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Attac-Gruppenleitfaden Hier findet ihr alle wichtigen Informationen für Attac-Regionalgruppen

1. Grundsätzliches zu Attac

1.1 Was sind die übergeordneten Prinzipien von Attac?

Attac ist eine Organisation zwischen Netzwerk, NGO (Nichtregierungsorganisation) und Bewegung sowie Teil eines internationalen Netzwerks mit Zweigen in über 40 Ländern. Attac setzt auf Bildung, Expertise und Aktion. Dabei streitet Attac nicht nur nach dem Motto: „Eine andere Welt ist möglich“ für seine globalisierungskritischen Inhalte, sondern strebt auch emanzipative Formen des gemeinschaftlichen Arbeitens an. Das hat Auswirkungen auf allen Ebenen in Attac, nicht zuletzt in den Regionalgruppen, wo engagierte Menschen direkt aufeinandertreffen. Hier sind gegenseitiger Respekt und Toleranz gegenüber verschiedenen Meinungen besonders stark gefordert. 

Folgende Punkte sind zentral:

·    Flache Hierarchien
Bei der gemeinsamen politischen Arbeit kann niemand in Attac anderen vorschreiben, was sie zu tun haben. Die Aktiven in den Gremien, örtlichen Gruppen, Arbeitsgruppen und Projekten übernehmen Aufgaben und führen diese auf der Grundlage gemeinsamer Beratungen und Beschlüsse durch.
Das Selbstverständnis von Attac und die Attac-Erklärung (siehe 1.2) bilden dafür eine wichtige Grundlage und einen verbindlichen Rahmen.

·       Konsenskultur
Wer eine gute Idee hat, muss andere dafür gewinnen. Und wer sich engagiert, hat Einfluss. Auf dieser Basis sind viele Aktivitäten für eine bessere Welt möglich. Bei den meisten Gruppen ist das Plenum das höchste Entscheidungsgremium. Stehen Entscheidungen an, so sollte dies in der Einladung zu den entsprechenden Treffen deutlich gemacht werden.
Damit haben alle die Möglichkeit, zu kommen, wenn ihnen die Sache wichtig erscheint. Attac kennt Mehrheitsentscheidungen für eher formale und Konsensentscheidungen für inhaltliche Angelegenheiten. Der Wille und die Bereitschaft zum Konsens ist wichtig für alle Attac-Gruppen. 
Attac ist eine Plattform für Menschen unterschiedlichster Ausrichtungen. Findet sich kein Konsens, bedeutet das nicht automatisch, dass ein Projekt nicht umgesetzt wird. Solange es den Attac-Grundsätzen (siehe 1.2) nicht widerspricht und sich genug Menschen finden, die mitmachen, kann jedes Projekt durchgeführt werden.
Für Näheres zu den Konsensentscheidungen siehe Punkt 2.6.

Autonomie der Gruppen

Attac lebt von aktiven, selbstständigen Gruppen vor Ort. Die Umsetzung der Attac-Themen in Form von Informations- und Bildungsarbeit ist das, was Attac und die Arbeit vor Ort ausmacht. Es existieren keinerlei Verpflichtungen, bestimmte Themen vor Ort umzusetzen. Es ist jedoch wünschenswert, dass Gruppen sich den bei Ratschlägen als wichtig bewerteten Themen anschließen. Denn dazu gibt es meistens Material für Aktionen, und jede*r kann an größeren Veranstaltungen teilhaben. Außerdem vergrößert sich die Sichtbarkeit nach außen durch jede Gruppe, die daran teilnimmt. Doch die Gruppen können hier selbst unter Berücksichtigung ihrer Fähigkeiten und Ressourcen entscheiden.

·    Bildungsanspruch
Der Bildungsauftrag von Attac ist sowohl nach innen als auch nach außen zu verstehen: Um wirkungsvoll in die Bevölkerung hinein aktiv zu werden, müssen sich die Aktiven in der Gruppe oft erst selbst Wissen über globale und lokale Zusammenhänge aneignen. Neben der  „Ökonomischen Alphabetisierung/ wirtschaftspolitischen Bildung“, die sich mit den wirtschaftlichen, finanziellen Aspekten befasst, sieht Attac einen Bildungsauftrag im Bereich gesellschaftlicher, politischer und ökologischer Zusammenhänge.
Attac steht außerdem auch für selbst gesteuerte Lernprozesse, die als Schlüssel zur Freilegung von kritischem Bewusstsein und zur praktischen Konstruktion einer „anderen Welt“ dienen.
Für Weiteres dazu siehe auch 1.3 und 3.11.

·    Geschlechtergerechtigkeit
Innerhalb von Attac wird ein Umfeld gefördert, in dem sich Frauen und alle Menschen, die von geschlechtsbezogener Diskriminierung betroffen sind, gleichberechtigt und selbstbestimmt einbringen können – und dabei sichtbar, aktiv und zahlenmäßig ebenso präsent sind wie Männer.
Außerdem geht es bei Attac darum, bei allen Themen darauf zu achten, dass Frauen und Männer in unterschiedlichem Ausmaß betroffen sein können und dass insofern auch differenzierte Lösungen gesucht werden müssen.

·    Pluralität
Bei der gemeinsamen Arbeit – sei es öffentliches Auftreten oder das Layout und die Wortwahl auf Flugblättern – hat es sich bewährt, darauf zu achten, dass Attac ein breites Netzwerk ist, in dem sich sowohl Schüler*innen als auch Rentner*innen, politisch Altgediente und Neue, Parteiangehörige und Ungebundene wiederfinden und wohlfühlen können. Im Zweifel heißt das auch, die eigenen Vorlieben und Ansichten einmal hintanzustellen und den anderen den Vortritt zu lassen.

·    Umgang mit Rechtspopulist*innen und Nationalist*innen
Wir treten gemeinsam ein für eine solidarische Welt, in der Vielfalt eine Stärke ist. Wir wenden uns deshalb gegen jede Form von Rassismus, Rechtspopulismus, nationalistische Ressentiments sowie andere Formen gruppenbezogener Diskriminierung. Aus dem Attac-Selbstverständnis (siehe 1.2) geht klar hervor, dass wir keine Bühne für Abgeordnete aus dem rechten Spektrum bieten und diese somit auch nicht dazu einladen, ihre Ansichten zu verbreiten. Der KoKreis hat das für sich so gelöst: Niemals AfD oder andere Rechtspopulisten einladen. Bei externen Einladungen zu einem Podium, auf dem z. B. auch AfD vertreten ist, muss jeweils im Einzelfall abgewogen werden, ob der Schaden (durch Aufwertung der AfD) oder der Nutzen für Attac größer ist. Bei Unsicherheiten wendet Euch an das Bundesbüro. Dort kann eine Ansprechperson aus dem Rat/KoKreis vermittelt werden.

1.2 Worauf beruhen die Attac-Grundsätze (Attac-Konsens)?

Die Grundsätze von Attac werden auch als Attac-Konsens bezeichnet. Diese sind das grundlegende, inhaltliche Selbstverständnis und zugleich die gemeinsame Klammer, die alle Gruppen und Aktiven im Netzwerk Attac Deutschland verbindet. Der Konsens wurde von den Mitgliedern entwickelt und bildet die politisch-ethische Basis der Arbeit von Attac.

Den Attac-Konsens findest du in folgenden Erklärungen:
 
1. Attac-Erklärung für eine demokratische Kontrolle der Finanzmärkte (PDF)
2. Attac-Selbstverständnis (PDF)
3. Positionspapier “Globalisierungskritik neu denken” (PDF)
 

1.3 Was sind die zentralen Arbeitsweisen von Attac?

Zu den Zielen, mit denen sich Attac beschäftigt, findest du mehr unter 1.4.
Hier wird aufgeführt, wie in Attac Themen bearbeitet werden und was wir als unseren Auftrag sehen.

1. Bildungsauftrag: 
Um gemeinsam effektiv in die Gesellschaft hineinzuwirken, können sich die Aktiven einer Regionalgruppe zunächst Wissen über globale und lokale ökonomische, soziale, politische und ökologische Zusammenhänge aneignen – und dieses Wissen auch miteinander teilen und weiterentwickeln. Wie unter 1.1 beschrieben, kann Bildungsarbeit dabei ein Schlüssel sein: Sie eröffnet Räume für kritisches Bewusstsein, fördert Austausch und Reflexion und trägt so dazu bei, gemeinsam an der praktischen Gestaltung einer „anderen Welt“ mitzuwirken. Dafür bietet Attac vielfältige Angebote.
Materialien und Fortbildungsangebote findet ihr hier: https://www.attac.de/bildungsangebot   
Siehe auch 3.11.

2. Aktionsorientierung:        
Das Ziel einer Aktion ist es, mit einem bildhaften Auftritt eine klare Botschaft zu übermitteln. Sie hat immer ein konkretes Ziel: Sie kann öffentliche Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache lenken, Informationen vermitteln, Menschen zum Handeln auffordern, Forderungen stellen sowie Öffentlichkeit zur Unterstützung unserer politischen Forderungen erzeugen. Die Aktionsform sollte euch selbst motivieren, Publikums- und Medieninteresse wecken, Nutzer*innen sozialer Medien anregen und Hintergrundberichterstattung provozieren. Wichtig ist auch die Funktion für die Gruppe: Leute einbinden, mit konkreten Aufgaben zum Mitmachen motivieren, sichtbare Erfolgserlebnisse erzielen – all das wirkt sich positiv auf das Gruppengefüge und die Stimmung aus. Die Erfahrung zeigt: Gerade für junge Leute spielt die Aktionsorientierung eine große Rolle. Mehr konkrete Aktionen bedeutet mehr junge Aktive in der Gruppe. Außerdem können mit einer gelungenen Aktion auch neue Mitglieder und Unterstützer*innen gewonnen werden.

Weiteres zu Aktionen siehe 3.6.

3. Expertise:
Expertise funktioniert in Attac auf der Basis themenbezogener Arbeitskreise und Projektgruppen (siehe 2.5) sowie durch Vernetzung mit anderen Organisationen. Analysen, Positionen und Kampagnen werden von den Aktiven in diesen Gruppen gemeinsam erarbeitet. Attac legt hier einen Wert auf Offenheit: Expertise ist nicht an formale Abschlüsse gebunden. Die Idee ist eine demokratische Erarbeitung von Wissen. Jede*r kann hier mitmachen und ist eingeladen, sich einzubringen.  
Es werden Kooperationen mit Wissenschaftler*innen angestrebt, die sich mit der jeweiligen Thematik fachlich auseinandersetzen. Gleichzeitig hat die Einbindung des Erfahrungswissens von Aktiven einen hohen Stellenwert. 
Expertise in Attac ist kollektives, partizipatives Wissen, das sich aus dem Engagement, Erfahrung und Zusammenarbei in thematischen Gruppen bildet. 
 

1.4 Welche Ziele sind wichtig für Attac?

Armut und Naturzerstörung weltweit solidarisch zu überwinden, um ein gutes Leben für alle zu ermöglichen: Das ist das Ziel von Attac. Erreichen können wir dieses Ziel nur, wenn wir uns gemeinsam auf den Weg machen, unsere Gesellschaft und Wirtschaft grundlegend sozial-ökologisch umzugestalten.

Aus diesem übergeordneten Ziel und unserer Vorstellung von dem Weg dorthin haben wir für die verschiedenen gesellschaftlichen Felder, auf denen wir uns engagieren, eigene Ziele entwickelt. Diese sind für unsere Aktivitäten bestimmend.

·    Nachhaltig wirtschaften
·    Klimagerechtigkeit
·    Gerechter Welthandel 
·    Das Öffentliche ausbauen
·    Soziale Sicherheit
·    Steuergerechtigkeit
·    Alternatives Finanzsystem 
·    Demokratie stärken
·    Frieden schaffen
·    Ein solidarisches Europa 
·    Recht auf Migration 
·    Internationale Zusammenarbeit

Näheres zu den einzelnen Zielen findet sich hier: https://www.attac.de/ziele 

2. Wie arbeitet Attac

2.1 Was ist das Attac-Netzwerk?

Dem Netzwerk von Attac gehören an:

1. Einzelpersonen (natürliche Personen)
Einzelpersonen sind Mitglieder oder aktive Nichtmitglieder, die mit den Attac-Grundsätzen, beruhend auf dem “Attac-Selbstverständnis” und der “Attac-Erklärung für eine demokratische Kontrolle der Finanzmärkte”, übereinstimmen (siehe 1.2). Sie wirken am Willensbildungsprozess mit.

