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SiG 138: Gesund LEBEN

Pharmakonzerne - Streicht die Schulden! - Migrationspaket - Soziale Lage, die krank macht - Wahlsiege in Chile und Bolivien - Abrüsten!

SiG 138

Vorwort
Was in unserer Gesellschaftsordnung das Leben erschwert, bedroht, ja vernichtet, ist bekannt. Alternativen wurden seit Jahren entwickelt, debattiert, verfeinert. Auch ausprobiert. Sie umzusetzen verlangt Phantasie, Mut und kollektives Vorgehen. "Nie wieder" z.B. ist „ein beispielloser Zusammenschluss von Verbänden und Gewerkschaften, die neue Wege suchen, um angesichts sozialer und ökologischer Krisen gemeinsam zu handeln.“ (Attac FR)

Der Aufbau anderer gesellschaftlichen Verhältnisse – auf Kooperation und Solidarität beruhend – trifft aber auf den heftigen Widerstand derjenigen, die von Ausbeutung und Raub leben und für die ein Menschenleben nur dann zählt, wenn sie es ausnutzen können („EU-Mercosur-Abkommen“, „Migrationspakt“,…).

Wir suchen also alle fieberhaft nach Auswegen, sind höchst erfreut, wenn endlich das UN-Atomwaffenverbot in Kraft treten kann, bauen vielfältige Vernetzungen, Solidaritätsinitiativen und Aktions-Bündnisse auf, immer wieder mit der Seuche der Konkurrenz, des Eigennutzes und des Hasses konfrontiert.

Das Corona-Virus, das fehlte uns ja gerade noch, und in seinem Schlepptau Maßnahmen, die nicht alle gleich treffen.

 

„Die drohende Schuldenkrise verstärkt die Auswirkungen des pandemischen Einbruchs auf den globalen Süden nur noch.“ (Michael Roberts). Eine Folge ist die Zunahme des Hungers, insgesamt eine Verarmung der schon Armen (Misereor, FIAN,..) . 550 Organisationen weltweit heben hervor, „dass die Menschen des globalen Südens so viele Male die in ihrem Namen eingegangenen Schulden bezahlt haben – ihr Geld, ihre Lebensgrundlagen, ihre Sicherheit, ihr Wohlergehen, manchmal auch ihr Leben und die Gesundheit des Planeten wurden geopfert.“

Erinnert wird auch an „die größere soziale, historische und ökologische Schuld gegenüber den Menschen des Südens durch die jahrhundertelange Plünderung und Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft.“ „Streicht die Schulden!“, fordern sie.

Wir berichten über Kooperativen in Lateinamerika, die mit Erfolg gegen die Folgen der Pandemie(-maßnahmen) aktiv geworden sind, über die Blockade gegen Kuba und über die ermutigenden Wahlen in Chile und Bolivien.

„Gesundheit ist keine Ware!“ – aber eine Billion Gewinne haben die Pharmakonzerne innerhalb 20 Jahre einstreichen können (Olivier Petitjean). Die Pharmakonzerne halten an den lukrativen Patenten fest (Patente töten!), und machen eine erfolgreiche Lobbyarbeit (CEO). „Die Corona-Pandemie endet, wenn ein Impfstoff für die Bevölkerung zur Verfügung steht.“ (Punkt 53) heißt es in der Koalitionsvereinbarung vom 3. Juni 2020.

Stattdessen sollte gegenüber der Pandemie eine umfassende Strategie entfaltet werden (Dohmen, Fiedler) – u.a. muss es genügend Pflegepersonal geben, mit für sie und im Sinne der Patient*innen guten Arbeitsbedingungen.

 

Im Norden „sozial denken“ hieß zumindest einen Corona-Zuschlag für Hartz-IV-Bezieher*innen zu beschließen (AufRecht bestehen), die vielen kleinen Selbständigen wirklich zu unterstützen, Mietschulden zu streichen,… .

„Vernetzt denken“? Wenn schon Menschen im Kulturbereich arbeitslos geworden sind – warum lädt man sie nicht ein, gegen eine anständige Bezahlung Schüler*innen zu unterstützen, zu erfreuen, so dass die Klassen endlich geteilt werden? Wenn schon Hotels leer stehen, dann könnten doch die Obdachlosen, die Geflüchteten – aktuell in Massenunterkünften! – schnell ein Dach über den Kopf bekommen (Attac DE). Arbeitslos? Man schaffe „180.000 Jobs durch Investitionen in Bildung, Pflege und Gesundheit.“ (Femme fiscale, Österreich)

Und falls das öffentliche Geld nicht reichen würde: Vorschläge zur Steuergerechtigkeit gibt es genug.

So könnten alle nicht nur überleben, sondern gesund LEBEN.