WEF 2018: Was bleiben wird – wie immer nichts!

Attac fordert weltweite Besteuerung des Kapitalverkehrs

27.01.2018

Sie haben sich mal wieder getroffen im verschneiten Davos, die politisch und wirtschaftlich Mächtigen, Wissenschaftler_innen und ein paar Paradiesvögel. Sie haben miteinander geredet – besser nebeneinanderher geredet – und noch weniger einander zugehört. Fensterreden mit ein paar kräftigen Schlagwörtern, um die Erwartungen der jeweils heimischen Zuhörer zu erfüllen, das war’s im Prinzip schon.

Von der überwiegenden Mehrheit der Politiker wurden die protektionistischen Absichten der neuen US-Administration bejammert, die die ach so segensreiche Globalisierung angeblich in Gefahr bringen. Dabei will diese den Handel gar nicht einschränken, sondern "nur" bessere Bedingungen für die USA. "America first" eben ohne Rücksicht auf die Folgen. Genauso wie Deutschland seinen Außenhandelsüberschuss verteidigt, ohne Rücksicht auf die Schuldnerländer, "Germany first" eben.

Da fallen ein paar moralinsaure Bemerkungen für die "hard working people" (Trump) ab und wie wichtig sie sind. Die Ergebnisse der Reports mit den Hinweisen auf den kritischen Zustand der Gesellschaften durch die ansteigende Ungleichheit und wachsende Risiken durch die offiziellen und Schatten-Finanzmärkte mit anwachsender Verschuldung werden aber mit Nichtbeachtung bestraft.

Anstatt die Finanzmärkte mit klaren Regeln zu begrenzen und mit einer Finanztransaktionssteuer Auswüchse zurückzuschneiden, wird weiterhin die Forderung nach zweistellige Renditen akzeptiert, wohl wissend, dass diese nur mit einer radikalen Ausbeutung von Natur und Menschen zu erzielen sind. Grundlage ist dafür ist der Glaube, dass man die Gesellschaft nach den Interessen der Wirtschaft ausrichten muss.

Ein besseres Leben für die hard working people die Trump in seiner Rede so gepriesen hat, wird man aber nur erreichen, wenn die Gesellschaft der Wirtschaft die Regeln wieder vorgibt. Wirtschaften mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der Menschen und die von der Natur gesetzten Notwendigkeiten ist die Forderung. Notwendig dafür ist ein radikales Umdenken. Die Chance, darüber beim Weltwirtschaftsforum nachzudenken, wurde wieder mal verpasst.

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Demo gegen das Weltwirtschaftsforum Foto: Hanno Böck, CC0

Demo gegen das Weltwirtschaftsforum

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