2. Regionalgruppen
Die bei Attac aktiven Personen können sich in einer Kommune oder einer definierten Region zu einer Attac-Regionalgruppe zusammenschließen. Sie arbeiten eigenständig auf Basis der Attac-Grundsätze und bekommen dafür anteilsmäßig auf Grundlage der Einnahmen der Mitgliedsbeiträge im Einzugsgebiet der Gruppen Gelder und weitere Unterstützungsleistungen über das Bundesbüro zur Verfügung gestellt. Sie wirken am Willensbildungsprozess mit und wählen Delegierte für den Herbstratschlag. Siehe hierzu auch: https://www.attac.de/das-ist-attac/organisation/ratschlag 

3. Bundesweite Arbeitszusammenhänge

3.1 Bundesweite Arbeitsgruppen (AGen)
Die bundesweiten AGen bestehen aus Interessierten eines Themenbereiches, die bundesweit dazu gemeinsam arbeiten wollen. Sie müssen als AG vom Attac-Rat anerkannt werden. Diese Anerkennung muss alle zwei Jahre vom Attac-Rat bestätigt werden. Nach der Anerkennung/Bestätigung können sie auf Grundlage der Attac-Grundsätze unter ihrem Namen (Attac-AG XY) auftreten, handeln und eigenständige Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen ihres Themenbereiches betreiben. https://www.attac.de/das-ist-attac/netzwerk/bundesweite-arbeitsgruppen 

3.2 Kampagnengruppen und Projektgruppen
AGen, der Rat oder der Koordinierungskreis können Kampagnen- und Projektgruppen gründen, um zielführend ein Thema oder ein Projekt zu bearbeiten. Kampagnen- und Projektgruppen arbeiten zeitlich begrenzt und benötigen keine spezielle Anerkennung. Kampagnen- oder Projektgruppen werden entweder nach einer vorher bestimmten Zeit / einem vorher bestimmten Ereignis oder durch einen Beschluss des Gremiums / der Gruppe, das/die sie einberufen hat, aufgelöst. Das einberufende Gremium / die einberufende Gruppe kann auch beschließen, eine Projekt- oder Kampagnengruppe über einen zuvor festgelegten Zeitraum oder ein vorher festgelegtes Ereignis hinweg länger bestehen zu lassen oder vorzeitig aufzulösen. Über eine solche Änderung des Zeitpunkts der Auflösung ist die Kampagnen- oder Projektgruppe mindestens vier Wochen vorher zu informieren.

3.3 FLINTA*-Plenum
Das FLINTA*-Plenum ist ein autonomer Zusammenschluss, in dem alle Frauen, Lesben, intergeschlechtlichen und nicht-binären Menschen, trans und agender-Personen in Attac mitwirken können. Das FLINTA*-Plenum darf im Rahmen des Attac-Grundkonsenses (siehe 2.1) in eigenem Namen auftreten und handeln. Ein FLINTA*-Plenum und ein Plenum für Männlichkeitsreflexion finden auf Ratschlägen und anderen wichtigen Attac-Veranstaltungen wie z.B. der Sommerakademie als fester Tagesordnungspunkt statt. https://www.attac.de/das-ist-attac/netzwerk/attac-flinta-plenum 

3.4 Junges Attac
Junges Attac ist das autonome Jugendnetzwerk von Attac, in dem alle Attac-Aktiven unter 35 Jahren mitwirken können. Es kann im Rahmen des Attac-Konsenses eigenständig arbeiten und im eigenem Namen auftreten. Das Jugend-Netzwerk kann an der Willensbildung in Attac mitwirken. Junge Attac-Aktive können sich zu regionalen Jugendgruppen zusammenschließen.
https://www.attac.de/aktiv-werden/junges-attac/blog 

4. Mitgliedsorganisationen
Mitgliedsorganisationen sind juristische Personen, die die Attac-Grundsätze bzw. den -Konsens (siehe 2.1) unterstützen und sich durch Beschluss dem Attac-Netzwerk zugehörig erklären. Sie können ebenso wie natürliche Personen am Willensbildungsprozess von Attac mitwirken und haben ein Stimmrecht in Attac. https://www.attac.de/das-ist-attac/mitglieder/mitgliedsorganisationen 

Wer alles ganz genau noch einmal nachlesen möchte, findet hier die Regelsammlung: https://www.attac.de/das-ist-attac/organisation/regelsammlung 

2.2 Was ist das FLINTA*-Plenum?

Selbstverständnis des Attac-FLINTA*Plenums 

‚Ist eine eigene Organisierung von Frauen oder FLINTA* überhaupt noch nötig?‘ werden wir oft gefragt. ‚Hat sich die Gleichstellung weiblich gelesener Menschen in den letzten 50 Jahren nicht rasant verbessert? Quotierung, Kanzlerin, #metoo–Debatte, geschlechtersensible Sprache – das ist doch alles in der Mitte der Gesellschaft angekommen‘.

Und es stimmt ja: Die Frauenbewegung ist eine der erfolgreichsten sozialen Bewegungen des 20. Jahrhunderts und hat alle Gesellschaftsschichten erfasst. Sie hat nicht nur bessere Lebensbedingungen für Frauen* erkämpft, sondern auch unsere Ideen von Zusammenleben erheblich verändert. Gerade diese Erfolge haben aber dazu geführt, dass die Angriffe auf unsere erkämpften Rechte durch rechte und konservative Kräfte in der letzten Zeit zugenommen haben.

Im Übrigen bleibt – wie alle FLINTA* alltäglich erfahren – noch viel zu tun. Die Entgelt-Diskriminierung ist kaum geringer geworden, die Repräsentanz von weiblich gelesenen Personen muss immer noch durch Quotierung gesichert werden und hat in keinem öffentlichen Bereich 50 Prozent erreicht, die bezahlte und unbezahlte Care-Arbeit ist immer noch zum überwiegenden Teil weiblich. Zugänge zu materiellen Ressourcen und Wirtschaftsmacht sind nach wie vor einer weißen männlichen Elite vorbehalten. Und sowohl Frauen als auch alle, die nicht in die heteronormative Geschlechterordnung passen, erleiden Diskriminierung und Gewalt. Wir müssen also weiter kämpfen, und deshalb ist eine eigene Organisierung weiterhin notwendig. Das Attac-FLINTA*Plenum eröffnet innerhalb von Attac einen geschützten Raum für die gemeinsame Anstrengung zur Schaffung von tatsächlicher Geschlechtergerechtigkeit. Dieser Kampf kann – so unsere Überzeugung – nur feministisch und antikapitalistisch sein.

Alle Informationen zum Attac-FLINTA*-Plenum

2.3 Was ist Junges Attac?

Junges Attac ist das 2020 neu gegründete Jugendnetzwerk von Attac und damit die Nachfolge von „Noya“ (Network of Young Altermondialists).

Junges Attac beteiligt sich an Großaktionen und an dezentralen Aktionstagen, um ungehorsam und direkt die Welt mitzugestalten. Dabei macht das Jugendnetzwerk verschiedene Perspektiven sowohl in der Gesellschaft als auch innerhalb der Bewegung deutlich. Zudem bringt Junges Attac seine Sichtweisen auch in Attac ein und gestaltet das Netzwerk so aktiv mit. Es setzt sich für ein in den Bewegungen verankertes und aktionsorientiertes Attac ein, das eine Globalisierungskritik auf Höhe der Zeit vertritt.

Junges Attac ist bundesweit über eine Signal-Gruppe vernetzt und organisiert monatliche Videokonferenzen, um zu besprechen und zu koordinieren, was in der nächsten Zeit ansteht und welche Gelegenheiten es gibt, aktiv zu werden. Zudem gibt es Ortsgruppen (vergleichbar mit Regionalgruppen), welche auch eigene Aktionen, Bündnisarbeit und Veranstaltungen planen. Junges Attac ist darüber hinaus aktiv in den sozialen Netzwerken Instagram (@junges.attac) und Mastodon (@junges_attac@todon.eu). Wenn du aktiv werden willst oder noch Fragen hast, melde dich über die genannten Kanäle oder schreibe eine E-Mail an jungesattac@attac.de.

Das Motto von Junges Attac lautet: „Wir sind antifaschistisch und antikapitalistisch und kämpfen für das gute Leben für alle – gegen den Klimawandel und für gerechten Welthandel“. 

2.4 Welche Gremien gibt es bei Attac?

Attac versteht sich als Bewegungsorganisation, die sich bewusst anders organisiert als klassische Parteien oder hierarchische Organisationen und vielmehr emanzipatorische Formen des gemeinschaftlichen Arbeitens anstrebt.

Der Ratschlag

Der Ratschlag ist das höchste Entscheidungsgremium von Attac. Er trifft sich mindestens zweimal jährlich. Der Ratschlag im Frühling findet in der Regel online statt und der im Herbst in Präsenz. Während des Ratschlags wird das aktuelle Awarenesskonzept von Attac berücksichtigt (siehe 4.).

Der Attac-Ratschlag ist ein öffentliches Treffen aller interessierten Menschen aus den Mitgliedsorganisationen, Regionalgruppen sowie den bundesweiten Arbeitsgruppen und aktiver Nichtmitglieder. Alle Anwesenden haben, egal ob Attac-Mitglieder oder nicht, Rede- und Stimmrecht.

Regeln zur Entscheidungsfindung siehe: https://www.attac.de/fileadmin/user_upload/bundesebene/attac-strukturen/250405_b_Regelsammlung.pdf, ab Seite 9 folgende.

Auf dem Herbstratschlag werden unter anderem der Haushalt verabschiedet und Wahlen zu den Gremien durchgeführt.Bei diesen beiden Abstimmungen sind nur die Delegierten stimmberechtigt. Im Frühjahr werden inhaltliche Punkte diskutiert, bundesweite Arbeitszusammenhänge vorgestellt und Erfahrungen ausgetauscht. Beide Treffen sind öffentliche Vollversammlungen und sollen dem Austausch und der Abstimmung von inhaltlichen Vorschlägen dienen.

Der Rat ist für die Einberufung und Vorbereitung des Ratschlags verantwortlich. Er beauftragt für die Vorbereitung eine Ratschlagsvorbereitungsgruppe.

Delegierte für den Ratschlag

Attac-Gruppen, Mitgliedsorganisationen und bundesweite Arbeitsgruppen bestimmen für Mehrheitsabstimmungen und Personenwahlen auf dem Ratschlag Delegierte. Sie bestimmen das Wahlverfahren selbstständig, wobei der Grundsatz der Quotierung gilt.

Zur Verteilung der Delegiertenstimmen auf dem Ratschlag:

  • Attac-Gruppen mit bis zu 100 Mitgliedern im Attac-Netzwerk erhalten zwei Delegiertenplätze. Diese sind zu quotieren.
  • Attac-Gruppen mit über 100 Mitgliedern im Attac-Netzwerk bekommen vier Delegiertenplätze. Diese sind zu quotieren.
  • Die bundesweit tätigen Mitgliedsorganisationen erhalten jeweils zwei Delegiertenplätze. Diese sind zu quotieren.
  • Bundesweite Arbeitszusammenhänge erhalten jeweils zwei Delegiertenplätze. Diese sind zu quotieren.
  • In jeder Region (Süd, West, Nord, Ost und Mitte) erhalten die junges Attac-Regionalgruppen zusammen zwei Delegiertenplätze. Diese sind zu quotieren.

Attac-Regionalgruppen, Mitgliedsorganisationen und bundesweite Arbeitszusammenhänge schicken dem Bundebüro eine Liste all ihrer Delegierten für den Ratschlag. Die Anmeldung der einzelnen Delegierten sowie die Liste der Delegierten müssen bis spätestens zwei Tage vor dem Ratschlag beim Bundesbüro vorliegen. Die Ratschlagsvorbereitungsgruppe kann auch längere Fristen setzen. Nur wer als Delegierte*r angemeldet ist und auf der jeweiligen Liste steht, ist auf dem Ratschlag delegiert.

Eine Person kann pro Ratschlag nur einen Delegiertenplatz von einer Attac-Gruppe wahrnehmen, selbst wenn die Person von mehreren Attac-Gruppen delegiert wird. Die Person muss sich also im Vorhinein entscheiden, welchen Delegiertenplatz sie wahrnimmt.

Fristen und Vorbesprechung

https://www.attac.de/fileadmin/user_upload/bundesebene/attac-strukturen/240414_Regelsammlung.pdf, s. S. 6.

Dokumentation

Die Beschlüsse des Ratschlags werden in einem Beschlussprotokoll festgehalten und in ein "immerwährendes Beschlussprotokoll" eingefügt. https://www.attac.de/ratschlag/archiv/protokolle

Der Rat

Ein Arbeitsgremium

Der Attac-Rat trifft sich rund viermal im Jahr. Er ist ein Arbeitsgremium. Die Sitzungen können in Präsenz oder online durchgeführt werden. Er soll die Ideen und Vorstellungen aller Teile von Attac zusammenbringen und dem generellen Austausch dienen. In diesem Rahmen können Diskussionen über aktuelle politische Themen geführt werden. Des Weiteren soll er die Attac-Gruppen bei ihrer Arbeit unterstützen, den Kontakt zu anderen Attacs auf internationaler Ebene halten und auch verschiedene Großveranstaltungen in Attac und als Teil der Bewegung mit organisieren. Außerdem ist der Attac-Rat für die Anerkennung von bundesweiten Arbeitszusammenhängen, die regelmäßige Bestätigung dieser Anerkennung und die Benennung der Beauftragten des Rechtshilfefonds zuständig.

