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13. Weltsozialforum in Tunis eröffnet

Trauermarsch zum Bardo-Museum gegen Terror und Unterdrückung / Ansätze für gemeinsame Strategie gegen neoliberalen Mainstream

Foto: Weltsozialforum

Mit einem demonstrativen Trauermarsch zum Bardo-Museum, dem Ort des jüngsten Terroranschlags in Tunis, ist am Dienstagabend das 13. Weltsozialforum eröffnet worden. An der Spitze des vieltausendköpfigen Demonstrationszugs zogen neben Vertretern der sozialen Bewegungen auch Angehörige der Opfer und tunesische Politiker hinter einem Transparent mit der Aufschrift "Die Völker der Welt vereint für Freiheit, Gleichheit, Soziale Gerechtigkeit und Frieden. In Solidarität mit den tunesischen Menschen und allen Opfern des Terrorismus, gegen alle Formen von Unterdrückung" durch die tunesische Hauptstadt.

Bereits vor dem Forum gab es in Tunis zahlreiche Veranstaltungen zu aktuellen Themen wie der Verschuldung in Südeuropa und dem im Dezember in Paris bevorstehen Weltklimagipfel. In einem gemeinsam vom Europäischen und Afrikanischen Attac- Netzwerk mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisierten Seminar beschäftigten sich die Teilnehmer zwei Tage mit der Freihandelspolitik der EU am Beispiel der erpresserischen European Partnership Agreements (EPA) mit afrikanischen Ländern und dem EU-USA-Abkommen TTIP.

"Ich sehe in diesem 13. Weltsozialforum hoffnungsvolle Ansätze, dass sich die sehr unterschiedlichen sozialen Bewegungen schrittweise auf eine gemeinsame Strategie einigen, wie der neoliberale Mainstream in der herrschenden Politik zu überwinden ist. Hier in Tunis werden große Gemeinsamkeiten sichtbar im Widerstand gegen die Krisenfolgen am Beispiel Griechenlands und in den Kampagnen gegen die erpresserische Freihandelspolitik am Beispiel TTIP und EPA. Dies macht es möglich, sich auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen", sagte Hugo Braun vom Attac Koordinierungskreis und derzeit in Tunis.

Am Mittwochvormittag begannen in der Universität El Manar die ersten der mehr als tausend Workshops und Konferenzen des Forums. In einem von Attac Deutschland mitorganisierten Seminar unter dem Titel "Griechenland auf des Messers Schneide" ging es um Alternativen zur Erpressungspolitik der EU. In einer Botschaft an die Teilnehmer des Weltsozialforums hatte der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras festgestellt, dass der Kollisionskurs seines Landes mit der EU Teil einer gegen die Interessen der Menschen in Europa gerichteten Politik ist. Er gab der Erwartung Ausdruck, dass der gemeinsame Widerstand der sozialen Bewegungen diesen politischen Kurs beenden könne.

Das Weltsozialforum wird am Samstag mit einer gemeinsamen Demonstration abgeschlossen. Am Sonntag und Montag berät in Tunis der Internationale Rat des WSF über die Ergebnisse und die weitere Entwicklung der Forumsbewegung.