Freitag, 20.3.2026, 18.00 - 19.00 Uhr: Ankommen
Freitag, 20.3.2026, 19.00 - 21.00 Uhr: Auftakt China und Wir: Warum es uns schwerfällt, die Volksrepublik China und ihre Rolle in der Welt zu verstehen
Heute ist die Volksrepublik die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und zunehmend auch politisch eine Großmacht. Die Regierenden in Deutschland sind sich nicht einig, wie sie mit der Volksrepublik umgehen sollen. Allen ist bekannt, dass die großen Herausforderungen der Menschheit wie die Klimakatastrophe oder die Reduzierung der globalen Armut nur mit China gemeinsam gelöst werden können. Trotzdem machen Teile der politischen Eliten den Eindruck, dass sie die Welt und Zukunft noch immer ohne China denken würden.
In der gesellschaftlichen Linken in Deutschland herrscht auch keine Einigkeit, wie die Entwicklung der Volksrepublik zu bewerten ist. Die Positionen variieren von einer Kritik des „Staatskapitalismus“ bis zu Hoffnungen auf eine „Alternative zum Neoliberalismus“. Je nach Position wird entweder mit Streiks und sozialen Protesten sympathisiert oder Kontakt zum offiziellen China gesucht.
Auch für den Journalismus ist der Aufstieg der Volksrepublik eine große Herausforderung. Die allgemeine Krise der Printmedien wirkt sich auch auf Freiräume für eine differenzierte China-Berichterstattung aus. In vielen Redaktionen gibt es wenig China-Kompetenz. Der Wandel der medialen China-Berichterstattung beeinflusst die Politik ebenso wie sich die politischen Konjunkturen in den Medien widerspiegeln.
Die Diskussion soll vor diesem Hintergrund auch die Frage aufwerfen, warum es schwierig geworden ist in Deutschland über China zu sprechen. Neben verschärfter politischer Kontrolle innerhalb der Volksrepublik nimmt die Bereitschaft ab, eine differenzierte Debatte zu führen. Die Abendveranstaltung soll dieser Entwicklung entgegenwirken.
Mit:
Prof. Dr. Susanne Weigelin-Schwiedrzik (Universität Köln)
Yang Xifan (außenpolitische Redakteurin der ZEIT)
Prof. Dr. Felix Wemheuer (Universität zu Köln)
Moderation
Dr. Daniel Fuchs (HU Berlin)
Samstag, 21.3.2026, 9.00 - 9.30 Uhr: Ankommen
Samstag, 21.3.2026, 9.30 - 11.30 Uhr: Foren
Forum 1 Die Ökonomie der Volksrepublik China - The Economy of the People's Republic of China
Die Kommunistische Partei Chinas begreift die chinesische Ökonomie als „sozialistische Marktwirtschaft“. Ob Chinas Ökonomie als sozialistisch oder kapitalistisch zu charakterisieren ist, ist jedoch kontrovers. In diesem Forum soll die Struktur, Funktionsweise und Entwicklung der chinesischen Ökonomie in ihren Grundzügen dargestellt und diskutiert werden. Gegenstand sind die materiellen Voraussetzungen des Landes, die Entwicklung der Produktivkräfte und die Produktionsverhältnisse im Übergang von der zentralistischen Planwirtschaft der Mao-Ära zur heutigen staatlich gelenkten Marktwirtschaft. Dabei geht es u.a. um die Transformationen in der Landwirtschaft und Industrie, das Verhältnis von privatem Kapital, staatlichen Unternehmen und staatlicher Planung, von exportorientierter und binnenzentrierter Entwicklung, den Übergang von der „verlängerten Werkbank“ transnationaler Konzerne zum Technologieführer in verschiedenen Branchen. Schließlich sollen die Reichweite der aktuellen Krisendynamik (bspw. anhand der Entwicklung von Überkapazitäten, faule Kredite, Krise im Immobiliensektor etc.) und die weiteren Entwicklungsperspektiven thematisiert werden.
The Communist Party of China views the Chinese economy as a “socialist market economy.” However, whether the economy should be characterized as socialist or capitalist is controversial. This forum will present and discuss the basic structure, functioning, and development of the Chinese economy. Topics will include the country's material conditions, the development of productive forces, and production relations in the transition from the collective economy of the Mao era to today's state-controlled market economy. Among other things, it will address the developments in agriculture and industry, the relationship between private capital, state-owned enterprises, and state planning, export-oriented and domestic-centered development, and China’s transition from being the manufacturing base of transnational corporations to functioning as a leader of technology in various industries. Finally, the scope of the current crisis dynamics (development of overcapacity, bad loans, crisis in the real estate sector, etc.) and further development prospects will be discussed.
Mit:
Prof. Dr. Ho-fung Hung (Johns Hopkins University)
Dr. Rainer Land (Autor des Buches "Chinas gelenkte Marktwirtschaft”)
Dr. Jenny Simon (Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin)
Moderation:
Dr. Thomas Sablowski (Kritisches China-Forum)
Forum 2 Menschenrechte – alles nur eine Frage der Definition? - Human rights – just a question of definition?
Der Kritik von internationalen Menschenrechtsgruppen und westlichen Regierungen an der Unterdrückung von ethnischen Minderheiten sowie ökologischen, sozialen und politischen Bewegungen in China begegnet die chinesische Regierung meist mit dem Verweis auf ein anderes Verständnis von Menschenrechten: Sie stellt ein »individuell westliches« einem »chinesischen« Verständnis entgegen, welches beispielsweise das Menschenrecht auf Entwicklung betont und demgegenüber etwa die Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit für weniger wichtig erachtet. In dem Forum soll dieses Verständnis zunächst kritisch referiert und eingeordnet werden. Danach wird die Thematik am konkreten Beispiel des Umgangs mit ethnischen Minderheiten und Bewegungen für eine Demokratisierung vertieft.
When faced with criticism from international human rights groups and Western governments regarding the oppression of ethnic minorities and ecological, social, and political movements in China, the Chinese government often cites a different understanding of human rights. It claims a contrast between the “individual Western” understanding and a “collective Eastern” one. For example, China’s so-called “Eastern understanding” prioritizes the improvement of economic living conditions over the right to freedom of expression and assembly. In this forum, said understanding will first be critically examined and contextualized. The topic will then be explored in greater depth, specifically analyzing China’s treatment of ethnic minorities and movements for democratization.
Mit:
Tienchi Martin-Liao (Menschenrechtsaktivistin und ehem. Vorsitzende des chinesischen PEN Zentrums)
Prof. Dr. Heiner Roetz (Ruhr-Universität Bochum)
Moderation:
N.N.
Forum 3 Vom Qing-Imperium zur „Volksrepublik“ – Kontinuitäten und Brüche - From the Qing empire to “people's republic” – continuities and ruptures
In der gegenwärtigen chinesischen Politik und auch in westlichen Debatten gibt es immer wieder historische Bezüge. Die KPCh betont in ihrem Geschichtsnarrativ „100 Jahre nationaler Demütigung“ durch europäische Kolonialmächte und Japan, nicht zuletzt, um das Verhalten westlicher Länder gegenüber China in der Gegenwart zu kritisieren. Die chinesische Regierung spricht von einem „Wiederaufstieg“. Kritische Stimmen zur chinesischen Außenpolitik verweisen hingegen auf imperiale Traditionen der Qing-Dynastie und sehen expansive Ansprüche bis in die Gegenwart. Eine weitere wichtige Debatte im Kontext von Kontinuitäten und Brüchen befasst sich mit den Auswirkungen der Mao-Ära (1949-1976) bis heute. Das Forum wird diskutieren, wie und warum imperiale, anti-imperialistische und maoistische Kräfte bis in die Gegenwart wirken.