Rats-Arbeitsgruppen

Der Rat ist für sich entscheidungsfähig und kann aus seiner Mitte Arbeitsgruppen beauftragen. Zu den Rats-AGen zählen üblicherweise Gruppenunterstützung, Moderation von Mailinglisten und Diskussionsforen sowie Vorbereitungsgruppen für Ratssitzungen, Ratschläge und andere Attac-Großveranstaltungen wie der Sommerakademie. Bei diesen Arbeitsgruppen entscheidet der Rat letztendlich. Den AGen sind nach Möglichkeit ein oder mehrere Beschäftigte aus dem Bundesbüro zugeordnet. Diese übernehmen auch die Abstimmung zu diesem Aufgabenbereich mit dem übrigen Büroteam.

Alle Menschen, die sich in den Rat wählen lassen, kandidieren für mindestens eine Arbeitsgruppe von Rat oder Koordinierungskreis.

Zusammensetzung

Der Attac-Rat besteht aus den Mitgliedern des Koordinierungskreises sowie aus mehr als der doppelten Zahl weiterer Mitglieder. Die Attac-Gruppen entsenden 30 weitere Mitglieder aus den fünf Attac-Regionen (je 6 aus Nord, Süd, Ost, West und Mitte). Die Mitgliedsorganisationen entsenden zwölf weitere Mitglieder. Ferner sollen alle bundesweiten Arbeitszusammenhänge, die noch nicht durch ihre Mitgliedschaft im Kokreis vertreten sind, autonom Vertreter*innen entsenden.

Öffentlichkeit

Ratssitzungen finden Attac-öffentlich statt. Die aktuelle Zusammensetzung und die Protokolle werden auf der Attac-Website veröffentlicht.

Kandidiert ein Ratsmitglied für ein Parlament auf Landes- oder Bundesebene, muss dessen Arbeit im Rat ruhen. Wird die Person gewählt, muss die Person aus dem Rat zurücktreten.

Der Koordinierungskreis

Ein Arbeitsgremium

Der Koordinierungskreis trifft sich in der Regel monatlich. Er ist ein Arbeitsgremium. Er vertritt Attac im Rahmen der politischen Beschlüsse von Attac-Rat und Ratschlag nach außen und organisiert die Durchführung bundesweiter Aktionen und den internen Kommunikationsfluss.

Kokreis-Arbeitsgruppen

Der Koordinierungskreis ist für sich entscheidungsfähig und kann gemeinsam mit dem Rat Arbeitsgruppen beauftragen. Zu den Koordinierungskreis-AGen zählen üblicherweise Finanz-AG, Büro-AG, Internationales und Presse-AG. Bei diesen Arbeitsgruppen und allen Arbeitsfeldern mit Außenwirkung entscheidet der Koordinierungskreis letztendlich. Den AGen sind ein oder mehrere Beschäftigte aus dem Bundesbüro zugeordnet. Diese übernehmen auch die Abstimmung zu diesem Aufgabenbereich mit dem übrigen Büroteam. Hinsichtlich der Aufgabenfelder der AGen übernimmt der Koordinierungkreis auch eine koordinierende Rolle. Ansonsten kümmert er sich um politische und strategische Impulse für Attac und initiiert die entsprechenden politischen Prozesse.

Zusammensetzung

Der Koordinierungskreis besteht aus bis zu 25 Mitgliedern. 14 Mitglieder entsenden die Attac-Gruppen (je 2 davon einzelnen Regionen Nord, Ost, Mitte, West und Süd), sechs die Mitgliedsorganisationen und fünf die bundesweiten Arbeitsgruppen. Kandidiert ein Koordinierungskreismitglied für ein Parlament auf Landes- oder Bundesebene, muss dessen Arbeit im Koordinierungskreis ruhen. Wird die Person gewählt, muss die Person aus dem Koordinierungskreis zurücktreten.

Das Büro, die Geschäftsstelle

Die Arbeitgeberfunktion gegenüber dem Büro nimmt der Koordinierungskreis wahr. Das Büro wird vom Koordinierungskreis eingesetzt und kontrolliert.

Politisch wegweisende Entscheidungen werden nicht vom Büro getroffen. Seine Hauptaufgabe ist es, die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Attac-Aktiven in den bundesweiten Arbeitszusammenhängen, Gruppen und Gremien zu unterstützen und die verwaltungstechnische Infrastruktur sicherzustellen. Es ist kein „Politbüro“ und keine Entscheidungszentrale, sondern ein wichtiger Knotenpunkt in Attac.

Die Arbeit des Büros wird regelmäßig rückgekoppelt und abgesprochen mit der Büro-AG des Koordinierungskreises, die aus vier Mitgliedern besteht und rotierend besetzt werden soll, so dass alle Koordinierungskreis-Mitglieder intensiven Einblick bekommen können. Die Pressearbeit wird in enger Abstimmung mit der Presse-AG des Koordinierungskreises organisiert. Haushaltsrelevante Finanzentscheidungen trifft die Finanz-AG des Koordinierungskreises.

Die fest angestellten Beschäftigten haben kein Vetorecht in den Gremien. Es gibt einen Betriebsrat.

Die Schlichtungskommission

Die Schlichtungskommission soll Streitigkeiten innerhalb von Attac klären. Sie kann aufgerufen werden, um zu klären, ob eine unter 3.3.1 genannte Maßnahme entsprechend der Regelsammlung und des Selbstverständnisses gerechtfertigt ist. Außerdem wird sie bei Hinweisen auf Verstöße gegen den Konsens hinzugezogen.

https://www.attac.de/fileadmin/user_upload/bundesebene/attac-strukturen/240414_Regelsammlung.pdf, s. S. 8

Die Schlichtungskommission besteht aus fünf Mitgliedern. Die Mitglieder werden vom Ratschlag im Rahmen der jährlichen Wahlen für drei Jahre gewählt. Dem Gremium gehören jeweils mindestens zwei FLINTA*-Personen und Männer an.

Um die eigenständige Willensbildung zu unterstützen, dürfen der Schlichtungskommission keine Koordinierungskreis-Mitglieder angehören. Die Schlichtungskommission tritt nach ihrer Wahl unverzüglich zusammen und bestimmt eine Ansprechperson.

https://www.attac.de/fileadmin/user_upload/bundesebene/attac-strukturen/240414_Regelsammlung.pdf, s.S. 12-15

2.5 Wie kann ich mich bundesweit vernetzen?

1. Innerhalb der Regionalgruppen:
Für die Arbeit vor Ort kann es interessant sein, mit welchen Themen sich andere Attac-Regionalgruppen gerade auseinandersetzen. Vielleicht gibt es genau zu dem Thema, das ihr gerade bearbeitet, eine interessante Aktion oder ein gutes Positionspapier.

Wenn ihr herausfinden wollt, welche Attac-Gruppen es gibt und welche sich in eurer Nähe befinden, damit ihr euch innerhalb eines Bundeslandes  vernetzen könnt, findet ihr auf der Übersichtsseite der Regionalgruppen alle aktiven Gruppen und deren Kontaktdaten. 

Außerdem könnt ihr über die Gruppen-Nachrichten per Mail mit anderen Gruppen Kontakt aufnehmen und euch natürlich im Bundesbüro bei der Gruppenunterstützung (s.o.) melden. Alle Listen für Informationen und Möglichkeiten zur Vernetzung findet ihr hier: https://www.attac.de/aktiv-werden/newsletter-mailinglisten (nach Anmeldung für die Gruppen-Nachrichten-Seite bekommst du die Informationen automatisch zugeschickt und kannst selbst Informationen weiter geben.)  

In manchen Regionen finden regelmäßig Regionaltreffen statt. Wenn ihr wissen wollt wo, findet ihr das auf der Seite “Regionale Attac-Treffen”. Wenn es bei euch in der Region kein Regionaltreffen gibt, könnt ihr gerne eines (mit-)organisieren. Meldet euch dazu einfach bei der Gruppenunterstützung

Eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Attacis zu vernetzten, sind die bundesweiten Ratschläge. Dort gibt es meistens auch Vernetzungstreffen für Regionalgruppen. Die Ratschläge finden im Frühjahr als Online-Treffen statt und im Herbst in Präsenz an wechselnden Orten. Die aktuellen Infos dazu findet ihr auf der Ratschlagsseite.
 
2. Zu den bundesweiten Arbeitszusammenhängen / Arbeits- oder Projektgruppen:
Wenn ihr wissen wollt, zu welchen Themen es bundesweite Arbeitszusammenhänge in Attac gibt, findet ihr das auf der Seite zu den bundesweiten Arbeitsgruppen: https://www.attac.de/das-ist-attac/netzwerk/bundesweite-arbeitsgruppen.  
Hier findet ihr auch die Kontaktdaten zu den Gruppen. 

Die bundesweiten Arbeitsgruppen (AGen) in Attac Deutschland sind thematische Zusammenschlüsse von Aktiven, die sich intensiv mit einem bestimmten politischen Schwerpunkt auseinandersetzen – etwa Finanzmärkte, Steuergerechtigkeit, Klimagerechtigkeit, Demokratie, Handelspolitik u.a.
Sie sind eigenständig, basisdemokratisch organisiert und gehören zum aktiven Netzwerk von Attac.

Wie arbeiten die bundesweiten AGen konkret?
• Themenspezifisch & inhaltlich fundiert
• Jede AG konzentriert sich auf ein politisches Thema oder Feld (z. B. „AG Finanzmärkte“, „AG Konzernmacht“, „AG Digitalisierung“).
• Die Gruppen analysieren politische Entwicklungen, entwickeln Positionen und schreiben Texte, Analysen oder Forderungspapiere.
• Sie stehen oft in Austausch mit anderen sozialen Bewegungen, Wissenschaft, NGOs usw.

3. Zu den Bündnispartnern/Mitgliedsorganisationen:
Attac ist ein breites gesellschaftliches Bündnis, das von Ver.di und der GEW über den BUND und Pax Christi bis hin zu kapitalismuskritischen Gruppen unterstützt wird. Alle diese Organisationen sind auch immer potenzielle Bündnispartner vor Ort. Eine Übersicht findet sich hier: https://www.attac.de/das-ist-attac/mitglieder/mitgliedsorganisationen 

Wo Attac Deutschland aktiv ist oder zu welchen Themen der bundesweite Koordinierungskreis, der Attac in den Bündnissen vertritt, Erklärungen mit unterstützt, können auf der Seite zu Solidaritätserklärungen und Petitionen nachgelesen werden. Auch das kann interessant für eure Arbeit vor Ort sein. Siehe: https://www.attac.de/das-ist-attac/organisation/kokreis/beschluesse 

Ratschlag, Rat und Kokreis:
Vernetzungen der Gruppen ergeben sich  auch über die Mitarbeit bei den Ratschlägen, im Rat oder Kokreis, siehe 2.4. 

2.6 Wie werden bei Attac Entscheidungen getroffen? Konsenskultur

In der Anfangsphase einer Gruppengründung und bei den ersten gemeinsamen Aktivitäten scheint es nicht so relevant, wer eigentlich „dazugehört“. Doch spätestens wenn nach einiger Zeit Entscheidungen getroffen werden müssen, stellt sich die Frage nach der Gruppenzugehörigkeit. Für die Mitarbeit in Attac ist es nicht entscheidend, ob jemand formales Attac-Mitglied ist. Die informelle Mitgliedschaft ergibt sich daraus, dass Aktive einfach kommen und mitmachen.
Inhaltliche Entscheidungen einer Gruppe können besonders gut durch Konsensverfahren getroffen werden. Im Gegensatz zu Mehrheitsentscheidungen kommt es seltener dazu, dass sich eine Fraktion gegenüber einer anderen durchsetzt, da eine gleichberechtigte Einbeziehung aller Gruppenmitglieder und deren aktive Teilnahme ermöglicht wird.
Eine Konsensentscheidung führt darüber hinaus zu dem positiven Effekt eines Konsensdruckes, der die inhaltliche Diskussion anregt. Dadurch hängen Entscheidungen in höherem Maße von der Qualität und Überzeugungskraft der Argumente ab. Dies entspricht auch dem Anspruch von Attac einen gesellschaftlichen Raum zu bilden, „in dem politische Lern- und Erfahrungsprozesse ermöglicht werden“ und „unterschiedliche Strömungen emanzipatorischer Politik“ diskutiert werden. (s. Attac-Selbstverständnis und Regelsammlung)

Ein Konsens gilt dabei als erreicht, wenn niemand widerspricht (ein Veto einlegt) – Konsens meint aber nicht, dass alle zustimmen. In den bundesweiten Arbeitszusammenhängen ist das meist dahingehend abgeändert, dass von Konsens gesprochen wird, wenn nicht mehr als 10 Prozent der Anwesenden ein Veto eingelegt haben. Das basiert auf dem Grundsatz: Wir machen die Dinge, über die wir uns einig sind, gemeinsam. Die anderen, über die wir uns nicht einig sind, machen wir jeweils in unserem eigenen Namen.

