Arbeitsweise des Beirates
Expertise für Bewegung
Attac tritt seit der Jahrtausendwende dafür ein, Armut und Naturzerstörung weltweit solidarisch zu überwinden und "ein gutes Leben für alle" zu ermöglichen. Das Netzwerk für globale Gerechtigkeit setzt sich kritisch mit Finanzmärkten und Steuern, mit internationalen Handels- und Rohstofffragen sowie dem Widerspruch von privater Profitorientierung und öffentlich-demokratischer Gestaltung des Gemeinwohls auseinander.
Der Wissenschaftliche Beirat stellt Attac Expertise zu diesen Kernthemen und damit verbunden Aspekten bereit und fördert so den Austausch zwischen kritischer Wissenschaft und sozialen Bewegungen. Die Mitglieder können für Veranstaltungen, Pressestatements, Inputs in Projekt- und Kampagnengruppen und Beiträge zu Attac-Basistexten angefragt werden und vermitteln Kontakte zu weiteren kritischen Wissenschaftler*innen.
Mitgliedschaft
Der Beirat besteht aus bis zu 30 (in der Regel promovierten) Wissenschaftler*innen mit Expertise zu den Attac-Kernthemen rund um soziale, ökologische und demokratische Alternativen zur neoliberalen Globalisierung und zu autoritären Systemen.
Die Mitgliedschaft endet automatisch nach drei vollen Kalenderjahren und kann (analog zu Neuaufnahmen) jeweils um drei Jahre verlängert werden. Zusätzlich gibt es zehn Plätze für Promovierende.
Der Beirat wird paritätisch besetzt: Männer können nur berufen werden, wenn ihr Anteil dadurch 50 Prozent der Mitglieder nicht überschreitet.
Wenn Beiratsplätze neu zu besetzen sind, werden die Attac-Arbeitszusammenhänge (Koordinierungskreis, Rat, Bundesbüro, anerkannte Arbeitsgruppen auf Bundesebene und der Beirat selbst) um Vorschläge für Mitglieder gebeten. Gegen die Aufnahme neuer Mitglieder oder Verlängerungen der Mitgliedschaft können aus dem Beirat und dem Koordinierungskreis Vetos eingelegt werden. Nötig für ein Veto sind zehn Prozent der Stimmen des Gremiums. Der Beirat erstellt aus den Vorschlägen geschlechterquotierte Listen, nach denen die vorgeschlagenen Personen entsprechend der Regel (maximal 50 Prozent Männer) angefragt werden. Dabei sollen möglichst die Expertise der Ausscheidenden ersetzt und gegebenenfalls neue wichtige Themenfelder berücksichtigt werden. Die Listen werden dem Koordinierungskreis zur Entscheidung vorgelegt.
Arbeitsweise
Zur internen Kommunikation nutzt der Beirat eine eigene Mailingliste mit Vertreter*innen des Attac-Koordinierungskreises und des Büros. Darüber hinaus finden jährlich eine gemeinsame Videokonferenz und ein Treffen (möglichst im Rahmen einer Attac-Veranstaltung) statt, an denen Mitglieder des Attac-Rates und des Koordinierungskreises teilnehmen. Über die Funktionsadresse beirat@attac.de können die Attac-Gremien Kontakt mit dem Beirat aufnehmen.
Zur Koordination bildet sich aus dem Beirat heraus eine quotierte Steuerungsgruppe von vier bis sechs Personen. Diese wird von einer zuständigen Person aus dem Büro unterstützt, die den Wechsel der Mitgliedschaften im Blick hat und die Kommunikation mit den Attac-Gremien und den Regionalgruppen koordiniert.
Aus dem Beirat heraus können eigene Projekte durchgeführt werden, beispielsweise Stellungnahmen, Tagungen oder Sammelbände zu aktuellen Fragen. Für die Arbeit des Beirats stellt Attac ein kleines Startbudget bereit. Der Beirat kann nach seiner Gründung zudem über Mitgliedsbeiträge beschließen.