Historical references are a recurring theme in current Chinese politics and Western debates. In its historical narrative, the CPC emphasizes “100 years of national humiliation” at the hands of European colonial powers and Japan, in part to criticize the behavior of Western countries towards China in the present day. The Chinese government speaks of a “resurgence.” Critical voices on Chinese foreign policy, on the other hand, point to the imperial traditions of the Qing dynasty and describe expansive claims continuing into the present. Another important debate on continuities and breaks is the impact of the Mao era (1949-1976) on the present day. The forum will discuss how and why imperial, anti-imperialist, and Maoist continuities are at work in the present.
Mit:
Prof. Dr. Felix Wemheuer (Universität zu Köln)
Hauke Neddermann (InkriT, Berlin)
Moderation:
Hannah Klöber (Universität zu Köln)
Samstag, 21.3.2026, 11.45 - 13.15 Uhr: Workshops und Vorträge
Workshop 1 Die Technologiekonkurrenz zwischen den USA, China und der EU - The competition between China, the US, and the EU in the high-tech industry
Die Positionen in der hierarchischen internationalen Arbeitsteilung und die politischen und militärischen Handlungsspielräume von Regierungen hängen nicht zuletzt von den technologischen Kapazitäten ab, über die die verschiedenen Staaten verfügen. Die gegenwärtige Situation ist durch eine verschärfte Konkurrenz zwischen den USA, China und der EU bei der Entwicklung neuer Technologien, beispielsweise im Bereich der Künstlichen Intelligenz, gekennzeichnet. Die chinesische Wirtschaft hat einen rasanten Aufholprozess hinter sich und ist mittlerweile bei einer Reihe von neuen Technologien selbst Vorreiter, etwa bei der Elektromobilität oder der Produktion von Mobilfunknetzen. Die USA und die EU versuchen unterdessen, industrielle Kapazitäten zu verteidigen oder zurückzugewinnen, die sie zu verlieren drohen oder bereits verloren haben. Dabei werden technologische und industrielle Alleinstellungsmerkmale zunehmend als Waffe in geopolitischen Konflikten eingesetzt, um Rivalen zu erpressen. Wir wollen im Workshop die Dynamik der Technologiekonkurrenz näher beleuchten.
The positions in the hierarchical international division of labor and the political and military scope for government actions depend in part on the technological capacities available to various states. The current situation in the development of new technologies is characterized by intense competition between the US, China, and the EU, for example in the field of artificial intelligence. The Chinese economy has rapidly caught up and is now itself a pioneer in various new technologies, such as electric mobility and the production of mobile communications networks. Meanwhile, the US and the EU are attempting to defend or regain industrial capacities that they are in danger of losing or have already lost. Through this, technological and industrial unique selling points are increasingly being used as weapons in geopolitical conflicts to blackmail rivals. In this workshop, we will take a closer look at the dynamics of technological competition.
Mit:
Prof. Dr. Maximilian Mayer (Universität Bonn)
Wolfgang Müller (Autor von „China: Neuer Hauptfeind des Westens?“, VSA 2023; „Die Rätsel Chinas – Wiederaufstieg einer Weltmacht“, VSA 2021)
Moderation:
Timo Daum (Autor von „Big Data China“, 2023)
Workshop 2 Sozialpolitik in China - Social policy in China
Seit den 1990er Jahren hat der chinesische Parteistaat das größte Sozialversicherungssystem der Welt aufgebaut und präsentiert dies als herausragende Leistung, die im Einklang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen steht. Was hat zum Aufbau dieses Wohlfahrtssystems geführt? Welche Charakteristika weist es auf und inwiefern unterscheidet sich der chinesische Sozialstaat von anderen Sozialstaaten?
Since the 1990s, the Chinese party state has built up the world's largest social security system and presents this as an outstanding achievement in line with the United Nations' sustainable development goals. What led to the establishment of this welfare system? What are its characteristics, and how does the Chinese welfare state differ from other welfare states?
Mit:
Prof. Dr. Tobias ten Brink (Constructor University Bremen)
Moderation:
N.N.
Workshop 4 Plattformökonomie und Ausbreitung „prekärer“ Arbeitsverhältnisse - How can Chinese food delivery drivers organize against platform capitalism?
In China arbeiten derzeit zehn Millionen Menschen als Essenslieferant*innen. Als Teil einer schnell wachsenden Wirtschaft, die zunehmend auf das Internet angewiesen ist, werden die Arbeits- und Lebensbedingungen der Lieferant*innen viel diskutiert. Dieses öffentliche Bewusstsein hat jedoch nicht zu allgemein besseren Arbeitsbedingungen geführt. Genau wie in Deutschland und anderen Ländern haben sich die Fahrer*innen organisiert, um sich gegen ihre Ausbeutung durch die Plattform zu wehren. Im Jahr 2020 organisierte Chen Guojiang, auch bekannt als "Mengzhu" (Anführer), seine Kolleg*innen, um ihre täglichen Probleme zu lösen, zu streiken und öffentlich für ihre Rechte einzutreten. Chen wurde später wegen der Organisation kollektiver Aktionen verhaftet. Doch trotz seiner Verhaftung streiken die Fahrer*innen in China weiterhin und protestieren, wenn ihre Rechte verletzt werden. In diesem Workshop wollen wir die Arbeits- und Sozialbedingungen der Lieferfahrer*innen in China im Vergleich zur Situation in Deutschland betrachten. Wir wollen damit auch Inititativen unterstützen, die Aktivist*innen aus aller Welt miteinander verbinden um für bessere Bedingungen für Lieferfahrer*innen weltweit zu kämpfen.
In China, 10 million people are currently working as food delivery drivers. As part of a rapidly expanding economy that increasingly relies on the internet, the working and living conditions of delivery drivers are widely discussed. However, despite increasing public awareness, working conditions have not improved. Similarly to Germany and other countries, drivers have been protesting their exploitation by the platform. In 2020, Chen Guojiang, also known as “Mengzhu” (leader), organized fellow drivers to address their daily issues, strike, and publicly advocate for their rights. Chen was later arrested for organizing collective actions. Despite his arrest, drivers in China continue to strike and protest when their rights are under threat. In this workshop, we will discuss the working and social conditions of China’s delivery drivers in comparison to the situation in Germany. Through this, we also hope to support initiatives that bring together activists from all over the globe to fight for better conditions for delivery drivers worldwide.
Mit:
N.N. (Aktivist*in aus China),
Semih Yalcin (Betriebsrat bei Lieferando, Köln)
Duygu Kaya (Aktivistin und ehemalige Beschäftigte bei Gorillas), Berlin
Moderation:
Tian, Miao (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialforschung, Universität Frankfurt)
Workshop 5 Varianten des Marxismus in China – zwischen Legitimationsideologie und kritischer Wissenschaft
Mit:
Adrian Krawczyk (Universität Leipzig)
Jonas Becker (Universität zu Köln)
Moderation:
Dr. Charlotte Bruckermann (Universität zu Köln)
Workshop 6 Transnationale Konzerne aus China in Deutschland - Transnational corporations from China: Motives for their investments and labor relations in their foreign subsidiaries
In Deutschland befinden sich derzeit rund 200 Unternehmen in chinesischem Besitz (Stand 2024). Chinesische Direktinvestitionen in Deutschland konzentrieren sich weiterhin stark auf technologieorientierte Branchen, doch die Motivation hat sich im Laufe der letzten Jahre verändert. Ging es früher häufig darum, Know-how und Patente zu erwerben, so liegt der Fokus heute zunehmend auf der Integration in europäische Wertschöpfungsketten und dem Ausbau globaler Marktpräsenz.