Die Konsensfindung geschieht in fünf Schritten:
1. Problem klären, Entscheidungsfrage formulieren, Diskussion
Ein wichtiger Faktor bei der Gestaltung eines Konsensfindungsprozesses ist eine gut vorbereitete Moderation. In der ersten Stufe der Konsensfindung wird der zu beschließende Gegenstand, z.B. ein Positionspapier, die Entscheidung über die Beteiligung an einem Bündnis, ein Arbeitsschwerpunkt usw. (der Einfachheit halber „Vorschlag“ genannt), vorgestellt und beraten/diskutiert. Dabei ist es Aufgabe der Moderation, nach einer angemessenen Zeit der Aussprache Übereinstimmungen und Dissense jeweils zu bündeln und festzuhalten.

2. Dissense, Lösungsvorschläge erarbeiten, Diskussion, Konsensfindungsgruppe
Die zweite Stufe ist den Dissensen gewidmet. Damit das jeweilige Gremium einen Überblick von den „Kräfteverhältnissen der Überzeugungen“ erhalten kann, empfiehlt es sich zu Beginn dieser Phase oft, ein Meinungsbild zu erstellen. Dabei ist wichtig: Ein Meinungsbild ist immer eine unverbindliche Orientierungshilfe. Es ersetzt auf keinen Fall die verbindliche Entscheidung über den zu beschließenden Vorschlag. Allerdings gilt natürlich auch: Falls ein Meinungsbild bereits einen Konsens dokumentiert, kann unmittelbar nach Erstellung des Meinungsbildes über den Vorschlag entschieden werden.
Ein Meinungsbild sollte im Übrigen immer dann erstellt werden, wenn jemand aus der Versammlung dies wünscht. In einer auf Dissense konzentrierten Diskussion besteht die Aufgabe des Beschlussgremiums nun darin, kompromissfähige Positionen für die strittigen Punkte zu suchen. Die Erfahrung zeigt, dass dies in den meisten Fällen gelingt.

3. Konsensfindungsgruppe
Falls nicht, wird in der dritten Stufe eine „Konsensfindungsgruppe“ eingesetzt. Diese besteht aus Vertreter*innen aller kontroversen Positionen sowie wiederum einer Moderation. Aufgabe dieser Gruppe ist es, innerhalb einer vorgegebenen Zeit dem Entscheidungsgremium einen Kompromissvorschlag zur Beschlussfassung vorzulegen. Gelingt dies, wird einem Konsensbeschluss nichts im Wege stehen.

4. Erweiterte Konsensfindungsgruppe
Falls nicht, kann in der vierten Stufe der Prozess der dritten Stufe, ggfs. in einem erweiterten Personenkreis und mit mehr Zeit, wiederholt werden.

5. Konsensermittlung
In der letzten Stufe wird über den Vorschlag entschieden. Dabei gibt es für jede*n einzelne*n Beteiligte*n prinzipiell mehrere Möglichkeiten, über einen Vorschlag zu beschließen. Auf Bundesebene gibt es z.B. vier Stufen der „Zustimmung“ und das Veto, die meist mittels farbiger Karten angezeigt werden.
a.    Volle Zustimmung zu dem Vorschlag
b.    Grundsätzliche Zustimmung zu dem Vorschlag
c.    Enthaltung (z.B. zu wenig Kenntnisse für ein Urteil)
d.    (erhebliche) Bedenken (z.B. grundsätzlich dagegen, aber nicht so elementar wichtig, wenn es von den anderen nur Zustimmung gibt)
e.    VETO (vollständige Ablehnung, z.B. „diesen Beschluss kann ich auf keinen Fall mittragen, ich befürchte durch die Annahme des Vorschlags Schaden für Attac“…). Das Veto eines oder einer kleinen Zahl von Gruppenmitgliedern blockiert den Konsens. Deshalb soll damit sehr verantwortlich umgegangen werden. Wer ein Veto einlegt, muss bereit sein, es zu begründen und an einer Lösungssuche mitzuarbeiten, die die vorgebrachten Bedenken berücksichtigt.

Bei kleineren Gruppen reichen zur Konsensermittlung drei Möglichkeiten der Zustimmung (Zustimmung, Enthaltung, Bedenken).
Es ist schön, für ein wichtiges Anliegen die Unterstützung der ganzen Gruppe zu bekommt. Wenn das nicht gelingt, gibt es jedoch immer noch Möglichkeiten, mit Gleichgesinnten aktiv zu werden.

Hier noch einige Empfehlungen, die Entscheidungsfindungsprozesse erleichtern:
-    Sich kurz fassen, damit alle zu Wort kommen können,
-    aus der eigenen Perspektive sprechen (kein vereinnahmendes „wir“),
-    zuhören, nachfragen,
-    eine Haltung gegenseitiger Unterstützung und Kooperation einnehmen,
-    Transparenz über Entscheidungsfindungsprozesse,
-    gute Rahmenbedingungen: Moderation, Zeitgeber*in, Protokoll, Pausen.

Wenn eine Gruppe größer wird, sollte darüber nachgedacht werden, welche Entscheidungen von der Gesamtgruppe getroffen werden sollen und welche in die Verantwortung von Untergruppen oder eines regionalen KoKreises gegeben werden können.

3. Alles zu Regionalgruppen

3.1 Wie sind Attac Regionalgruppen aufgebaut?

Prinzipiell gibt es keine feste Organisationsform für Regionalgruppen bei Attac. Jede Gruppe kann für sich selbst herausfinden, wie sie am besten arbeiten kann und möchte. Es hängt auch von der Gruppengröße ab, welche Struktur gut passt.

1. Das Plenum
Das Plenum ist der Raum, in dem inhaltliche Debatten geführt und anstehende Projekte und Aktionen besprochen werden. Auch der Austausch über Bündnisarbeit, die übrige Attac-Welt sowie bundesweite und internationale Entwicklungen hat dort einen Raum. Zum Plenum können alle Interessierten und Aktiven kommen. Es trifft sich i.d.R ein bis zwei Mal im Monat, meistens in Präsenz, aber auch online über Videokonferenzen. Wenn es kein spezielles Angebot für Neue gibt, ist das Plenum für diese die erste Anlaufstelle. Hier sollte auch immer Raum und Zeit für den persönlichen Austausch und das Wohlfühlen in der Gruppe sein.

2. Die Arbeitsgruppen (AGen):
Für die intensive Arbeit an einzelnen Themen oder zur Vorbereitung größerer Aktivitäten, z.B. Vorbereitung einer Aktion und Öffentlichkeitsarbeit dazu, kann es sinnvoll sein, temporär oder auch über einen längeren Zeitraum hinweg Arbeitsgruppen (AGen) zu bilden. Sie machen Attac-Gruppen arbeitsfähig, Dabei ist  es ist sinnvoll, die Energie und Kapazitäten auf wenige AGen zu fokussieren, um sicherzustellen, dass sie funktionieren. Vergrößern lässt sich die Vielfalt der AGs immer noch. 
Ziel von Arbeitsgruppen ist die inhaltliche Auseinandersetzung mit einem Thema oder Politikfeld. (Beispiel: AG Finanzmärkte, AG zu einem lokalem Thema xy). Der Fokus kann auf der Entwicklung von Strategien, Bildungsmaterialien und Forderungen zum jeweiligen Thema liegen oder lediglich zum inhaltlichen Austausch dienen. Es kann von Vorteil sein, wenn sich eine AG nur mit einem klar umgrenzten Projekt beschäftigt, zu dem Treffen, Veranstaltungen und Aktionen gemacht werden, und das nach innen und außen kommuniziert. Eine Klarheit über Ziele, Strategien und Maßnahmen hilft auch der AG selbst, stringent zu arbeiten.
Eine Vernetzung mit der entsprechenden bundesweiten AG erscheint oft sinnvoll. Weiter ist wichtig, dass der Austausch zwischen den AGen und eine gemeinsame Diskussion über die Strategie der jeweiligen AG immer wieder von der ganzen Gruppe geführt werden. Damit verhindert ihr unnötige Doppelarbeit und gewährleistet, dass die Attac-Gruppe sich nicht verzettelt. 
Ein Nachteil bei inhaltlichen arbeitenden AGen ist es, dass die Integration Neuer mit zunehmendem Wissen der dort engagierten Menschen schwierig ist. Entweder muss für jede neue Person „bei Null“ angefangen werden – was nicht im Sinne einer AG sein kann – oder die Neuen fühlen sich leicht ausgeschlossen. Deshalb dürft ihr die Frage, wie sich Neue engagieren können, ohne den gesamten Prozess aufzuhalten, nicht aus den Augen verlieren (Vorschlag: Ein*e Pat*in kann hilfreich sein).
Aus den AGen heraus können auch Projektgruppen gebildet werden. Diese arbeiten an der konkreten Umsetzung eines Projekts, sind zeitlich befristet und arbeiten dadurch eher temporär und nicht dauerhaft.

3. Der Koordinierungskreis:
Vor allem bei größeren Regionalgruppen kann es sinnvoll sein, einen Koordinierungskreis zu bilden, der die verschiedenen Aktivitäten der Gruppe zusammenhält und sich um organisatorische Fragen sowie die Kommunikation mit der übrigen Attac-Welt kümmert und auch das Plenum vorbereitet. Gibt es keinen Koordinierungskreis, sollte es zumindest eine kleine Gruppe oder eine Person geben (die Rolle kann rotieren), die das Plenum vorbereitet. Es kann sinnvoll sein, bestimmte Aufgaben (z.B. Homepage, Pressearbeit) an einzelne Personen zu geben, die sich selbstverantwortlich aber in Rückkoppelung mit dem Koordinierungskreis oder dem Plenum darum kümmern.
Typische Aufgaben für einen Koordinierungskreis sind:
-    Vorbereitung von Plena (Raum, Moderation, Protokoll etc.)
-    Interne Kommunikation (Einladungen per Mail und Messengerdienste wie Signal, offenes Ohr, weiterleiten von wichtigen Infos)
-    Infos von internationaler Ebene und von Bundesebene (KoKreis, Rat, Büro) einholen und weiterleiten
-    Kontakt und Überblick von AGen
-    Externe Kommunikation (Website, ggf. Social Media)
-    Beantworten von Anfragen, Kontakt zu Referent*innen
-    Außenvertretung: Pressearbeit, Bündnisgespräche etc. Dabei können mehr Leute außerhalb des KoKreises mitmachen, jedoch nur mit Absprache!
-    Finanzen im Blick behalten
 

3.2 Wie organisieren sich Regionalgruppen/Funktionen

Damit eine Attac-Gruppe gut funktioniert, gibt es unterschiedliche Aufgaben zu erledigen. Dafür braucht es Leute, die zuverlässig bestimmte Aufgaben übernehmen. Das ist keine überflüssige Formalität, sondern erleichtert die Kommunikation. An diese Personen wenden sich die Mitarbeiter*innen des Bundesbüros (und umgekehrt), wenn es um die Website, um die Finanzen, Adresslisten, Materialbestellung oder die Pressearbeit geht. Es geht nicht darum, wer worüber zu bestimmen hat, sondern um eine zuverlässige Arbeitsteilung und die klare Übernahme bestimmter Verantwortungsbereiche. Natürlich hält Attac den bürokratischen Aufwand so gering wie möglich, aber in einigen organisatorischen Bereichen braucht das Bundesbüro diese Ansprechpersonen, die erreichbar sein und von denen aus rechtlichen Gründen (Datenschutz, Finanzamt usw.) Verantwortlichkeiten und entsprechende Unterschriften vorliegen müssen. Daher sollte jede Gruppe die folgenden Funktionen verteilen und die entsprechenden Formulare ausgefüllt per Mail, Fax oder Brief ans Bundesbüro schicken. Dabei kann auch eine Person mehrere Funktionen übernehmen.

Die Anmeldeformulare findest du hier.

Bitte denkt auch daran, Änderungen bei den Zuständigkeiten oder den Adressen an das Büro weiterzugeben.

