Gemeinwirtschaft demokratisch gestalten – Zur Rolle öffentlicher Betriebe

Im Oktober 2026 erscheint der neue Attac-Basistext „Gemeinwirtschaft demokratisch gestalten“. Die Autor*innen liefern einen Überblick über die Bedeutung öffentlich bereitgestellter Güter und Dienstleistungen in kapitalistischen Gesellschaften. Dabei werfen sie einen Blick auf die Entwicklung der vergangenen 40 Jahre, die von Privatisierungen und einem Rückzug des Staates geprägt waren und fragen: Welche Rolle spielten privates und öffentliches Eigentum? Was umfasste bislang Daseinsvorsorge, und was wurde als Gemeingüter angesehen? Und vor allem: Welche Bedeutung hatten bislang gemeinwirtschaftlich organisierte Dienstleistungen für die Demokratie?
„Das Credo der Neoliberalen lautete in den 1990er-Jahren ‚Der Markt wird es schon richten, wenn man ihn nur lässt‘. Doch ein paar Privatisierungswellen später müssen wir feststellen: Der Rückzug des Staates aus der Daseinsvorsorge und die Ökonomisierung der öffentlichen Dienste haben zwar teilweise Kosten gesenkt, aber auch die Qualität verschlechtert und zu einem Verlust an demokratischer Gestaltungsfähigkeit insbesondere in den Kommunen geführt“, sagt Holger Oppenhäuser, Co-Autor des Basistextes.
An Beispielen aus den Bereichen Wohnen, Energie und Wasser werden im Basistext die Möglichkeiten und Grenzen öffentlicher Betriebe dargestellt. Schließlich wagen die Autor*innen einen Blick über das Bestehende hinaus: Wie könnten öffentliche Betriebe so organisiert werden, dass mehr demokratischer Einfluss möglich und abgesichert ist? Gibt es bereits Modelle dafür, bei denen möglichst viele Akteur*innen einbezogen sind? Wie könnten also auch Beschäftigte, Nutzer*innen und Akteure aus der Zivilgesellschaft in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden?
Andrea Dieck/Silke van Dyk/Thomas Eberhardt-Köster/Andrea Müller/Holger Oppenhäuser/Werner Schmidt, Gemeinwirtschaft demokratisch gestalten – Zur Rolle öffentlicher Betriebe, AttacBasisTexte 66, 96 Seiten, Oktober 2026, ISBN 978-3-96488-282-0