Formal gelten in chinesischen Tochterunternehmen in Deutschland weiterhin die deutschen Mitbestimmungsrechte. In der Praxis gestaltet sich die Umsetzung dieser Rechte jedoch schwierig - durch Informationsdefizite, Sprach- und Kulturbarrieren, zentralisierte Entscheidungswege, intensive Kontrolle durch die chinesische Muttergesellschaft und einen paternalistischen Führungsstil.
Für die Diskussion im Workshop stellen sich insbesondere folgende Fragen:
- Welche Strategien nutzen Betriebsräte oder Gewerkschaften, um ihre Rechte in chinesisch-geführten Firmen durchzusetzen? Welche Chancen und Risiken ergeben sich für Beschäftigte? Und wie können Beschäftigte und Betriebsräte in solchen Firmen gestärkt werden?
- Braucht es neue Regeln für internationale Mitbestimmung? Sollte Politik Übernahmen stärker an Mitbestimmung koppeln?
- Gibt es Kenntnisse über die Arbeitsbedingungen der Kolleg*innen in China, Ansätze zu internationaler Solidarität?
As of 2024, there are around 200 Chinese-owned companies in Germany. While Chinese direct investment in Germany continues to focus heavily on technology-oriented industries, the motivation has changed over the last few years. While in the past the focus was often on acquiring know-how and patents, today integration into European value chains and expanding global market presence is heavily prioritized.
Formally, German co-determination rights continue to apply to Chinese subsidiaries in Germany. In practice, however, the implementation of these rights is difficult due to information deficits, language and cultural barriers, centralized decision-making processes, intensive control by the Chinese parent company, and a paternalistic management style.
The following questions will be addressed in the workshop:
What strategies do work councils or trade unions use to enforce their rights in Chinese-run companies?
What opportunities and risks arise for employees? And how can employees and work councils in such companies be empowered?
Are new rules for international co-determination needed? Should politics link takeovers more closely to co-determination?
Is there any knowledge about the working conditions of colleagues in China, or any approaches to international solidarity?
Mit:
Deniz Erdogan (Betriebsrat bei Tailored Blanks, Duisburg),
Olaf Caplan (Sekretär der IG Metall, Köln)
Benny Ostaschinski (IGM-Erfurt Gewerkschaftssekretär, zuständig für CATL)
Moderation:
Annette Schnoor (Teamerin der IG Metall, ehem. Betriebsratsvorsitzende bei Siemens Witten)
Buchvorstellung - Book presentation Der Lange Fahrradmarsch – 7.000 Kilometer durch China auf den Spuren Otto Brauns - The Long Bicycle March – 7,000 kilometers through China in the footsteps of Otto Braun
Die beiden Chinakenner Christian Y. Schmidt und Volker Häring sind als erste internationale Reisende überhaupt die gesamte Strecke von Mao Zedongs Langem Marsch mit E-Bikes abgefahren. Knapp 7.000 Kilometer legte die chinesische Rote Armee aus dem subtropischen Süden Chinas über das tibetische Hochplateau mit schneebedeckten Bergen und mehr als 4.000 Meter hohen Pässen zurück, um sich schließlich auf dem lebensfeindlichen Lössplateau im Nordwesten des Landes niederzulassen.
Die Tour von Schmidt und Häring war auch eine Forschungsreise auf den Spuren des bayerischen Berufsrevolutionärs und sowjetischen Geheimagenten Otto Braun. In China kennt man ihn als Li De – Li, den Deutschen. Nach seiner Verhaftung 1928 in der Weimarer Republik floh er nach Moskau und wurde von dort nach China geschickt. Braun organisiert im Oktober 1934 den Langen Marsch und führte diesen an, bis Mao Zedong 1935 die Führungsrolle übernahm.
Auch das heutige China kommt in diesem deutlich anderen Fahrrad- und Reisebuch nicht zu kurz. Häring und Schmidt staunen immer wieder, wie sehr sich auch die entlegensten Gegenden Chinas in den letzten zwanzig Jahren verändert haben, und führen zahlreiche Gespräche mit Einheimischen darüber, wie sie zu dieser Entwicklung stehen.
Christian Y. Schmidt and Volker Häring, both experts on China, were the first-ever international travelers to complete the entire route of Mao Zedong's Long March on e-bikes. The Chinese Red Army covered almost 7,000 kilometers from the subtropical south of China across the Tibetan plateau with its snow-capped mountains and passes over 4,000 meters high, finally settling on the hostile loess plateau in the northwest of the country.
Schmidt and Häring's tour was also a research trip following in the footsteps of the Bavarian professional revolutionary and Soviet secret agent Otto Braun. In China, he is known as Li De: Li, the German. After Braun’s arrest in 1928 in the Weimar Republic, he fled to Moscow before being sent to China. Braun organized and led the Long March in October 1934 until Mao Zedong took over his leadership role in 1935.
In this unique bicycle and travel book, Contemporary China is prominently featured. Häring and Schmidt, both experts on China, are constantly amazed at how much even the most remote areas of China have changed over the last twenty years, and they engage in numerous conversations with locals about their views on this development.
Mit:
Christian Y. Schmidt, Jahrgang 1956, ist Literaturwissenschaftler und Schriftsteller. Er hat siebzehn Jahre in Peking gelebt und neben Belletristik zahlreiche China-Bücher verfasst, darunter den Spiegel-Bestseller Allein unter 1,3 Milliarden.
Moderation:
N.N.
Samstag, 21.3.2026, 13.15 - 14.30 Uhr: Mittagspause
Samstag, 21.3.2026, 14.30 - 16.30 Uhr: Foren
Forum 4 Kontrolle über das eigene Leben – Kämpfe und Perspektiven von Frauen in China - Control over one's own life – struggles and perspectives of women in China
Emanzipationsbestrebungen durch Frauen und Politiken der Geschlechtergleichheit durch die Kommunistische Partei haben in der stark patriarchal strukturierten Gesellschaft Chinas eine lange und wechselhafte Geschichte. Der Staat reklamiert für sich, Frauenrechte zu fördern, hat aber stets die Erwerbsarbeit und das Kinderkriegen durch Verbote oder Zwänge zur Geburtenplanung stark reguliert. Zeitgleich entstanden unterschiedliche Formen und Phasen von Feminismen, teils eigenständig, teils vom westlichen Feminismus beeinflusst, manchmal vom Regime toleriert, dann auch wieder Repressionen ausgesetzt.
Die beiden Schwerpunkte dieses Forums liegen zum einen auf gegenwärtigen feministischen Ansätzen an der Basis und in den Communities, zum anderen auf der aktuellen Krise der Familie und der sozialen Reproduktion, in der Frauen sich dem gesellschaftlichen Druck zum Kinderkriegen nicht beugen und eine Retraditionalisierung ihrer Rolle verweigern. An verschiedenen gesellschaftlichen Orten suchen Frauen nach mehr Kontrolle über ihr Leben und entwickeln dazu eigene Perspektiven.
Women's emancipation efforts and gender equality policies by the Communist Party have a long and checkered history in China's strongly patriarchal society. The state claims to promote women's rights but historically has heavily regulated paid work and childbearing through bans or coercive birth control measures. At the same time, different forms and phases of feminism have emerged -- some independently, some influenced by Western feminism, and some even briefly tolerated by the regime before again being repressed.
This forum focuses on two main areas: current feminist approaches in China at the grassroots level and in communities, and the current crisis of family and social reproduction, in which women are refusing to bow to the social pressure to have children and rejecting traditional roles. In various social settings, women are seeking more control over their lives and developing their own perspectives on how to achieve it.