Folgende Funktionen gibt es in einer Attac-Regionalgruppe zu besetzen:
•                  Ansprechperson
Die erste Funktion innerhalb von Attac- Gruppen ist der*die Ansprechpartner*in. An diese Person können sich Leute vor Ort wenden, die sich für die Gruppe interessieren. Außerdem wendet sich das Bundesbüro an die Ansprechpersonen, wenn es Fragen im Zusammenhang mit der Gruppe gibt. Zum Beispiel: Ihr habt noch keine Abrechnung gemacht, aber euer*e Finanzverantwortliche*r ist nicht zu erreichen, haben sich da die Daten geändert?
Einmal pro Jahr werden die Ansprechpersonen online befragt, um zu überprüfen, ob die Daten der Funktionsträger*innen noch stimmen, wie die Situation der Gruppe ist und wo sie sich Unterstützung wünscht.
•                  Finanzverantwortliche*r
Die Finanzierung der Arbeit der Regionalgruppen erfolgt anteilsmäßig auf Grundlage der Einnahmen der Mitgliedsbeiträge im Einzugsbereich der Gruppe. Die Mittel werden in der Regel nach Ablauf jedes Quartals berechnet und überwiesen. Abweichungen von der Regel werden jeweils auf dem Herbstratschlag entschieden.  Der*Die Finanzverantwortliche schickt vierteljährig die Originalbelege mit Kommentaren an das Bundesbüro. Attac muss gegenüber dem Finanzamt die ordnungsgemäße Verwendung der Spenden belegen, deshalb brauchen wir Belege darüber, wofür das Geld ausgegeben wurde. Für diese Rechenschaft Attac gegenüber sind die Finanzverantwortlichen der Gruppen zuständig. Sie müssen ein entsprechendes Formular unterschreiben und an das Bundesbüro schicken. Nur dann kann der Gruppe ihr Anteil an den Mitgliedsbeiträgen ausgezahlt werden. Die finanzverantwortliche Person sammelt die Belege für die Ausgaben und Einnahmen der Gruppe und führt Buch darüber. Für diese Aufgabe sind Zuverlässigkeit und genaues Arbeiten besonders wichtig.
Was die Gruppe mit ihren Finanzen anfängt, entscheidet weder ihre Ansprechperson noch ihr*e Finanzverantwortliche*r, sondern die Gruppe als Ganzes (im Rahmen der satzungsgemäßen und steuerrechtlichen Grenzen).
•                  Materialverantwortliche*r
Attac gibt eine Fülle von Materialien zu einzelnen Themen heraus. Der Versand von aktuellen Flugblättern, Plakaten, Stickern und anderem läuft über den Webshop (https://shop.attac.de). Zusätzlich werden u.a. die kurzen Attac-Basistexte zu einzelnen Schwerpunkten, Bücher, Broschüren und auch Shirts verkauft. Gruppen bestellen im Web-Shop über ihr Gruppenkonto bei der GLS Bank. Dafür muss der*die Materialverantwortliche die Daten eures GLS- Gruppenkontos einmal per Hand ins System eintragen. Da Bücher der Buchpreisbindung unterliegen, dürfen sie nur zum offiziellen Ladenpreis verkauft werden. Dazu muss der*die Materialverantwortliche ein sog. Preisbindungsrevers unterzeichnen. Eure bestellten Materialien bezahlt ihr per Bankeinzug – direkt vom Gruppenkonto. 
•                  Webverantwortliche*r
Die meisten Menschen, die sich für (lokale) Aktivitäten von Attac interessieren und sich selbst engagieren wollen, informieren sich als erstes im Internet; deshalb gibt es auf der Attac-Homepage für jede Gruppe automatisch eine Web-Visitenkarte. Darauf ist die Ansprechperson der Gruppe genannt, es wird die von der Gruppe angegebene E-Mail-Adresse angezeigt und es gibt ggf. einen Link zu ihrer Homepage. Jede Gruppe kann eine E-Mail-Adresse mit ihrem Namen (musterstadt@attac.de) und eine Homepage auf dem Attac- Server bekommen (www.attac-netzwerk.de/musterstadt), die sie über das TYPO3- System mit Inhalt füttern kann. Dieses Content- Management-System ist einfach zu bedienen, und das Webteam im Bundesbüro bietet entsprechende Fortbildungen an. Auch für diesen Bereich benötigt das Bundesbüro eine feste Ansprechperson. Für die Einrichtung  und bei Fragen steht das Webteam unter webteam@attac.de zur Verfügung.
•                  Adressverantwortliche*r
Viele Menschen interessieren sich für Attac und werden eventuell auch Mitglied, obwohl sie nicht die Zeit haben, regelmäßig in einer Gruppe mitzuarbeiten. Trotzdem kommen sie vielleicht gerne zu einer Info-Veranstaltung oder wollen sich an einer Aktion beteiligen. Damit die Regionalgruppen diese passiven Mitglieder und Interessierten informieren können, bekommen sie (auf Anfrage) vom Bundesbüro eine aktuelle Liste der entsprechenden Personen aus ihrem Einzugsbereich, die einer Weitergabe ihrer Daten zu diesem Zweck zugestimmt haben. Diese Daten werden allerdings nur an die adressverantwortliche Person weitergegeben. Die Adressverantwortlichkeit dient dem Datenschutz. Der*Die Adressverantwortliche ist persönlich für den gewissenhaften Umgang mit den Daten verantwortlich und muss eine entsprechende Datenschutzerklärung unterschreiben, in der garantiert wird, dass die Adressen ausschließlich für Attac-interne Zwecke verwendet und keinesfalls an Dritte weitergegeben werden. Bei Ratschlägen und anderen größeren Attac-Treffen – oder auch online – werden Datenschutzschulungen angeboten. Jede*r Adressverantwortliche muss einmal in vier Jahren eine solche Schulung besuchen.
•                  Ansprechpartner*in für die Presse
Wer Attac noch nicht kennt, wird entweder durch das Internet oder durch die Presse darauf aufmerksam. Deshalb sollten Regionalgruppen ihre Termine in der Presse ankündigen und die regionalen Zeitungen zu Veranstaltungen oder Aktionen einladen. Auch wenn die Redaktionen niemanden schicken können, wird (von kleinen Regionalzeitungen) oft ein nachträglicher Bericht über die Veranstaltungen übernommen. Es ist sinnvoll, dass eine Person sich für diesen Bereich verantwortlich erklärt, ihn generell im Auge behält und verbindliche Ansprechperson für die Attac-Pressesprecherin des Bundesbüros ist, die Gruppen z.B. bei Bedarf beim Verfassen von Pressemitteilungen berät.

Alle  Formulare für die Funktionsträger*innen in Regionalgruppen findest du hier.
Bei weiteren Fragen zu den Zuständigkeiten in deiner Gruppe wende dich bitte an: regionalgruppen@attac.de
 

3.3 Wie funktioniert die Kommunikation und Moderation innerhalb einer Regionalgruppe?

Konstruktive Gesprächsatmosphäre

Für das Gelingen gemeinsamer Arbeitsprozesse und die längerfristige Arbeit in einer Gruppe ist es wichtig, darauf zu achten, wie miteinander gearbeitet und umgegangen wird. Wichtig ist ein wertschätzendes Miteinander. Wir alle sind verschieden, haben an manchen Punkten unterschiedliche Meinungen und auch die eine oder andere „Macke“, genauso wie unsere „liebenswerten Seiten“. Das zu akzeptieren ist die Basis dafür, nachzufragen, was die anderen denken oder wie sie bestimmte Aussagen gemeint haben. So ist es einfacher, einen Konsens zu finden oder auch festzustellen, wo es eben keine einheitliche Meinung in der Gruppe gibt. Es ist neben der inhaltlichen Arbeit ebenso wichtig, ein Gespür dafür zu entwickeln, wie die Atmosphäre in der Gruppe ist – und sich auch Zeit dafür zu nehmen, Konflikte zu benennen und zu klären.

Moderation und Vorbereitung

Viel Aufmerksamkeit sollte in die Vorbereitung von Treffen fließen. Hierzu gehört eine durchdachte und dennoch offene Tagesordnung ebenso wie die inhaltliche Vorbereitung von Diskussionen, damit sichtbar wird, wo die Knackpunkte liegen. 
Eine zielstrebige Moderation der Treffen ist wichtig. Zu Beginn muss Konsens darüber hergestellt werden, über welche Themen gesprochen wird und welchen Zeitrahmen die Gruppe sich gibt. Außerdem sollte klar sein, wie die Redner*innenliste geführt wird, wie die Quotierung der Liste aussieht und wie lange Einzelne sprechen dürfen. Ebenso muss geklärt werden, ob, wie und von wem Protokoll geführt wird und wie die Ergebnisse kommuniziert werden. Ein Ergebnisprotokoll mit klarer Kennzeichnung der verabredeten Aufgabenverteilung hat sich dabei als sinnvoll erwiesen.

Entscheidungsfindung siehe 2.7 und 3.5

3.4 Hilfe und Tipps bei schwierigen Situationen in der Gruppe

Gruppenprozesse brauchen Zeit und können manchmal auch schwierig und anstrengend sein. Spätestens wenn es zu persönlichen Verletzungen oder zum Streit kommt, gibt es meist den Wunsch nach einem Eingreifen der Bundesebene. Doch diese Möglichkeiten gibt es bei Attac bewusst nicht. Auch hier gilt die Autonomie der Gruppe und der Anspruch von Attac, Lösungen nach dem Konsensprinzip (siehe Punkt 2.7) zu erarbeiten. 

1. Hilfe
Falls ihr doch eine externe Moderation oder Mediation braucht, um eine gute gemeinsame Arbeitsbasis zu schaffen und eine Lösung zu finden, kann euch die Gruppenunterstützung im Bundesbüro geeignete Personen vermitteln. 
https://www.attac.de/das-ist-attac/netzwerk/regionalgruppen 

2. Tipps zu einigen klassischen Problemen von Gruppen
Viele kleine Dinge können dazu führen, dass die Arbeit einer Gruppe behindert wird. Ebenso kann die Situation auch mit kleinen Dingen verbessert werden.
·    Gruppentreffen: Orga vs. Inhalt
Für Gruppentreffen steht meist nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung. Oftmals stehen aber viele Punkte an, sowohl organisatorische als auch inhaltliche. Häufig dauern organisatorische Fragen zu lange und die inhaltlichen Fragen kommen zu kurz. Hier bietet sich an, organisatorische Fragen (Aktionsvorbereitung, Berichte von AGen, strategische Debatten) von den inhaltlichen Themen auch zeitlich zu trennen. 
·    Motivation
Viele Attac-Regionalgruppen machen im Laufe ihres Bestehens die Erfahrung, dass die Anfangseuphorie verblasst und nicht mehr so viele zum Plenum kommen. Nun kann es sinnvoll sein, Vertreter*innen anderer Organisationen einzuladen, um durch Vernetzung gemeinsame Projekte zu realisieren. Aktionen bringen frischen Wind in die Gruppe und wecken neue Kräfte. Für eine Neubewerbungs- bzw. Neustartveranstaltung gibt es ein Veranstaltungskonzept samt dazugehörigem Flyer, Vorlagen für die Pressearbeit und einem Versand an die regionalen Mitglieder durch das Bundesbüro. Meldet euch hierfür gerne bei regionalgruppen@attac.de oder telefonisch unter (069) 900 281-28 (an den Vormittagen)
·    Fähigkeiten Einzelner nutzen
Oft lastet die konkrete Arbeit auf wenigen Schultern. Hier hat es sich bewährt, einzelne Personen direkt anzusprechen. Da sich ganz unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten, Interessen und Kontakten in Attac-Gruppen einbringen, ist es sinnvoll, darauf zu achten, wer was kann und wer wozu Lust hat. Gelegentlich funktioniert es auch, direkt nach Menschen mit bestimmten Fähigkeiten zu suchen, die z.B. bei der Pflege eurer Homepage unterstützen können, weil sie IT-Kenntnisse haben. Wichtig ist aber auch, dass Wissen, Erfahrungen und Kontakte untereinander weitergegeben werden, damit bei einem Ausfall auf einer Position eine andere Person direkt die Aufgabe übernehmen kann. Aufgaben können dann auch von mehreren Aktiven gemeinsam übernommen und aufgeteilt werden. 

3.5 Wie werden in den Regionalgruppen bei Attac Entscheidungen getroffen? (Konsenskultur)

In der Anfangsphase einer Gruppengründung und bei den ersten gemeinsamen Aktivitäten scheint es nicht so relevant, wer eigentlich „dazugehört“. Doch spätestens, wenn nach einiger Zeit Entscheidungen getroffen werden müssen, stellt sich die Frage nach der Gruppenzugehörigkeit. Für die Mitarbeit in Attac ist es nicht entscheidend, ob jemand formales Attac- Mitglied ist. Die informelle Mitgliedschaft ergibt sich daraus, dass Aktive einfach kommen und mitmachen.

