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"Wirtschaftswachstum trotz Schuldenkrise hat nichts mit der Realität zu tun"

Globalisierungskritiker in Kanada

Anlässlich des am 26. und 27. Juni in Kanada stattfindenden G8-Gipfels hat Attac seine Kritik an den mächtigsten Industrieländern bekräftigt. "Die neoliberalen Ideologen wollen uns weiß machen, dass Wirtschaftswachstum im Süden trotz der hohen Verschuldung möglich sei. Das stellt die Realität auf den Kopf. Die Schuldenkrise ist ein Strukturelement der Weltwirtschaft und erstickt jegliche Entwicklung im Keim", sagt Pedro Morazán, Mitglied des Koordinierungskreises von Attac.

Im Schutz der tiefen Wälder und abgeschottet durch ein massives Polizeiaufgebot wollen die G8 ungestört über weiteres Wirtschaftswachstum, Terrorismusbekämpfung und eine "Neue Partnerschaft für die Entwicklung Afrikas" reden. <h>Währenddessen diskutieren im 100 km entfernt gelegenen Calgary Globalisierungskritiker, wie eine andere Welt aussehen kann. Zahlreiche Protest- und Gegenveranstaltungen unternauern die Forderungen nach einer gerechteren Weltordnung. Christoph Bautz, Vertreter von Attac Deutschland vor Ort: "Wir suchen den Kontakt zu der globalisierungskritischen Bewegung hier in den amerikanischen Staaten. Wir unterstützen deren Proteste gegen die Herrschaft der transnationalen Konzerne und gegen ausbeuterische Politik."

Die neoliberalen Rezepte von Privatisierung, Liberalisierung und restriktiver Finanzpolitik haben weder den 41 ärmsten Ländern (sog. HIPCs), noch Schwellenländern wie Argentinien, Brasilien, Ecuador oder auch Indonesien Entlastung gebracht Die Krise wurde im Gegenteil noch wesentlich verstärkt. Globalisierungskritiker fordern mehr denn je einen Schulden- erlass verbunden mit entscheidenden Schritten zur Sicherung von Ernährung, Gesundheit und Bildung für alle. Zu diesem Zweck schlägt Attac die Einführung eines fairen und transparenten internationalen Insolvenzverfahrens vor, damit die Gläubigerländer endlich nicht mehr gleichzeitig als Kläger und Richter in eigener Sache auftreten.

Bei Rückfragen:

Felix Kolb, Pressesprecher für Attac Deutschland, Tel: 0178 - 35 94 212 oder

Philipp Hersel, Koordinierungskreis, 0179 - 672 7351

Ansprechpartner für Interviews vor Ort: Christoph Bautz: 001 403 383 5723