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VW-Chef Diess kündigt aus für SUVs an

Konzern will ab Juli Straßenbahnen, E-Busse und Lastenräder bauen

Wie VW-Chef Herbert Diess bei der Vorbereitung eines Streitgesprächs zur IAA den Attac-Vertreter*innen mitteilte, plant der Konzern, die PKW-Produktion ab 1. Juli stückweise herunterzufahren und stattdessen die Produktion von Straßenbahnen, E-Bussen und Lastenfahrrädern aufzunehmen. Die SUV-Herstellung soll schon im Mai eingestellt werden.

"Wir haben die Botschaft von Fridays for Future verstanden. Ich bin überzeugt, dass wir eine Verantwortung und Verpflichtung haben, unseren Beitrag zur Begrenzung des Klima-wandels zu leisten und mit äußerster Konsequenz auf unsere Ziele hinzuarbeiten. Wir bei Volkswagen haben die Möglichkeit und die Fähigkeit, dies zu tun", sagte Herbert Diess in dem Gespräch. "Unsere bisherige Konzernstrategie ist mitverantwortlich für den weltweiten Co2-Anstieg, für Ressourcenverbrauch und Naturzerstörung. Auch die Umstellung auf das Konzept E-Auto war falsch, da die individuelle Elektromobilität die Klimakrise be-schleunigt statt bekämpft. Wir müssen radikal umstellen, und wir tun es."

Diess zufolge hat der Aufsichtsrat der VW-Gruppe, in dem Ministerpräsident Stephan Weil als Vertreter des zweitgrößten Anteilseigners Niedersachsen sitzt, bereits im Januar entsprechende Pläne des Vorstands gebilligt. Niedersachsens Regierungssprecherin Anke Pörksen bestätigte dies auf Nachfrage von Attac. Weil selbst ließ über seine Sprecherin ausrichten: "Diese Transformation ist für Volkswagen natürlich schwierig, aber auch eine große Chance. Ich begrüße die baldige Einrichtung von Transformationsräten, die über die künftige Produktion klimagerechter Transportmittel entscheiden sollen. In diesen Räten werden unsere Kolleg*innen zusammen mit regionalen Vertreter*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Umweltbewegungen die Chance haben, dem gesellschaftlich Notwendigen zum Durchbruch zu verhelfen. Als Sozialdemokraten kehren wir mit damit an unsere Wurzeln zurück.“

Angeblich um einen Börsencrash vor Ostern zu verhindern, hat die VW-Spitze die Veröffentlichung ihrer Pläne Diess zufolge mittlerweile auf den 6. April verschoben.

Nicht nur deswegen bleiben die Globalisierungskritiker*innen von Attac skeptisch: "Das alles klingt gut, und der Beschluss geht in die richtige Richtung. Aber wir haben schon zu oft nur schöne Worte gehört, um auf die Selbstverpflichtung einer Konzernspitze zu vertrauen", sagte Achim Heier von der Attac-Kampagnengruppe "Öffis statt Autos". "Wir bleiben dabei: Eine radikale Mobilitätswende geht nur von unten und gegen die Autokonzerne. VW und Co. müssen insgesamt vergesellschaftet werden."

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