Grundsätzlich gilt:
Achtet auf den Rahmen in dem ein Austausch stattfindet. Auseinandersetzungen mit einem höheren Konfliktpotential sollten nicht online, sondern immer im direkten persönlichen Austausch stattfinden.

Hier einige Empfehlungen, die Entscheidungsfindungsprozesse erleichtern:

  • Sich kurz fassen, damit alle zu Wort kommen können
  • Aus der eigenen Perspektive sprechen (kein vereinnahmendes „Wir“)
  • Zuhören, nachfragen
  • Eine Haltung gegenseitiger Unterstützung und Kooperation einnehmen
  • Transparenz über Entscheidungsfindungsprozesse
  • Gute Rahmenbedingungen: Moderation, Zeitgeber*in, Protokoll, Pausen

Als Grundlage zur Kommunikation ist die Methode der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg empfehlenswert.

Fragen, die in der Gruppenarbeit relevant werden können, sind:

  • Wer entscheidet, wer dazugehört und welche Entscheidungsverfahren gibt es dazu?
  • Welche Rechte und Pflichten haben die Gruppenmitglieder?
  • Wie kann eine Mitgliedschaft beendet werden?
  • Wie kann eine Gruppe ein Mitglied ausschließen und wie kann sich ein Mitglied dagegen wehren?

Meist werden diese Fragen erst dann offen diskutiert,wenn ein Konflikt es erfordert. Die Frage der Gruppenzugehörigkeit sollte nicht überbewertet werden, um die Schwelle zum Einstieg nicht unnötig zu erschweren. Auf der anderen Seite sollten Regeln und Vereinbarungen, die in der Gruppe getroffen wurden, möglichst transparent kommuniziert werden. Bei den meisten Gruppen ist das Plenum das höchste Entscheidungsgremium. Stehen Entscheidungen an, so sollte dies in der Einladung deutlich gemacht werden. Damit haben alle die Möglichkeit zu kommen, wenn ihnen die Sache wichtig erscheint.

Inhaltliche Entscheidungen einer Gruppe können besonders gut durch Konsensverfahren getroffen werden. Siehe hierzu auch 2.6

Hier hat sich auch das systemische Konsensieren als Entscheidungsfindung bewährt. Nähres dazu findet sich hier:
https://www.buergergesellschaft.de/mitentscheiden/methoden-verfahren/methoden-und-verfahren-der-buergerbeteiligung-von-a-bis-z/systemisches-konsensieren/methodenbeschreibung
 
Im Gegensatz zu Mehrheitsentscheidungen kommt es seltener dazu, dass sich eine Fraktion gegenüber einer anderen durchsetzt, da eine gleichberechtigte Einbeziehung aller Gruppenmitglieder und deren aktive Teilnahme ermöglicht wird.
Eine Konsensentscheidung führt darüber hinaus zu dem positiven Effekt eines Konsensdruckes, der die inhaltliche Diskussion anregt. Dadurch hängen Entscheidungen in größerem Maße von der Qualität und Überzeugungskraft der Argumente ab. Dies entspricht auch dem Anspruch von Attac einen gesellschaftlichen Raum zu bilden, „in dem politische Lern- und Erfahrungsprozesse ermöglicht werden“ und „ unterschiedliche Strömungen emanzipatorischer Politik“ diskutiert werden. (s. Attac-Selbstverständnis und Regelsammlung).

https://www.attac.de/fileadmin/user_upload/bundesebene/attac-strukturen/Attac_Selbstverstaendnis.pdf

https://www.attac.de/fileadmin/user_upload/bundesebene/attac-strukturen/241013_Regelsammlung.pdf

Wenn eine Gruppe größer wird, sollte darüber nachgedacht werden, welche Entscheidungen von der Gesamtgruppe getroffen werden sollen und welche in die Verantwortung von Untergruppen oder eines KoKreises gegeben werden können. 

3.6 Welche Aktionsformen gibt es bei Attac?

Die Aktionsformen der Attac-Gruppen sind vielfältig und reichen von klassischen Infoständen und Vortragsveranstaltungen über Demonstrationen und Petitionen bis hin zu Aktionen zivilen Ungehorsams. Hierdurch können wir auf unterschiedliche Weise unsere Anliegen sichtbar machen, Einfluss nehmen und Veränderungen anstoßen. Welche Aktion eine Gruppe für ihr Anliegen wählt ist ihr selbst überlassen. Die Aktionsunterstützung im Bundesbüro berät euch bei Fragen rund um die Umsetzung und rechtliche Einordnung. Hierfür wendet ihr euch an unseren Aktionsunterstützer: boris.loheide@attac.de 

Aktionen ohne das Verständnis der zugrundeliegenden Zusammenhänge haben keine Substanz. Umgekehrt bleiben Wissen und Forderungen ohne Aktionen auf halbem Wege stecken. Beides gehört zusammen!

Aktionen in Attac lassen sich in verschiedene Kategorien unterteilen:

1. Aufklärende Aktionen:
- Vorträge, Seminare, Workshops, Podien
- Infostände
- Stadtrundgänge

2. Digitale, mediale Aktionen:
- Online-Proteste

3. Beteiligungsformen:
- Camps
- Volksbegehren
- Petitionen

4. Protest- und Demonstrationsformen
- Demos
- Mahnwachen
- Kundgebungen
- Menschenketten

5. Kreative Aktionen, Direct Action:
- Flashmobs
- Adbusting
- Bannerdrop
- Straßentheater
- Großpuppen
- Kletter-Aktionen
- Samba
- Clowning

6. Ziviler Ungehorsam
- Sitzblockaden

Gewalt, Hassreden oder Diskriminierung haben bei uns keinen Platz und sind keine politischen Aktionen.
Was es bei einer Aktion zu beachten gibt findet ihr auf der “Checkliste für Aktionen”, siehe Anhang 4.0.

Siehe auch 3.11 zu Bildung.
 

3.7 Wie werden Aktivitäten vor Ort finanziert?

Mittel für die Regionalgruppen

1. Regelmäßige Unterstützung
Die Arbeit der Regionalgruppen vor Ort ist wesentlich für die Arbeit des Attac-Netzwerks. Deshalb unterstützt Attac das Engagement vor Ort. Die Finanzierung dieser Arbeit erfolgt anteilsmäßig auf Grundlage der Einnahmen der Mitgliedsbeiträge im Einzugsbereich der Gruppen. Jeder Beitrag eines Mitglieds, das ihr in eurem Einzugsgebiet werbt, kommt also auch eurer Gruppe zugute!
Für Fragen rund um Geld, Abrechnung, Formulare, Termine oder die Rolle und die Aufgaben der *des Finanzverantwortlichen findet ihr alle relevanten Informationen und Hinweise hier:
www.attac.de/das-ist-attac/netzwerk/regionalgruppen/finanzen-fuer-regionalgruppen

2. Regionalgruppentopf
Der Regionalgruppentopf steht allen Regionalgruppen zur zusätzlichen Finanzierung von größeren Projekten zur Verfügung. Um mehr über den Regionalgruppentopf zu erfahren und entsprechende Dokumente zu seiner Nutzung zu beantragen, muss die*der Finanzverantwortliche*r eine E-Mail an die Gruppenunterstützung schreiben an regionalgruppen@attac.de

3. Zur Verwendung der Regionalgruppenmittel
Die Mittel der Regionalgruppen sind ausschließlich für die Informations-, Bildungs- und Kampagnenarbeit vor Ort vorgesehen. 

4. Spenden
Wenn eine Einzelperson eine Spende für eine Regionalgruppe tätigen will, so überweist sie das Geld auf das Attac-Spendenkonto mit dem Namen der Attac-Gruppe als Kennwort/Verwendungszweck. Das Geld wird der Gruppe in vollem Umfang zur Verfügung gestellt. Attac kann aktuell weder Zuwendungsbestätigungen für Attac Deutschland noch für direkte Spenden an eine Attac-Regionalgruppe ausstellen. Sollte Attac die Gemeinnützigkeit auf Dauer verlieren, können auch weiterhin keine Zuwendungsbestätigungen auf Spenden und Mitgliedsbeiträge ausgestellt werden. Für den Fall, dass Attac die juristische Auseinandersetzung um die Gemeinnützigkeit gewinnt, können dann auch wieder entsprechende Dokumente ausgestellt werden.

5. Kooperationen vor Ort
Für alle Aktivitäten und Veranstaltungen gilt: Je mehr Kooperationspartner*innen, umso besser. So teilt ihr auch Kosten und Arbeit. Fragt doch mal Gewerkschaften, Kirchengemeinden, Weltläden, entwicklungspolitische Organisationen, Klimagruppen oder auch mal andere Attac-Gruppen in Eurer Nähe! Vor Ort könnt ihr mit Erwachsenenbildungsträgern (z.B. der VHS), die öffentlich gefördert werden, Bildungskooperationen eingehen. Für spezielle Projekte bietet es sich an, die euch unterstützenden Organisationen vor Ort nach Geld, kostenlosen Kopiermöglichkeiten etc. zu fragen. Bitte kommuniziert, dass Attac nach aktueller Lage als nicht gemeinnützig gilt. In der Regel lassen sich dennoch Formen der Unterstützung vor Ort finden.
 

3.8 Was ist bei der Pressearbeit zu beachten?

Die Autonomie der Attac-Regionalgruppen erstreckt sich auch auf die Pressearbeit. Attac Musterstadt kann also im Namen von Attac Musterstadt – nicht aber von Attac Deutschland – Anfragen von Medienvertreter*innen beantworten, Interviews geben, Pressemitteilungen verfassen, Pressekonferenzen abhalten, Autor*innenbeiträge für Zeitungen verfassen – kurz: all das tun, was zur Pressearbeit gehört. Unterstützung für die Pressearbeit bietet auch das Bundesbüro, zum Beispiel bei der Erstellung von Pressemitteilungen oder Sharepics. Hierfür wendet euch gerne an regionalgruppen@attac.de.

1. Anlässe für Pressearbeit
Anlässe für Pressearbeit gibt es viele. An erster Stelle stehen dabei Aktionen und Veranstaltungen eurer Regionalgruppe. Ihr könnt in einer Pressemitteilung ein lokales Thema kommentieren, das aktuell diskutiert wird. Auch ein bundesweites Thema könnt ihr kommentieren, wenn es euch gelingt, einen lokalen Bezug herzustellen. Eine Pressemitteilung, in der ihr die Bundespolitik ohne konkreten Bezug zu eurer Stadt oder Gemeinde kommentiert, wird in der Regel keine Beachtung in den lokalen Medien finden. Auch Prominenz hat Nachrichtenwert, etwa wenn ihr einen bekannten Besucher zu Gast habt oder eine Lokalgröße sich eurer Gruppe angeschlossen hat. Eine neue AG eurer Ortsgruppe kann ebenso Gegenstand einer kurzen Pressemitteilung sein wie ein Jubiläum oder eine prägnante Zahl ("Attac Musterstadt begrüßt sein 100. Mitglied").

2. Pressemitteilungen
Das in der Praxis wichtigste Instrument der Pressearbeit sind Pressemitteilungen, die sich noch einmal unterteilen lassen in die Unterformen Presseankündigung, Presseeinladung und Pressemitteilung im engeren Sinn. Bei vielen Anlässen benötigt ihr alle drei Formen, wobei sich Presseeinladung und Presseankündigung oft zusammenpacken lassen:

Presseankündigung (ggf. mit Presseeinladung)
Eine Presseankündigung schreibt ihr, damit eine Aktivität eurer Gruppe vorab in den Lokalmedien angekündigt wird. Diese sollte nicht mehr als 1000 Zeichen haben. Wichtig ist, dass ihr mindestens die ersten vier der sechs so genannten W-Fragen beantwortet: Wer, Was, Wann, Wo. Auch das Wie und Warum könnt ihr kurz (!) anschneiden. Wollt ihr, dass Medienvertreter*innen kommen, ergänzt ihr die Presseankündigung um den Satz, dass Medienvertreter*innen zu eurer Veranstaltung oder Aktion eingeladen sind und ihr euch über eine Berichterstattung freuen würdet. Handelt es sich um eine Foto-taugliche Aktion erwähnt ihr das ebenfalls mit einem Satz. Außerdem solltet ihr eine Kontaktperson dazuschreiben, am besten mit E-Mailadresse und Telefonnummer, damit ihr für Rückfragen direkt erreichbar seid.

Presseeinladung
Eine extra Presseeinladung benötigt ihr, wenn eure Aktivität zwar nicht vorab in den Medien angekündigt werden soll, ihr euch aber Journalist*innen vor Ort wünscht. Wie in der Presseankündigung beschreibt ihr kurz, was ihr wann wo vorhabt, und ladet die Journalist*innen freundlich dazu ein mit der Bitte um Berichterstattung. Handelt es sich in erster Linie um einen Foto-Termin (z.B. bei einer symbolischen Aktion mit entsprechender Verkleidung), erwähnt ihr das in der Einladung.