Mit:
Jing (Sinologin, Universität Freiburg)
Ralf Ruckus (Sozialforscher, Autor und Aktivist) (Online-Zuschaltung)
Moderation:
Dr. Christa Wichterich (Kritisches China-Forum, Bonn/Berlin)
Forum 5 Klassenverhältnisse und Arbeitswelten - Class Relations and Working Worlds
Nicht zuletzt durch die „Reform- und Öffnungspolitik“ der 1980er und 1990er Jahre wurden auch die Klassenverhältnisse in China massiv umgewälzt. Mit der Ausbreitung der Lohnarbeit zur kapitalistischen Profitmaximierung und einem Prozess der sogenannten ursprünglichen Akkumulation wurde die Zahl der Bauern dezimiert und die Binnenmigration hat stark zugenommen. Hunderte Millionen Frauen und Männer vom Land arbeiten heute in der Industrie, haben die Infrastruktur und die Städte des Landes aufgebaut, ohne dort ein uneingeschränktes Bleiberecht zu haben. Gleichzeitig ist eine große neue lohnabhängige Mittelklasse in den Städten entstanden, die Anschluss an kapitalistische Konsummuster gefunden hat. Eine neue Kapitalistenklasse in der Privatwirtschaft und im Staatsapparat ist in der Lage, sich den produzierten Mehrwert anzueignen und Entscheidungen über die Verwendung des gesellschaftlichen Reichtums zu ihren Gunsten zu treffen. In diesem Forum sollen die Grundzüge einer Entwicklung der Klassenherrschaft in der Gesellschaft und insbesondere der Arbeitswelt dargestellt und kontroverse Einschätzungen dazu diskutiert werden. Veränderungen der Arbeitsbedingungen, Arbeitsproduktivität und sozialen Sicherung nicht zuletzt auch durch Arbeitskämpfe stehen im Mittelpunkt.
Caused in part by the “reform and opening up” policies of the 1980s and 1990s, class relations in China have undergone massive upheaval. With the spread of wage labor for capitalist profit maximization and a process of “primitive” accumulation, the number of farmers was decimated and internal migration increased significantly. Hundreds of millions of women and men from rural areas now work in industry, having built up the country's infrastructure and cities without having the unrestricted right to stay there. At the same time, a significant wage-dependent middle class has emerged in the cities, which have caught up with capitalist consumption patterns. A new capitalist class in the private sector has put the state apparatus in a position to appropriate the surplus value produced and make decisions about the use of social wealth in its favor. The forum will present the main features of the development of class rules in society and in the world of work, as well as discuss controversial assessments of this development. The focus will be on changes in working conditions, labor productivity, and social security, partially due to labor disputes.
Mit:
Prof. Dr. Bettina Gransow (FU Berlin)
Dr. Daniel Fuchs (HU Berlin)
Moderation:
Peter Franke (Forum Arbeitswelten e.V.)
Forum 6 Chinas Konflikte mit seinen Nachbarn - China's conflicts with its neighbors
Die Volksrepublik China hat heute 14 Nachbarländer und ist über das Gelbe Meer, das Ost- und das Südchinesische Meer mit sechs weiteren Ländern verbunden. Die meisten genauen Grenzlinien wurden ab dem 19. Jahrhundert mit der kolonialen Besetzung Ostasiens von den jeweils dominierenden europäischen Ländern bzw. Japan diktiert und führten immer wieder zu territorialen Konflikten. Auch nach der Gründung der VR China sind viele Grenzziehungen und Hoheitsansprüche noch immer umstritten und eine Ursache für innerstaatliche und internationale Konflikte. Die Streitigkeiten um die Grenzziehungen zu Indien, der ehemaligen Sowjetunion und Vietnam haben seitdem zu militärischen Konflikten geführt.
Heute hat der Anspruch der Regierung der VR China auf Taiwan und den größten Teil des Südchinesischen Meeres vor dem Hintergrund des geopolitischen Konflikts mit den USA die Region zu einem akuten internationalen Brennpunkt gemacht, der zu einer direkten militärischen Konfrontation führen könnte. In Myanmars Bürgerkrieg unterhält die chinesische Regierung intensive Beziehungen zur von den anderen Ländern Südostasiens geächteten Militärjunta, aber auch zur im Untergrund kämpfenden Opposition. Myanmar ist für China von geostrategischer Bedeutung, als direkte Landbrücke zum Indischen Ozean bei Umgehung des Südchinesischen Meeres.
Mit Beiträgen von ReferentInnen aus den drei Nachbarländern Philippinen, Vietnam und Myanmar möchte das Forum zu einem besseren Verständnis der aktuellen Außenpolitik der KPCh unter Xi Jinping und der chinesischen Aufrüstung beitragen und uns einen Eindruck von der Rolle Chinas in den jeweiligen Ländern vermitteln. Wie stehen dort die Öffentlichkeit und insbesondere kapitalismuskritische Menschen zu diesen Entwicklungen? Darüber hinaus könnten sie eine Diskussion unter den Zuhörer*innen darüber anstoßen, wie wir in Deutschland angesichts der Kriegsgefahr zur Wahrung des Friedens in der Region beitragen können.
The People's Republic of China currently has 14 neighboring countries and is connected to six other countries via the Yellow Sea, the East China Sea, and the South China Sea. The exact borderlines were primarily dictated by the dominant European countries and Japan during the colonial occupation of East Asia in the 19th century and repeatedly led to territorial conflicts. Even after the founding of the PRC, many border demarcations and sovereignty claims remain disputed and are a source of domestic and international conflict. Disputes over border demarcations with India, the former Soviet Union, and Vietnam have since led to military conflicts.
Today, the PRC government's claim to Taiwan and most of the South China Sea has turned the region into an acute international flashpoint that has the potential to lead to direct military confrontation, especially when considering the geopolitical conflict with the US. In Myanmar's civil war, the Chinese government maintains close ties not only with the military junta, which is ostracized by other Southeast Asian countries, but also with the opposition fighting against it underground. Myanmar is of geostrategic importance to China as it is a direct land bridge to the Indian Ocean, bypassing the South China Sea.
The forum aims to cultivate a better understanding of the current foreign policy of the CCP under Xi Jinping and China's military buildup, and help clarify China's role in the respective countries. How do the public and specifically people critical of capitalism view these developments? We also hope to discuss among the audience about how we in Germany can contribute to maintaining peace in the region despite the threat of war.
Mit:
Prof. Teresa S. Encarnacion Tadem (University of the Philippines Diliman)
Prof. Dr. Wolfram Schaffar (Universität Passau)
Chelsea Ngoc Minh Nguyen (Cambridge)
Moderation:
Nadja Charaby (Rosa-Luxemburg-Stiftung)
Samstag, 21.3.2026, 17.00 - 18.30 Uhr: Workshops und Vorträge
Workshop 7 Queer feminist community practice in the Chinese diaspora
This workshop introduces Queer Squad as a queer feminist community practice within the Chinese diaspora in Germany. Initiated and organized by Chinese-speaking FLINTA migrants, Queer Squad asks: what does “community” mean to us? Drawing on grassroots organizing experiences, the workshop reflects on community as a space of both resistance and healing. It also addresses the structural and emotional difficulties faced by community organizers themselves. These tensions shape how community is imagined, practiced, and sustained. The workshop invites participants to rethink community as an ongoing practice—one that navigates vulnerability, care, and activism in the Chinese diaspora.
Mit:
Pei (Queer Squad)
Moderation:
Hong (Queer Squad)
Workshop 8 Widerstand in Hongkong und Taiwan gegen eine Eingliederung in die VR China - Resistance in Hong Kong and Taiwan against integration into the People's Republic of China
Nach mehr als 150 Jahren britischer Kolonialherrschaft übernahm die Regierung der VR China 1997 die Souveränität und Kontrolle über Hongkong. Hongkong wurde zu einer Sonderverwaltungszone (SAR) mit einem hohen Maß an Autonomie.
