Attac-Herbstratschlag 2026

Beim bundesweiten Attac-Ratschlag, dem höchsten Entscheidungsgremium des Netzwerks für globale Gerechtigkeit, diskutierten Delegierte und Gäste am vergangenen Wochenende in Frankfurt am Main, wie der Macht und dem autoritären Einfluss der Big-Tech-Konzerne wie Microsoft, Apple, Meta und Google etwas entgegen gesetzt werden kann. Hierzu referierte Dominik Piétron am Freitagabend, am Samstag vertieften die Delegierten das Thema in Workshops. Achim Heier aus dem Rat von Attac dazu: „Die BigTech-Konzerne und KI beherrschen weite Teile unseres Lebens. Die digitalen Infrastrukturen sind aber Teil der gesellschaftlichen Daseinsvorsorge. Wir müssen dafür sorgen, dass sie unter öffentliche Kontrolle kommen.“ Zum Abschluss fanden sie sich zu einer Fotoaktion „Demokratie statt Big Tech“ auf den Frankfurter Mainwiesen zusammen.
Ein weiterer Schwerpunkt war der zunehmende Rechtsruck und die Faschisierung unserer Gesellschaft. Gemeinsam berieten wir, wie Attac Haltung zeigen, demokratische Strukturen verteidigen und gesellschaftlichen Gegenbewegungen den Rücken stärken kann.
„Rechtsentwicklung, Faschisierung und die soziale Frage spielen für Attac in nächster Zeit eine entscheidende Rolle. Wir werden dem Sozialabbau und der zunehmenden sozialen Ungleichheit mit unserer Beteiligung an den Sozialprotesten entschieden entgegentreten“, sagt Roland Süß aus dem Rat von Attac.
Mit Anträgen zu Sozialprotesten und zur Rentenpolitik diskutierten die Delegierten, wie Attac auf Sozialabbau und zunehmende soziale Ungleichheit reagieren und sich für soziale Sicherheit und die Besteuerung von Überreichtum einsetzen kann. Ein spontaner Videocall mit Attac Frankreich ermöglichte zudem einen direkten Austausch über die aktuellen Proteste in Frankreich gegen die Austeritätspolitik, für bessere Bildung und ein bezahlbares Leben.
Ebenfalls standen die Verabschiedung des Haushalts für 2027 sowie die Wahlen zum Koordinierungskreis und zum Rat für die nächsten zwei Jahre auf der Tagesordnung. Dem neuen Koordinierungskreis gehören Aaron Gerdes, Annette Schnorr, Erik Schantz, Noa Neumann, Julia Elwing und Sonja Taubert an.
Die Versammlung machte deutlich: Angesichts von wachsender Konzernmacht, Sozialabbau und Rechtsruck braucht es eine starke, vernetzte und handlungsfähige Zivilgesellschaft – und eine Attac-Bewegung, die diese Auseinandersetzungen im internationalen Kontext, bundesweit und vor Ort in den Regionalgruppen aktiv mitgestaltet.