Pressemitteilung
Anlässe für eine Pressemitteilung können alle oben genannten Anlässe für Pressearbeit allgemein sein. Pressemitteilungen sollen maximal 2500 Zeichen lang und so geschrieben sein, dass die Redakteur*innen sie im besten Fall vollständig als Artikel oder zumindest einzelne Passagen übernehmen können. Voraussetzung dafür ist, dass die Pressemitteilungen nach den Regeln journalistischen Schreibens verfasst sind.

Der wichtigste Unterschied zu den meisten anderen Texten (etwa wissenschaftlichen oder Schulaufsätzen) besteht darin, dass in journalistischen Texten das Wichtigste zuerst genannt wird. Das Fazit, die Hauptaussage steht nicht am Ende des Textes, sondern am Anfang. Alle wichtigen Fakten werden in den ersten Sätzen genannt: Wer, Was, Wann, Wo, Wie – dann erst folgt das Warum. Ein nachrichtlicher journalistischer Text ist von hinten kürzbar, ohne dass die wesentliche Aussage verlorengeht (Prinzip der abnehmenden Wichtigkeit). Zum journalistischen Schreiben gehört auch, nur Fakten als Fakten darzustellen und Meinung (also auch Kritik) auch sprachlich als solche kenntlich zu machen sind: durch indirekte Rede oder wörtliche Zitate. Jede Pressemitteilung enthält zwei bis drei kurze wörtliche Zitate, die einzelnen Personen (mit Vor- und Nachnamen) zugeordnet werden. Die wörtlichen Zitate sollten die zentrale Kritik, Forderung oder Argumentation zugespitzt und gut formuliert auf den Punkt bringen. Am Ende der Pressemitteilung nennt ihr Presse-Ansprechpartner*innen (mit Telefonnummer, unter der sie tagsüber erreichbar sind) für Rückfragen der Journalist*innen.

3. Der Presseverteiler
Ein Presseverteiler ist eine Sammlung von Adressen der Medienvertreter*innen in eurer Stadt. Er ist ein wichtiges Instrument für die Kommunikation  zwischen eurer Gruppe und den Medien. Er dient dazu, Pressemitteilungen, Informationen und  Neuigkeiten gezielt an Journalisten, Redaktionen und andere  Medienvertreter zu verbreiten. Durch den Versand an eine Vielzahl von Medienvertreter*innen kann die Reichweite der Informationen erheblich gesteigert werden. 

3.9 Wie können wir Social Media nutzen?

Über Kanäle wie Facebook, Instagram & Co. lässt sich effizient netzwerken und sie haben eine potenziell hohe Reichweite – gerade auch unter jungen Menschen, die ihre Informationen und Anregungen oft über YouTube, Instagram oder anderen Plattformen beziehen. Gleichzeitig sammeln die dahinterstehenden Konzerne viele Informationen über ihre Nutzer*innen und deren Netzwerke; ein Missbrauch von gewonnenen Daten ist alles andere als auszuschließen, sondern gehört regelmäßig zum Geschäft: Soziale Medien sind einfach und ohne das Eingehen finanzieller Verpflichtungen nutzbar – aber sie sind alles andere als kostenlos. Konzerne, die oftmals eine Monopol-Stellung besitzen, bedienen sich der Informationen über ihre Nutzer*innen und vermarkten sie gnadenlos. Fake News und Hate Speech fanden selten in der Geschichte so rasende Verbreitung, wie dies heute – international – der Fall ist.

Warum entzieht man sich den Sozialen Medien dann nicht vollkommen?
Wenn wir uns nicht in Nischen zurückziehen, sondern sichtbar bleiben wollen, müssen wir uns auch dieser Kanäle, auf denen wir viele, auch kritische, Menschen erreichen können, bedienen. Hier können wie für Alternativen, unsere Vorstellungen und Ideen werben, wir können zu unseren Treffen, Veranstaltungen und Demonstrationen mobilisieren und über unsere Aktionen informieren – es geht darum, unsere Freund*innen zu erreichen, neue Leute zu gewinnen und zusätzliche Zielgruppen zu erreichen. Wir können Bündnispartner*innen einbeziehen, die Öffentlichkeit und Politik erreichen.

Was also tun?
Richtet euch je nach Zielgruppe Kanäle auf Medien wie Facebook, Instagram, YouTube und Mastodon ein (beschreibt dort gerne, welche Kritik ihr am jeweiligen Kanal habt). X (früher Twitter) möchten wir von Attac jedoch nicht verwenden, aufgrund der dort herrschenden Rechtspopularität unter Kontrolle von Elon Musk. Auf euren Accounts könnt ihr Standpunkte, Aufrufe, Fotos/ Videos von Aktionen veröffentlichen und mit neuen Interessierten in Kontakt treten.

Wie sieht ein gelungener Attac-Auftritt in Sozialen Medien aus?
Wichtig ist, dass ihr als Gruppe sowohl mit dem Namen als z.B. auch auf Fotos als Attac klar erkennbar seid – nutzt Fahnen, Aktionsjacken und euer Logo, um Interessierten zu vermitteln, wer ihr seid. Achtet bei eurer Berichterstattung auf Seriosität und einen motivierenden Ton – Attac steht für Expertise und Bildung, Bewegung und Aktion!
 

3.10 Welche netzbasierten technische Hilfsmittel können genutzt werden?

Für die Kommunikation, die aktive Zusammenarbeit und den Austausch von Informationen innerhalb Attac bieten wir den Gruppen verschiedene Möglichkeiten über unseren eigenen Server an. Diese können von den Gruppen, neben kostenlosen Netz-Tools aus dem Internet, genutzt werden. Welche Angebote für welche Zwecke nützlich sind und wie sie funktionieren, sollen die hier folgenden Beschreibungen erklären.

Im Folgenden werden die am häufigsten genutzten Möglichkeiten und Angebote des Bundesbüros aufgezeigt.

1. Terminplanung und Abstimmung 
Damit eine Gruppe von Aktiven schnell einen geeigneten Termin für ein(e) Treffen/Aktion findet oder eine Abstimmung zu mehreren Optionen durchführen kann gibt es verschiedene kostenlose Werkzeuge. Das bekannteste ist wohl Doodle. In Attac benutzen wir jedoch aus Datenschutzgründen Alternativen wie dudle oder nuudel. Hier werden nicht mehr Daten gespeichert als unbedingt nötig, sie sind kostenlos und werden nach einiger Zeit, wenn die Umfrage nicht mehr genutzt wird, automatisch gelöscht.  

Die Programme sind im Wesentlichen selbsterklärend. Also einfach ausprobieren...

·    dudle: dud-poll.inf.tu-dresden.de
·    Nuudel: nuudel.digitalcourage.de/ 

2. Cloud
Über unseren Server bieten wir den Gruppen Cloud-Speicherplatz an, auf dem Daten abgelegt werden können, die dann für alle Aktiven aus der Gruppe abrufbar sind. 
Auf diesen Speicherplatz können alle Menschen mit Zugangsberechtigung und Internetzugang zugreifen. Dies bietet den Vorteil, dass ihr beim Wechsel von Zuständigkeiten problemlos hinterlegte Dateien freigeben könnt. Dateien werden in der Cloud gespeichert und automatisch zwischen allen Geräten synchronisiert. 
Die Dateien sind über den PC, Tablet oder Smartphone online verfügbar. Du verbindest dich einfach über deinen Browser. Als Nutzende könnt ihr selber bestimmen, wer welche Dateien oder Ordner sehen und bearbeiten darf. Für den Zugang zur Cloud benötigst du eine Freigabe, diese erhältst du über unser Webteam (webteam@attac.de). 
 
3. Online-Pads sind digitale Textdokumente, die ein gemeinsames Arbeiten zur gleichen Zeit an einem Dokument erlauben. Um diese Funktion, also das gemeinsame Arbeiten an einem Dokument, in unserer Cloud zu nutzen, muss nur eine Textdatei erstellt werden. Diese Datei kann dann für andere Nutzer*innen freigegeben werden. Öffnen alle Personen diese Datei gleichzeitig, können alle Personen zeitgleich in diesem Dokument schreiben. In diesem YouTube-Video ist diese Funktion erklärt. 
Andere Möglichkeiten sind freie Pads aus dem Internet, zum Beispiel:
https://cryptpad.org/
 
https://youtu.be/F3pUb6ah3Nk?si=LW0FoYCfO09tHXxB&t=54
  

4. Videokonferenzen, Telefonkonferenzen

Attac-Videokonferenzen laufen über das Open-Source-Webkonferenzsystem BigBlueButton (BBB); hier kann jede Regionalgruppe selbst Videokonferenzen veranstalten. 
Regionalgruppen in Attac haben die Möglichkeit, eigene virtuelle Konferenzräume zu verwalten. Wenn ihr als Gruppe die Möglichkeit eines eigenen Konferenzraumes nutzen wollt, dann wendet euch an unser Webteam (webteam@attac.de).
Jeder Raum hat dabei einen eigenen Link, über den man den Konferenzen direkt beitreten kann. 
Der Beitrittslink wird von dem*der Raumeigentümer*in bekanntgegeben. Zum Beitreten muss man einfach auf den Link klicken und einen persönlichen Benutzernamen angeben, der dann für alle Raumteilnehmer*innen sichtbar ist. Nach dem Beitritt in den Raum kannst du auswählen, ob du mitreden oder nur zuhörend teilnehmen möchtest. Bei der Teilnahme mit Mikrofon wird noch ein kurzer Test durchgeführt. Bei der Benutzung von Mikrofon und Webcam ist außerdem eine Freigabeberechtigung für BBB nötig. Sollten technische Probleme auftreten, kann es oft helfen, den Videokonferenzraum neu zu starten. Eine Einwahl mit Telefon ist möglich, sodass hierüber auch Telefonkonferenzen möglich sind. Ein notwendiges Passwort wird im Konferenzraum angezeigt. 
Die Räume können so eingestellt werden, dass die Teilnehmenden automatisch in den Konferenzraum gelangen, oder die Konferenz erst durch den Admin freigeschaltet werden müssen. Außerdem sind auch Aufzeichnungen der Konferenzen möglich. 
Für weitere Infos: www.attac.de/cms-doku/videokonferenz


Bei Fragen zu all diesen Angeboten wendet euch an: webteam@attac.de
 

3.11 Welche Fortbildungen bietet Attac?

1. Vorträge
Wenn deine Regionalgruppe einen Vortrag zu einem fachspezifischen Thema veranstalten möchte, kann dir Attac bei der Vermittlung von Referent*innen behilflich sein. Unser Referent*innenpool deckt eine weite Brandbreite an Attac-relevanten Themen ab.

https://www.attac.de/bildungsangebot/referentinnen 
Anfragen gerne an referentinnen@listen.attac.de 

2. #isso-Webinare
Jeden dritten Montag im Monat findet ein #isso-Webinar statt. In diesem Format werden unterschiedliche Themen behandelt, oft thematisch an aktuellen Kampagnen orientiert.
https://www.attac.de/bildungsangebot/attac-webinare 
Wenn ihr euch beim Newsletter für die #isso-Webinare anmeldet, werdet ihr rechtzeitig informiert.
Vergangene Webinare findest du auch auch auf youtube https://www.youtube.com/@AttacD 

3. Workshops für Regionalgruppen
Die Gruppenunterstützung bietet Online-Workshops  für Regionalgruppen zu unterschiedlichen Themen an, die eine Relevanz vor Ort haben. Nähere Infos und
die Dokumentation vergangener Workshops unter https://www.attac.de/das-ist-attac/netzwerk/regionalgruppen 

Mehr zu den Fortbildungs-Möglichkeiten findest Du unter https://www.attac.de/bildungsangebot 

3.12 Wie kann ein Thema in der Gruppe bearbeitet werden?

1. Themenfindung
Wichtig ist eine gemeinsame Entscheidung darüber, mit welchem Schwerpunktthema sich die Gruppe für eine gewisse Zeit beschäftigen will. Wenn nur ein oder zwei Personen wirkliches Interesse an einem Thema haben, ergibt es oft nicht so viel Sinn, dass sich die ganze Gruppe damit beschäftigt. Wenn es mehrere interessante Themen gibt, können sie entweder in eigenen AGen oder nacheinander behandelt werden. Die Interessen der Gruppe lassen sich am besten ermitteln, wenn zunächst jede*r für sich ein bis drei Themen auf einzelne Zettel schreibt. Anschließend werden die Themen zusammengetragen. Falls das Bild, das dabei entsteht, noch nicht eindeutig ist, kann jede*r noch einmal zwei „Punkte“ für die beiden Themen vergeben die ihm* ihr am wichtigsten sind. Ihr habt verschiedene Themen zur Auswahl, könnt Euch aber nicht entscheiden? Dann probiert mal Systemisches Konsensieren aus. Eine Anleitung hierzu findest du hier: https://partizipation.at/methoden/systemisches-konsensieren/ 

Systemisches Konsensieren eignet sich, um partizipativ, lösungsorientiert, effizient und nachhaltig Lösungen bei Fragen zu Inhalten, weiterem Vorgehen etc. zu finden. Konsensieren ist der kreative Prozess der bestmöglichen Näherung an einen Konsens. Es erzeugt keine Gewinner und Verlierer, wirkt konfliktlösend und bezieht alle mit ein.