Nach ihrer Niederlage im Bürgerkrieg gegen die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) und der Gründung der VR China zog sich die nationalistische KMT-Regierung der Republik China (RC) 1949 auf die Insel Taiwan am Rande des Südchinesischen Meeres zurück. 1971 erkannte die UN-Generalversammlung die VR China als legitime Vertretung des Landes bei den Vereinten Nationen an, einen Status, den zuvor die RC innegehabt hatte.
Heute beansprucht die Regierung der VR China unter der Herrschaft der KPCh und der Führung von Xi Jinping die volle Souveränität über Hongkong und Taiwan. Die Unruhen in Hongkong im Jahr 2019 führten dazu, dass die volle Kontrolle über die Sonderverwaltungszone durch die Einführung strenger Sicherheitsgesetze im Jahr 2020 durchgesetzt wurde, die es der Regierung in Peking ermöglichen, jegliche Opposition durch die Lokalverwaltung Hongkongs zu unterdrücken und der Mehrheit der Einwohner*innen die demokratische Teilhabe zu verweigern.
Xi Jinping hat seit seiner Übernahme der Führung der KPCh im Jahr 2012 seine Entschlossenheit zum Ausdruck gebracht, Taiwan endlich unter die Kontrolle der VR China zu bringen. Nach jahrelangen Gesprächen über mögliche Wege zu einer friedlichen Wiedervereinigung hat es seit über zehn Jahren keine direkten Gespräche auf Regierungsebene mehr gegeben. Mit dem Anti-Abspaltungsgesetz wird schon seit 2005 mit militärischer Gewalt gedroht und seit 2022 wird mit groß angelegten Militärmanövern diese Möglichkeit unterstrichen.
Der Widerstand gegen eine Eingliederung in die VR China kann als legitime Verteidigung des Selbstbestimmungsrechts der Bevölkerung gesehen werden, stellt aber die Verbindlichkeit des Völkerrechts bei Vereinbarung zwischen Staaten in Frage.
After more than 150 years of British colonial rule, the government of the People's Republic of China (PRC) assumed sovereignty and control over Hong Kong in 1997. Hong Kong became a Special Administrative Region (SAR) with a high degree of autonomy.
After its defeat in the civil war against the Chinese Communist Party (CCP) and the establishment of the PRC, the nationalist KMT government of the Republic of China (ROC) retreated to the island of Taiwan on the edge of the South China Sea in 1949. In 1971, the UN General Assembly recognized the PRC as the legitimate representative of the country at the United Nations, a status which was previously held by the ROC.
Today, the PRC government, under the rule of the CCP and the leadership of Xi Jinping, claims full sovereignty over Hong Kong and Taiwan. The unrest in Hong Kong in 2019 led to full control of the Special Administrative Region being enforced through strict security laws in 2020, which allow the government in Beijing to suppress any opposition through Hong Kong's local administration and deny the majority of residents democratic participation.
Since taking over the leadership of the CCP in 2012, Xi Jinping has expressed his determination to finally bring Taiwan under the control of the PRC. Despite years of debating possible ways to achieve peaceful reunification, there has been no explicit discussion at a government level for over ten years. The Anti-Secession Law has threatened military force since 2005, and since 2022, large-scale military maneuvers have been used to emphasize this course of action.
Resistance to integration into the PRC can be seen as a legitimate defense of the population's right to self-determination, but it calls into question the binding nature of international law in agreements between states.
Mit:
Au Loogyu (Publizist, Hongkong/London),
Martin-Liao Tienchi (Autorin und Übersetzerin, Köln)
Moderation:
Peter Franke (Forum Arbeitswelten e.V.)
Workshop 9 Die Fischereiabkommen der VR China mit Staaten im globalen Süden und ihre Folgen
Mit:
Francisco Mari (Brot für die Welt)
Fair oceans
Moderation:
N.N.
Workshop 10 Beschäftigte in der deutschen und chinesischen Automobilindustrie – Partner oder Konkurrenten? - Employees in the German and Chinese automotive industries – partners or competitors?
Chinas Autoindustrie, besonders im Bereich E-Autos, wächst rasant. BYD und CATL sind inzwischen weltweit führend bei E-Autos bzw. Batterien. Für die Beschäftigten bedeutet das jedoch keine Verbesserung: 12-Stunden-Tage, Arbeitsunfälle und überfüllte Wohnheime bleiben die Norm. Im Konkurrenzkampf sind Massenentlassungen üblich, permanente Stellen werden durch prekäre Leiharbeit ersetzt, um Kosten und Verantwortung zu minimieren.
Unter diesen Bedingungen entwickeln sich Arbeitskämpfe in Chinas Autoindustrie. Können die Beschäftigten durch kollektives Handeln ihre Rechte durchsetzen? Welche Kampfformen gibt es, wie organisieren sie sich im Betrieb, und wie ist ihr Verhältnis zur Gewerkschaft? Sehen sie sich noch als Teil der „Arbeiter*innenklasse“?
Nach einem Bericht wollen wir diskutieren, wie internationale Solidarität zwischen Beschäftigten in der Autobranche möglich ist. Deutsche Marken wie VW sind auf den chinesischen Markt angewiesen. In beiden Ländern drohen Werksschließungen, Entlassungen und eine Umstellung auf Rüstungsproduktion. Gewerkschaftlicher Internationalismus ist notwendig, um die Krise der Autoindustrie weltweit zu beantworten.
China's automotive industry, especially in the field of electric cars, is growing rapidly. BYD and CATL are now global leaders in the production of electric cars and batteries, respectively. For employees, however, working conditions have not improved: 12-hour days, workplace accidents, and overcrowded dormitories remain the norm. In such a competitive sector, mass layoffs are common, and permanent jobs are being replaced by precarious temporary work to minimize costs and responsibility.
Under these conditions, labor disputes are developing in China's auto industry. What forms of struggle exist? Can workers assert their rights through collective action? How do they organize themselves in the workplace, and what is their relationship with the union? Do they still see themselves as part of the “working class”?
Following a report, we will discuss how international solidarity between auto workers is possible. German brands such as VW are dependent on the Chinese market. In both countries, there is a threat of plant closures, layoffs, and a switch to arms production. Trade union internationalism is a necessary response to the crisis in the auto industry worldwide.
Mit:
N.N. (Forum Arbeitswelten e.V.),
Lars Hirsekorn (VW Braunschweig, Betriebsrat)
Moderation:
Kirsten Huckenbeck (express)
Workshop 11 Der Aufstieg Chinas und der Niedergang des kapitalistischen Weltsystems - The Rise of China and the Decline of the Capitalist World System
Nirgendwo sonst konnte das Kapital in den vergangenen Jahrzehnten so gewaltig expandieren wie in China. Die „Reform- und Öffnungspolitik“ der Volksrepublik bot für die Konzerne der alten kapitalistischen Zentren einen willkommenen Ausweg aus Krisen und Stagnation. Das Gewicht Chinas innerhalb der Weltwirtschaft ist dermaßen gewachsen, dass die Stabilität des globalen Kapitalismus heute paradoxerweise in hohem Maße von der „sozialistischen“ Marktwirtschaft der Volksrepublik und der Politik der regierenden „kommunistischen“ Partei abhängt. Folgt man den Analysen von Minqi Li, so gerät das kapitalistische Weltsystem allerdings mit dem Aufstieg Chinas an seine Grenzen, und zwar sowohl in ökologischer als auch in sozialer Hinsicht.
In recent decades, China has seen a dramatic and unique capital expansion. The People's Republic's ‘reform and opening up’ policy offered corporations in the old capitalist centers a welcome escape from crisis and stagnation. China's weight within the global economy has grown to such an extent that, paradoxically, the stability of global capitalism today depends largely on the People's Republic's ‘socialist’ market economy and the policies of the ruling ‘Communist’ Party. However, according to Minqi Li's analyses, the rise of China is pushing the capitalist world system to its limits, both ecologically and socially.
