Fairer Kaffee wäre anders: Starbucks

In immer mehr Fußgängerzonen tauchen die Starbucks-Filialen auf – und verdrängen nicht selten alteingesessene Cafés. In Deutschland verkauft der US-Konzern seit 2002 seine Kaffeespezialitäten. Bis zur Karstadt-Pleite gab es eine Kooperation mit der Kaufhauskette, seitdem agiert Starbucks ganz eigenständig im Land. Aktuell gibt es über 150 Filialen in Deutschland, alle an gut frequentierten Orten, mitten in Fußgängerzonen oder an Bahnhöfen und Flughäfen. 

Die Starbucks-Filialen in Deutschland werden dabei nicht von Franchise-Unternehmern geführt. In München sitzt seit 2012 Starbucks Coffee Deutschland, die GmbH, die die Filialen betreibt.

Starbucks erwirtschaftete 2011 in Europa, Afrika und im Mittleren Osten 30 Millionen Euro Gewinn. Würde das Unternehmen einen solchen Gewinn in Deutschland versteuern, hätte der Fiskus über 8 Millionen verlangt. So kam es aber nicht. Starbucks schafft es seit Jahren, Null Euro Gewinnsteuern in Deutschland zu zahlen. In Deutschland, wo Starbucks 117 Millionen Euro Umsatz machte, wurde ein Verlust von 5,3 Millionen Euro ausgewiesen. „Aufgrund des Jahresfehlbetrages des Geschäftsjahres sowie der Verlustvorträge ergibt sich kein Steueraufwand“, heißt es im Jahresbericht lapidar. 

Zu dem – für die Steuer äußerst günstigen - Verlust kommt es, weil Starbucks Deutschland von seinem Gewinn jährlich Lizenzzahlungen in Höhe von 7,2 Millionen Euro an die niederländische Holding abzieht. Außerdem überweist der deutsche Kaffeeanbieter erhebliche Zinsen für Kapital, das er von Starbucks in den Niederlanden geliehen hat.

Die Niederlande sind eine der wichtigsten Steueroasen für Konzerne in Europa. Zinseinnahmen sind dort steuerfrei, Lizenzzahlungen steuerbegünstigt. So verblieben Null Euro für den deutschen Fiskus, 0,9 Millionen für den niederländischen.

In England hat Starbucks nach massivem öffentlichen Druck angekündigt, 2012 mindestens 11,5 Millionen Euro Steuern zu zahlen.