"Tax the Rich": Besteuerung großer Vermögen ohne großen Verwaltungsaufwand umsetzbar
Eine am heutigen Freitag vorgestellte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Fraktion Die Linke und der Rosa-Luxemburg-Stiftung zeigt, dass eine Vermögensteuer ohne großen Verwaltungsaufwand umsetzbar wäre und den Bundesländern erhebliche zusätzliche Einnahmen verschaffen könnte.
Auch das von Attac entwickelte Steuermodell, das wie der hier durchgerechnete Vorschlag der Linken auf eine Substanzbesteuerung und damit auf ein gezieltes Abschmelzen übermäßiger Vermögen setzt, käme zu vergleichbaren Ergebnissen. "Die DIW-Studie räumt mit dem Märchen vom angeblich unpraktikablen Vermögensteuer-Modell auf: Mit überschaubarem Aufwand ließen sich Milliarden mobilisieren, die den Ländern Spielräume für Investitionen in Bildung und die soziale und ökologische Transformation eröffnen", erklärt Julia Elwing aus dem Koordinierungskreis von Attac Deutschland.
Konkret könnten die Bundesländer mit Mehreinnahmen von über 20 Prozent rechnen. Diese zusätzlichen Mittel eröffnen auch die Möglichkeit, die chronisch unterfinanzierten Kommunen gezielt zu stärken. So könnten Städte und Gemeinden endlich wieder Kitas, Schulen, soziale Einrichtungen, Vereine und Kultur gut ausstatten, statt den Mangel zu verwalten. Elwing dazu: "Die Finanzkrise der Kommunen ist politisch gemacht – und sie ist lösbar. Eine Vermögensteuer würde Städte und Gemeinden spürbar entlasten und ihnen endlich wieder Luft zum Atmen geben, statt weiter Kürzungen vor Ort zu erzwingen. Das wäre ein wichtiger Schritt zur Steuergerechtigkeit."
Im vergangenen Dezember hat Attac seine erfolgreiche Bundestagspetition "Tax the Rich" zur Wiedereinführung einer Vermögensteuer an die Obleute der demokratischen Fraktionen des Petitionsausschusses des deutschen Bundestags übergeben. 68.000 Menschen sprechen sich mit der Petition für die Besteuerung großer Vermögen und einem Schritt zu einer größeren Verteilungsgerechtigkeit aus. Das Netzwerk für globale Gerechtigkeit führt die Kampagne "Tax the Rich" auch 2026 weiter.
Weitere Informationen zur "Tax the Rich"-Kampagne: attac.de/taxtherich
Für Rückfragen und Interviews: Julia Elwing, Mitglied im Koordinierungskreis von Attac Deutschland, julia.elwing@attac.de, 01799115136