Minqi Li is Professor of Economics at the University of Utah. He previously taught political science at York University in Toronto. Between 1990 and 1992, he was a political prisoner in China. He is the author of ‘The Rise of China and the Demise of the Capitalist World Economy’ (2008), ‘China and the 21st Century Crisis’ (2016) and ‘Profit, Accumulation and Crisis in Capitalism: Long-Term Trends in the UK, US, Japan and China, 1855-2018’ (2020).
Mit:
Prof. Dr. Minqi Li (University of Utah) (Online-Zuschaltung)
Moderation:
Dr. Thomas Sablowski (Kritisches China-Forum)
Workshop 12 China und die internationalen Finanzbeziehungen
Mit:
Dr. Jenny Simon (Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin)
Moderation:
Julia Elwing (Attac-BAG Finanzmärkte und Steuern)
Samstag, 21.3.2026, 18.30 - 20.00 Uhr: Abendessen
Samstag, 21.3.2026, 20.00 - 23.00 Uhr: Filmprogramm China von unten. Bewegte Bilder aus einem unruhigen Land - China from below. Moving images from a troubled country
Ein Filmprogramm mit unerwarteten Bildern aus China. Es sind meist Ausschnitte aus unabhängig produzierten Filmen, die die Sehnsüchte, den Alltag, Kritik und Kämpfe zeigen. Es sind Bruchstücke, die kein vollständiges Bild vom Leben in dem riesigen Land geben können und wollen. Interviews, Jugendkultur, Proteste, Musik und Streiks sollen in diesem Programm auf die Leinwand kommen.
Das Program wird kuratiert und moderiert von dem Filmemacher Karsten Weber.
Seit 50 Jahren macht er Filme aus der Indie- und Undergroundecke. Diese Filme brachten Einladungen um den halben Globus und führten dazu, dass mit dem BLITZFILM Festival zehn Jahre ein deutsches Kurzfilmfestival durch chinesische Städte tourte. Es wurden auch chinesische Filmemacher zum Gegenbesuch nach Deutschland eingeladen. Karsten Weber ist aktives Mitglied beim Forum Arbeitswelten.
A film program with unexpected images from China. Most are excerpts from independently produced films that show the everyday life, criticism, struggles, and wants of the people. They are fragments that cannot and do not aim to provide a complete picture of life in this vast country. Interviews, youth culture, protests, music, and strikes will be brought to the screen in this program.
The program is curated and moderated by filmmaker Karsten Weber, who has been making indie and underground films for 50 years. These films brought invitations from around the globe and led to the BLITZFILM Festival, a German short film festival that toured Chinese cities for 10 years. Chinese filmmakers were also invited to Germany for a return visit. Karsten Weber is an active member of the Forum Worlds of Labor.
Sonntag, 22.3.2026, 9.00 - 9.30 Uhr: Ankommen
Sonntag, 22.3.2026, 9.30 - 11.30 Uhr: Foren
Forum 7 Mit dem Ausbau der Kohleverstromung zur Klimaneutralität? Chinas Ziele und Widersprüche bei der ökologischen Transformation - Achieving climate neutrality by expanding coal-fired power generation? China's goals and contradictions in ecological transformat
China will bis 2060 die CO2-Emissionen auf netto Null reduzieren. Der Anteil nicht-fossiler Energien am Primärenergieverbrauch soll 2030 rund 25 Prozent und im Jahr 2060 über 80 Prozent betragen. Schon heute ist China weltweit führend in der installierten Leistung für Solar-, Wind- und Wasserkraft. Gleichzeitig ist China für 30 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich und es werden neue Kohlekraftwerke gebaut, um den steigenden Energiebedarf zu decken. 2024 hat China mit dem Bau von Kohlekraftwerken mit einer Leistung von rund 94,5 Gigawatt begonnen – ein neuer Höchstwert seit 2015. Neben der Industriepolitik setzt China wie die EU auf die Bepreisung von CO₂-Emissionen, um die ökologische Transformation zu bewältigen. Dazu plant es ein Aufforstungsprogramm: bis 2030 sollen zusätzliche 19 Mrd. m³ Waldvolumen entstehen und der Waldanteil erhöht werden.
China verfolgt also auf der einen Seite einen ambitionierten, langfristig strukturierten Plan zur Erreichung von Klimaneutralität bis 2060. Das Gerüst umfasst Zielvorgaben, technologische Förderung, Emissionshandel und massive finanzielle Mittel. Der erweiterte Kohle-Ausbau steht jedoch dazu im Widerspruch und wird das Erreichen der eigenen Ziele gefährden. Wie ist dieser Widerspruch zu bewerten? Welche Rolle spielen dabei die KP und die Privatwirtschaft? Wie ist das Verhältnis zwischen Regulierung und Marktmechanismen (Bepreisung)? Welche Rolle spielt die Umweltbewegung in China?
China hopes to reduce CO2 emissions to net zero by 2060. The share of non-fossil fuels in primary energy consumption is estimated to be around 25% in 2030, and over 80% in 2060. China is already the world leader in installed capacity for solar, wind, and hydro power. At the same time, China is responsible for 30% of global emissions, and new coal-fired power plants are being built to meet rising energy demand. In 2024, China began construction of these coal-fired power plants with a capacity of around 94.5 gigawatts – a new high since 2015. In addition to industrial policy, China, like the EU, is focusing on CO₂ emissions to manage the ecological transformation. For this, it is planning a reforestation program: by 2030, an additional 19 billion m³ of forest volume is to be created and the proportion of forest cover increased. On the one hand, China is pursuing an ambitious, long-term goal to achieve climate neutrality by 2060. The framework includes targets, technological support, emissions trading, and massive financial resources. However, the expansion of coal is at odds with this and will jeopardize the achievement. How should this contradiction be assessed? What roles do the Communist Party and the private sector play in this? What is the relationship between regulation and market mechanisms (pricing)? What role does the environmental movement play in China?
Mit:
Dr. Eva Sternfeld (FU Berlin)
Dr. Nora Sausmikat (urgewald)
Moderation:
Thomas Eberhardt-Köster (Attac Deutschland)
Forum 8 China und der Imperialismus – die Beziehungen zu den alten kapitalistischen Zentren - China and imperialism – relations with the old capitalist centers
Vielfach wird ein Übergang der Staatenwelt von einer unipolaren Formation (in den 1990er Jahren) hin zu einer multipolaren (in den 2020er Jahren) diagnostiziert. Dabei fällt der Blick als erstes auf das konfliktträchtige Verhältnis zwischen dem aufstrebenden China und den USA als dem bisherigen Hegemon. Die Regierungen der USA und der EU sehen den Aufstieg Chinas als strategische Bedrohung, auf die sie mit einer veränderten, mehr oder minder protektionistischen Außenwirtschaftspolitik und auch militärischen Machtdemonstrationen reagieren. China weist diese Politik der alten kapitalistischen Zentren zurück und propagiert als eigenes Ziel eine multipolare Ordnung bzw. die gleichberechtigte Entwicklung aller Staaten.
Wir wollen in diesem Forum die Beziehungen zwischen China und den alten kapitalistischen Zentren genauer erörtern und unterschiedliche Einschätzungen im Hinblick auf mögliche Kriegsgefahren und bezüglich der Außenpolitik Chinas diskutieren. Entwickelt sich China selbst zu einer imperialen Macht oder steht es für eine Alternative zum traditionellen Imperialismus? Wer verfolgt in der neuen globalen Konstellation welche Interessen? Was sind die Ursachen der geoökonomischen und geopolitischen Spannungen? Wie kann eine Eskalation in Richtung Krieg aufgehalten werden?