2. Einstieg
Ist das Thema gefunden, können alle auf die Suche nach Infomaterial gehen, also nach passenden Internetseiten (z. B. Stichwortsuche auf der Attac-Seite), Büchern (unter anderem Attac-Basistexte), Filmen, Zeitungsausschnitten und so weiter. Beim nächsten Treffen wird alles gesichtet, eine Auswahl getroffen und vereinbart, welches Material im nächsten Schritt wie genutzt werden soll.

3. Eigene Erarbeitung des Themas
Das gesammelte Material kann in der Gruppe zum Beispiel dadurch erarbeitet werden, dass gemeinsam ein Film geschaut wird, dass einzelne Attacis kleine Referate halten oder dass ein Text gemeinsam gelesen wird. Wichtig: Fragen klären und die vorgestellten Positionen diskutieren! Auch hier ist eine Moderation sinnvoll. Leitfragen für die Moderation können zum Beispiel sein: Gibt es Verständnisfragen? Was sind für Euch die beiden wichtigsten Aspekte? Welche Aspekte des Themas sollten wir vertiefen? Wie könnten wir das öffentlich thematisieren? Nach einiger Zeit der internen Beschäftigung sollte auf jeden Fall ein entsprechendes Zwischenfazit mit Blick auf den nächsten Schritt gezogen werden.

4. An die Öffentlichkeit gehen
Ausgehend von dem, was Euch im Zusammenhang mit dem Thema besonders wichtig erscheint, könnt Ihr eine öffentliche Veranstaltung organisieren. Ladet doch die Autor*innen eines Buches, das ihr besprochen habt, zu einer Infoveranstaltung ein, fragt bei der Attac-Referent*innen-Vermittlung (s.3.11) nach oder veranstaltet einen Filmabend (vielleicht in Kooperation mit einem lokalen Kino) mit anschließender Diskussion. 

Jedes Thema lässt sich auch in eine öffentliche Aktion umsetzen, zum Beispiel in einen Infostand mit einem passend gestalteten Transparent und entsprechender Verkleidung (z. B. als „Robin Hood“ oder als „Wolf im Schafspelz“ – aber bitte ohne historisch belastete Bilder wie z. B. Kraken). Vielleicht lassen sich zu dem Thema auch Unterschriften sammeln, ein eigenes Flugblatt schreiben, ein kleines Straßentheater aufführen, usw.

5. Rückblick und Ausblick
Nach einer öffentlichen Aktion ist auch ein guter Zeitpunkt, um auf alle Aktivitäten in Bezug auf das Thema zurückzuschauen. Was war gut und was wollt ihr beim nächsten Mal besser machen? Wollt ihr an dem Thema oder einem bestimmten Teilaspekt weiterarbeiten (das heißt: zurück zu Schritt 2, 3 oder 4), oder wird es Zeit für ein neues Thema (das heißt: zurück zu Schritt 1)?
 

3.13 Wie/wo gibt es Infomaterialien von Attac?

Infomaterial wie
·    Plakate, Aufkleber, Flyer u.ä.
·    Attac-Basistexte und Rundbriefe und 
·    Aktionsmaterial
          findet ihr im Web-Shop: shop.attac.de/ 

·    Material für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit findet ihr ebenfalls im Web-Shop oder z.T. zum Ausdrucken auf unserer Website. 
·    Infomaterial, das von den Regionalgruppen verteilt werden kann (bspw. Mitgliedsanträge oder Newsletter-Anmeldung) oder für die RGs selbst interessant sein könnte, findet sich auf der Regionalgruppenwebsite.
https://www.attac.de/das-ist-attac/netzwerk/regionalgruppen/downloads  
·    Kleidung mit Attac-Logos findet ihr unter https://attac.myspreadshop.de/ 

Wenn ihr Fragen zum Web-Shop habt oder bestimmtes Infomaterial zu einer Kampagne braucht, könnt ihr euch auch bei webshop@attac.de melden. Am besten bestellt eure Gruppe immer gemeinsam über den Materialverantwortlichen, der ein spezielles Gruppen-Webshop-Konto anlegt (siehe 3.2).

3.14 Wie kann eine Attac-Infoveranstaltung vorbereitet werden?

Ausgehend von dem, was Euch im Zusammenhang mit einem Thema besonders wichtig erscheint (vergl.: ein Thema in der Gruppe bearbeiten), könnt Ihr eine öffentliche Veranstaltung organisieren. Ihr könnt z.B. die Autor*innen eines Buches, das ihr besprochen habt, zu einer Infoveranstaltung einladen, bei der Attac-Referent*innen-Vermittlung (siehe 3.11) nachfragen oder einen Filmabend veranstalten (vielleicht in Kooperation mit einem lokalen Kino) und anschließender Diskussion.

Jedes Thema lässt sich auch in einer öffentliche Aktion (siehe 3.6) umsetzen, zum Beispiel bei einem Infostand mit einem passend gestalteten Transparent und entsprechender Verkleidung (z. B. als „Robin Hood“ oder als „Wolf im Schafspelz“ – aber bitte ohne historisch belastete Bilder wie z. B. Kraken). Vielleicht lassen sich zu dem Thema auch Unterschriften sammeln, ein eigenes Flugblatt schreiben, ein kleines Straßentheater aufführen, usw.

Eine Checkliste für Infoveranstaltungen findet sich im Anhang unter 4.0.

3.15 Welcher Attac-Regionalgruppe ist mein Wohnort zugeordnet?

Wenn mein Wohnsitz einer Regionalgruppe zugeordnet ist, dann kann ich mich dieser anschließen und  von ihr Infos zu Treffen und Veranstaltungen erhalten. Informationen und Kontaktmöglichkeiten über die vorhandenen Regionalgruppen findest du hier:
https://www.attac.de/das-ist-attac/netzwerk/regionalgruppen 

Falls es nicht eindeutig ist, welcher Regionalgruppe man angehört bzw. bei welcher man sich melden soll, kannst du einfach eine Mail an regionalgruppen@attac.de schicken und wir helfen dir weiter. Wenn es in deiner Nähe noch keine Attac-Regionalgruppe gibt, kannst du mit Hilfe der Gruppenunterstützung im Bundesbüro ganz einfach selbst eine gründen. 
 

3.16 Wie können Attac-Regionalgruppen neue Interessenten und Mitglieder gewinnen?

Zur Gewinnung von Interessenten und Mitgliedern ist es ganz besonders wichtig, dass ihr als Regionalgruppe sichtbar seid. Das geht auf vielfältige Weise:

–    Mit Aktionen jeder Art (siehe 3.6.) 
–    Mit Infoständen, dort könnt ihr 
o    eigene Materialien und 
o    bundesweites Infomaterial auslegen bzw. verteilen. Diese sind im Shop unter www.attac.de/shop zu bestellen, das ist Aufgabe des*r Materialverantwortlichen
o    mit Menschen ins Gespräch kommen und ihnen unsere politischen Vorstellungen näher bringen  
o    Mitglieder- und Interessentenformulare (s. unten) und 
o    alles, was für euch wichtig ist, auslegen 
o    Plakate und Banner aufhängen oder -stellen
o    durch kreative Ideen auf ein Thema aufmerksam machen

–    Mitglieder-und Interessentenformulare 
Infos für Interessenten
https://www.attac.de/fileadmin/user_upload/bundesebene/Webredaktion/Formulare/Formular_Infos_Attac-D_RG_DSGVO_final.pdf 
Mitgllied werden
https://www.attac.de/fileadmin/user_upload/bundesebene/Webredaktion/Formulare/mitgliedsformular-2018.pdf 
–    Kooperation mit weiteren Organisationen in eurer Region
Es gibt viele Organisationen, die an den unterschiedlichsten Themen arbeiten und sich freuen, ganz konkrete Aktionen zu unterstützen. Scheut euch nicht, viele mögliche Kooperationspartner anzusprechen. Bsp.: Gewerkschaften, Kirchen, Sozialverbände und viele ganz kleine bzw. lokale Akteure.


Medien im Überblick:

–    Die Homepage der Gruppen ist sehr wichtig, da sie immer das Aushängeschild sein wird, unabhängig von euren sonstigen Aktivitäten auf Social Media. Über unseren Server könnt ihr euch eine Seite einrichten (Kontakt hierfür: webteam@attac.de)
–    Social Media ist heute ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation, welche Kanäle eine Gruppe nutzt ist ihr im Wesentlichen selbst überlassen. 
–    Messengerdienste können eine schnelle und einfache Kommunikation ermöglichen. Sie sind einfach zu bedienen und Nachrichten werden in Sekunden zugestellt. Es können Bilder, Videos, Sprachnachrichten und Dateien versendet und schnell kommentiert werden (z.B. Über Emojis). Sie sind meist kostenlos und funktionieren über verschiedene Endgeräte sowohl auf dem Smartphone als auch über den PC.
–    Flyer sind in Zeiten der Digitalisierung nicht mehr so wichtig wie früher, sollten aber Bewerbung von Veranstaltungen auch immer zum Einsatz kommen.  
–    Pressemitteilungen
–    Über einen aktuellen E-Mailverteiler werden alle Mitglieder und Interessierten über Veranstaltungen und Aktionen euer Regionalgruppe informiert. Hierüber haben auch die Menschen, die unregelmäßig dabei sind, die Möglichkeit sich zu informieren.
 

3.17 Welche Austauschmöglichkeiten und Vernetzungen zwischen den Regionalgruppen sind möglich?

1.    Einzelne Regionalgruppen können sich auf Ebene der Bundesländer in losen Arbeitszusammenhängen vernetzen. 
Unter www.attac.de/regionalgruppen/regionale-vernetzung seht ihr, ob es schon Vernetzungen in eurem Bundesland gibt. Wenn nicht, könnt ihr selbst eine initiieren. Auch hier bekommt ihr Unterstützung durch regionalgruppen@attac.de.
Eine solche Vernetzung mit anderen Regionalgruppen kann für den Gruppenalltag motivierend und hilfreich sein. Sie ermöglicht z.B. einen Austausch über Aktionen und Handwerkszeug und zur Verabredungen gemeinsamer Diskussionen, Vorträge, Demos und anderen Aktionen. Dazu bieten sich auch Videokonferenzen (siehe 2.10) und eine Gruppenliste an.

2. Außerdem finden in vielen Bundesländern und Regionen regelmäßig  Regionaltreffen in Präsenz statt, die von jeweils einer der Gruppen ausgestaltet werden. Die Tagesordnung eines Regionaltreffens sollte die Interessen und Bedürfnisse der einzelnen Gruppen berücksichtigen. Dazu müssen die Vorbereitungen transparent gestaltet werden und rechtzeitig beginnen.

Einen  möglichen Ablauf eines Regionaltreffens findet ihr auch im Anhang. 
 
Welche Workshops kann ich auf einem Regionaltreffen machen? 
Die Workshops können sich entweder mit inhaltlichen Themen beschäftigen (z. B. Ursachen und Folgen der Euro-Krise) oder mit Handwerkszeug für den Gruppenalltag. 
Bei den Treffen  gab es die folgenden Praxisworkshops:
–    Neu bei Attac: Wie tickt Attac und wo kann ich aktiv werden?
–    Von der Idee zur gelungenen Aktion: Wie lassen sich komplexe Themen in kreative, öffentlichkeitswirksame Aktionen umsetzten?
–    Unsere Gruppe gut aufstellen: Wie schaffen wir ein angenehmes Arbeitsklima, wie integrieren wir neue Leute und andere klassische Fragen rund um die Gruppe.
–    Pressearbeit, die ankommt: Wie schaffen wir es, mit unseren Aktivitäten in die Presse zu kommen?
–    Die Botschaft rüberbringen: Wie kann ich Attac-Positionen am Infostand oder im Alltag an die Frau und den Mann bringen?
–    Webseiten bearbeiten mit Typo 3: Wie funktioniert die Pflege der Attac-Webseiten?
–    Datenschutz-Workshop für Adressverantwortliche

Wenn ihr ein Treffen durchführen wollt, dann meldet euch gerne bei der Gruppenunterstützung: regionalgruppen@attac.de 

4. Anhänge

Stand: 18. März 2026