerta Oil Sur Pipeline in Argentinien. Die Pipeline soll Öl aus dem gewaltigen Vaca-Muerta-Fracking-Gebiet im Norden Patagoniens an die Küste des San-Matías-Golf transportieren. Noch bis 2022 stand der Golf von San Matías unter Schutz, der Bau fossiler Infrastruktur war dort untersagt. Doch nach dem Willen verschiedener fossiler Konzerne soll sich das bald ändern: Aktuell sind drei neue Öl- und Gasinfrastrukturprojekte geplant. Diese fossilen Geschäfte bilden eine direkte Bedrohung für die bisher in weiten Teilen unberührten Küstengebiete und die marine Artenvielfalt vor Ort.
Philipp Noack von urgewald sagt: „Die Deutsche Bank äußert immer wieder ihren Anspruch eine führende Bank in Europa zu sein. Für dieses Ziel opfert sie jeden Sinn für Verantwortung. Wir brauchen Banken, die Geld für die Transformation unserer Volkswirtschaft bereitstellen. Und welche die Courage haben, um dreckigen fossilen Geschäften wie dem Öl- und Gasausbau in Argentinien oder Mountaintop Removal in Kanada das Geld zu entziehen.“
Die größte Privatbank Deutschlands nimmt für ihre fossilen Geschäfte offenbar auch eindeutige Widersprüche zu ihren internen Richtlinien in Kauf. So finanziert sie regelmäßig den Schweizer Rohstoffkonzern Glencore – obwohl dieser durch seine Ende 2024 übernommene kanadische Tochter Elk Valley Resources das extrem zerstörerische Kohlebergbauverfahren „Mountaintop Removal“ (MTR) anwendet. Dabei lässt das Unternehmen ganze Bergspitzen wegsprengen, um die darunter lagernden Kohleflöze freizulegen.
Damit nicht genug, macht die Deutsche Bank auch regelmäßig Deals mit US-Konzernen, die Teil des fossilen Machtsystems von US-Präsident Trump sind. Einer davon ist der Ölkonzern Energy Transfer: jenes Unternehmen, welches derzeit versucht, Greenpeace USA mit einer Einschüchterungsklage finanziell zu ruinieren. Ein anderer ist der US-LNG-Riese Venture Global, der in erschreckendem Ausmaß die extrem klimaschädliche LNG-Infrastruktur ausweitet.
„Die Deutsche Bank befeuert rücksichtslos die Klimakrise. Sie investiert täglich über 45 Millionen US-Dollar in fossile Unternehmen. Damit muss endlich Schluss sein – keine Profite mit der Klimakrise und Umweltzerstörung“, sagt Frauke Distelrath, Geschäftsführerin von Attac.
Dass Klimaschutzaspekte für die Deutsche Bank nur untergeordnete Bedeutung haben, zeigen auch ihre regelmäßigen Geschäfte mit großen Öl- und Gas-Konzernen wie TotalEnergies oder BP, welche ihr extrem klimaschädliches Geschäft massiv ausweiten wollen: Im Jahr 2024 war die Deutsche Bank mit fast 1,6 Milliarden US-Dollar sogar weltweit größte Geldgeberin von BP.
Mit der Aktion fordert das Aktionsbündnis die Deutsche Bank auf, ausschließlich Geld in Klimaschutz statt Klimazerstörung zu stecken. Denn auf dem Spiel stehen intakte Natur, Artenschutz, Klimazukunft und eine funktionsfähige Demokratie. Die Deutsche Bank muss endlich Geldgeberin für einen intakten Planeten werden.