Many observers observe a transition in international relations from a unipolar formation (in the 1990s) to a multipolar one (in the 2020s). One thing to notice is the conflict-laden relationship between the emerging China and the US as a previous hegemon. The governments of the US and EU see China's rise as a strategic threat, to which they are responding with an altered, protectionist foreign trade policy and military demonstrations of power. China rejects this policy of the old capitalist centers and propagates its own goal of a multipolar order and the equal development of all states.
In this forum, we want to discuss the relations between China and the old capitalist centers in more detail, as well as debate different assessments regarding possible threats of war and China's foreign policy. Is China itself developing into an imperial power, or does it represent an alternative to traditional imperialism? Who is pursuing which interests in the new global structure? What are the causes of geoeconomic and geopolitical tensions? How can escalation towards war be stopped?
Mit:
Prof. Dr. Susanne Weigelin-Schwiedrzik (Universität Wien)
Dr. Felix Jaitner (Universität Bielefeld)
Ingar Solty (Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin)
Moderation:
Henning Nielsen (Attac Flensburg, Rosa-Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein)
Forum 9 China und der globale Süden - China and the Global South
Die Volksrepublik China begreift sich selbst als Entwicklungsland und sieht sich traditionell – in Abgrenzung zu den alten kapitalistischen Zentren und früher auch zum „Sozialimperialismus“ der Sowjetunion – an der Seite anderer Staaten der „Dritten Welt“. Mit dem Aufstieg Chinas in der Hierarchie der internationalen Arbeitsteilung ändern sich jedoch die Beziehungen zu den Staaten des Globalen Südens. China importiert vor allem Rohstoffe aus jenen Ländern, während es in großem Umfang Fertigwaren exportiert. Für viele Länder ist China der wichtigste Handelspartner geworden. Gleichzeitig ist China zu einem bedeutenden internationalen Kreditgeber geworden.
Kann mithilfe Chinas ein alternatives Zahlungs- und Währungssystem entwickelt werden? Gewinnen die Länder des Globalen Südens durch den Aufstieg Chinas neue Handlungsspielräume, indem sie ihre Abhängigkeit von den alten kapitalistischen Zentren bzw. von internationalen Kreditgebern (IWF...) reduzieren können, oder reproduzieren sich im Verhältnis zu China die gleichen Abhängigkeitsverhältnisse wie sie auch gegenüber den imperialistischen Ländern existieren?
The People's Republic of China sees itself as a developing country and traditionally views itself as being on the side of other “Third World” countries, in contrast to the old capitalist centers and, in the past, the “social imperialism” of the Soviet Union. However, China's rise in the hierarchy of the international division of labor is changing its relations with the countries of the Global South. China mainly imports raw materials from these countries while exporting finished goods on a large scale. For many, China has become their most important trading partner. At the same time, China has become a major international lender. Can China help develop an alternative payment and currency system? Does China's rise give the countries of the Global South new opportunities by reducing their dependence on the old capitalist centers and international lenders (IMF, etc.), or do the same dependencies that exist with the imperialist countries that reproduce themselves in relation to China?
Mit:
Kristina Rehbein (Erlassjahr)
Dr. Boniface Mabanza (Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika)
Sven Hilbig (Brot für die Welt)
Moderation:
Birgit Kraemer (Attac Köln)
Sonntag, 22.3.2026, 11.45 - 13.15 Uhr: Workshops und Vorträge
Workshop 13 Globaler Maoismus und seine Folgen – Kritische Selbstreflexion der Chinabilder der Linken - Global Maoism and its results – critical self-reflection on images of China among leftists
Mit:
Prof. Dr. Felix Wemheuer (Universität zu Köln), im Gespräch mit
Dr. Fred Engst (University of International Business and Economics, Beijing)
Workshop 14 Stimmen der chinesischen Diaspora im deutschen Sprachraum - Voices of the Chinese diaspora in German-speaking countries
Wer ist die „Diaspora“? In diesem Workshop wollen wir Menschen aus der chinesischen Diaspora zuhören, wie sie über ihre Erfahrungen, Identitäten und ihren politischen Aktivismus in Bezug auf die Gesellschaft in Deutschland und in China diskutieren. Obwohl oft von „der chinesischen Diaspora" gesprochen wird, sind die Selbstverständnisse der Menschen divers, geprägt von verschiedenen sozialen und kulturellen Hintergründen so wie Zeitpunkten und Gründen der Migration. Während viele die Erfahrung von Rassismus und Marginalisierung teilen, gibt es unterschiedliche Praxen, wie sie Räume schaffen und Gemeinschaften aufbauen: ob sie sich als Migrant*innen erster oder zweiter (weiterer) Generationen verstehen, als internationale Studierende, Gastarbeiter*innen oder als Menschen im Exil.
Dieser Workshop bietet Raum für Erfahrungsaustausch innerhalb der chinesischen Diaspora in Deutschland: Welchen Konflikten begegnen sie im Alltag? Wie organisieren sie sich und welche Praxen der Selbstermächtigung gibt es in unterschiedlichen diasporischen Communities? Wie sehen sie ihre Beziehung zur politischen Lage in China? Wie verstehen sie ihre Rolle in der deutschen Gesellschaft?
Who is the “diaspora”? In this workshop, we want to listen to people from the Chinese diaspora as they discuss their experiences, identities, and political activism in relation to society in Germany and China. Although people often refer to “the Chinese diaspora,” individuals' self-perceptions are diverse, shaped by different social and cultural backgrounds as well as their experiences regarding timing and reasons for migration. While many share the experience of racism and marginalization, there are different practices for how they create spaces and build communities, whether they see themselves as first- or second-generation migrants, international students, guest workers, or people in exile. This workshop offers a space for the Chinese diaspora in Germany to share their experiences: What conflicts do they encounter in everyday life? How do they organize themselves and how is self-empowerment practiced in different diasporic communities? How do they see their relationship to the political situation in China? How do they understand their role in German society?
Mit:
N.N., ZhongDe Magazin
N.N.
Moderation:
N.N.
Workshop 15 China in Afrika
Seit dem Jahr 2000 wächst der chinesisch-afrikanische Handel deutlich schneller als die Geschäfte der Volksrepublik China mit anderen Weltregionen. Zudem bauen chinesische Konzerne Infrastrukturprojekte auf dem afrikanischen Kontinent und China stellt Kredite für afrikanische Staaten zur Verfügung. Beim letzten China-Afrika-Forum im September 2024 in Peking kündigte Chinas Präsident Xi Jinping an, mehr finanzielle Unterstützung für afrikanische Staaten leisten zu wollen. Insgesamt sollen in den kommenden drei Jahren umgerechnet 46 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden, davon 27 Milliarden Kredit, zehn Milliarden Entwicklungshilfe und neun Milliarden Direktinvestitionen.
Wie wirkt sich die chinesische Handels-, Investitions- und Kreditpolitik auf die Länder Afrikas aus? Welche Möglichkeiten bieten sie für diese und wo liegen Gefahren, dass neue Abhängigkeiten entstehen? Gewinnen die afrikanischen Länder neue Handlungsspielräume, indem sie ihre Abhängigkeit von den alten kapitalistischen Zentren bzw. von internationalen Kreditgebern reduzieren können, oder reproduzieren sich im Verhältnis zur Volksrepublik China die gleichen Abhängigkeitsverhältnisse, wie sie auch gegenüber den USA oder der EU existieren?
Mit:
Dr. Boniface Mabanza (Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika) angefragt
Dr. Frauke Banse (Universität Kassel)
Moderation:
Sven Hilbig (Brot für die Welt) angefragt
Workshop 16 Wie können durch das deutsche und das EU-Lieferkettengesetz Arbeitsschutz und Arbeitsrechte in China gesichert werden? - Ensuring occupational safety and rights through supply chain legislation
Das am 1. Januar 2023 in Kraft getretene deutsche Lieferkettengesetz („Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz“/LkSG) und die ab dem 26. Juli 2024 offiziell gültige EU-Lieferketten-Richtlinie („Corporate Sustainability Due Diligence Directive“/CSDDD) zielen auf die Einhaltung von Arbeits-, Umwelt- und Menschenrechten in den weltweiten Lieferketten von Unternehmen ab. Nach jahrzehntelangen Bemühungen zahlreicher Akteur:innen war es damit erstmalig gelungen, eine über freiwillige Selbstverpflichtungen hinausgehende Regelung einer bindenden globalen Sozial-, Umwelt- und Menschenrechts-Verpflichtung von Unternehmen festzuschreiben.
Doch seit ihrem Inkrafttreten standen diese beiden Gesetze in Deutschland und in Brüssel unter massivem Beschuss, vor allem durch Spitzenpolitiker:innen der ehemaligen und aktuellen Bundesregierung sowie durch deutsche Wirtschaftsverbände. Infolgedessen veröffentlichte die EU-Kommission im Februar 2025 eine neue, abgespeckte Version der CSDDD, und am 13. November 2025 stimmte das EU-Parlament für eine abgeschwächte CSDDD, die am 16. Dezember 2025 schließlich von der EU verabschiedet wurde. Die Auswirkungen dieser Entwicklungen werfen die Frage auf, ob und wie trotz der erheblichen Abstriche beim CSDDD in Bezug auf Inhalt, Anwendungsbereich, Berichterstattung und Haftung noch Spielraum für Gewerkschaften und Arbeitsaktivisten bleibt, um sich für bessere Arbeits-, Umwelt- und Menschenrechtsbedingungen in den globalen Lieferketten von Unternehmen einzusetzen.
Im Workshop werden nach der Vorstellung des Kontexts und erster Zwischenbewertungen einzelne LkSG-Beschwerdefälle und positive Beispiele von Gewerkschafts- und NGO-Vertreter:innenn vorgestellt. Die Diskussion im Workshop wird sich hauptsächlich auf die Frage konzentrieren, ob und wie Lieferkettengesetze in China, wo Arbeitsaktivisten einem repressiven sozialen Umfeld ausgesetzt sind, konstruktiv angewendet werden können. Unter anderem werden praktische Beschwerdefälle reflektiert, wie sie kürzlich vom inzwischen aufgelösten China Labour Bulletin in Hongkong vorgebracht wurden.
Mit:
N.N. (aus China)
Dr. Sabine Ferenschild (SÜDWIND Institut für Ökonomie und Ökumene)
Fritz Hofmann (ehem. Betriebsrat bei BASF Ludwigshafen)
Kai Beutler (IGAKK Internationaler Gewerkschaftlicher Arbeitskreis, Köln)
Thomas Süther (IGAKK, Betriebsrat bei Ford Köln)
Moderation:
Ingeborg Wick (Forum Arbeitswelten)
Workshop 17 Analyse des Feindbilds China – die Vorwürfe gegen die VR China - Analysis of the enemy image of China – the accusations against the People's Republic of China
China ist zur globalen Wirtschaftsmacht aufgestiegen und stellt die gewohnte westliche Dominanz in Frage. Zugleich wächst die Kritik: Repression gegen Uiguren, mangelnde Meinungsfreiheit, aggressive Außenpolitik, „digitale Diktatur“. Doch was ist dran an diesen Vorwürfen – und was sagt ihre Häufung über die Sichtweise derer aus, die sie formulieren?
Dr. Renate Dillmann geht in ihrem Workshop der Konstruktion des Feindbilds China auf den Grund. Sie zeigt, wie ökonomische Rivalität, geopolitische Interessen und moralische Argumentation ineinandergreifen – und ein Bild formen, das China pauschal delegitimiert. Analysiert werden mediale Narrative, politische Doppelmoral und die Rolle westlicher Menschenrechtskampagnen im Kontext strategischer Machtpolitik.
Der Workshop lädt ein zur kritischen Reflexion jenseits gängiger Klischees: Wie lässt sich das Verhältnis zum „Systemkonkurrenten“ China differenziert und analytisch durchdringen – ohne in ideologische Parteinahme oder naiven Antiimperialismus zu verfallen?
China has risen as a global economic power and is challenging the traditional Western dominance. At the same time, criticism is growing; repression of Uyghurs, lack of freedom of expression, aggressive foreign policy, and “digital dictatorship” are all current points of contention. But what is the truth behind these accusations—and what does their proliferation say about the views of those who voice them?
In her workshop, Dr. Renate Dillmann analyzes the construction of China as an enemy image. She shows how economic rivalry, geopolitical interests, and moral argumentation intertwine and form an image that delegitimizes China across the board. Media narratives, political double standards, and the role of Western human rights campaigns in the context of strategic power politics are considered.
The workshop invites critical reflection beyond common clichés: How can we understand the relationship with China as a “systemic competitor” in a transformative and analytical way – without falling into ideological partisanship or naive anti-imperialism?
Mit:
Dr. Renate Dillmann
Moderation:
Walter Gröh (Attac Bremen, Diplomsozialwissenschaftler)
Workshop 18 Die Situation ethnischer Minderheiten in China - The situation of ethnic minorities in China
In der Volksrepublik China gibt es offiziell 55 anerkannte ethnische Minderheiten. Besonders konfliktreich sind die Regionen Tibet und Xinjiang, welche einen großen Teil des Staatsgebiets im Westen ausmachen. Während westliche Medien von kultureller Unterdrückung oder sogar „Genozid“ gegen die uigurische Bevölkerung berichten, preist die chinesische Regierung die ökonomische Entwicklung an und spricht sogar von „Religionsfreiheit“. Auf dem Workshop soll die Entwicklung von Tibet und Xinjiang in den letzten Jahren auf den Gebieten der Politik, Religion, Kultur und Wirtschaft diskutiert werden. Dabei spielt auch die Ansiedlung von Han-Chinesen*innen eine wichtige Rolle.
There are 55 officially recognized ethnic minorities in the People's Republic of China. The regions of Tibet and Xinjiang, which make up a large part of the country's territory in the west, are particularly conflict heavy. While Western media reports on cultural oppression or even “genocide” against the Uyghur population, the Chinese government praises their economic development and even speaks of “religious freedom.” The settlement of Han Chinese also plays an important role in this context. The workshop will discuss the recent development of Tibet and Xinjiang in the areas of politics, religion, culture, and economics.
Mit:
Dr. Ute Wallenböck (Universität Bonn)
Prof. Dr. Björn Alpermann (Universität Würzburg)
Moderation:
Dr. Katja Yang (Universität zu Köln))
Sonntag, 22.3.2026, 13.15 - 14.30 Uhr: Mittagspause
Sonntag, 22.3.2026, 14.30 - 15:30 Uhr Abschluss China und Wir: Was nehmen wir aus der Beschäftigung mit der Volksrepublik China mit?
China und Wir: Was nehmen wir aus der Beschäftigung mit der Volksrepublik China mit?
Die Konferenz wird sich mit vielen, teils sehr kontroversen Einschätzungen zur Entwicklung und Rolle China in der Welt beschäftigen. Daraus ein abschließendes Resümee zu ziehen ist nicht möglich. Stattdessen wollen wir auf der Abschlussveranstaltung zusammentragen, welche Eindrücke und neuen Erkenntnisse wir aus der Konferenz mitnehmen. Wir werden mit drei kurzen Statements starten und dann Stimmen aus dem Plenum einsammeln und uns dazu austauschen. Zudem wollen wir mögliche Vernetzungen und nächste Aktivitäten zum Thema “China und wir“ besprechen.
Mit:
Prof. Dr. Felix Wemheuer (Universität zu Köln)
Dr. Jenny Simon (Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin)
N.N.
Moderation:
Thomas Eberhardt-Köster (Attac Deutschland)