Klimapolitik wird Wirtschaftsinteressen geopfert

Der Börsenbulle droht dem Eisbären! Mit dieser Aktion vor der Frankfurter Börse haben heute Attac-Aktive für Klimagerechtigkeit und gegen faule Tricks der Industrieländer in Kopenhagen demonstriert.

11.12.2009

Börsenbulle bedroht KlimabärMit Tapetenkleister und Watte verwandelten die Aktivistinnen und Aktivisten den Bronze-Bären vor der Börse in einen Eisbären. Denn die Regierungen der Industrieländer drohen, den Eisbär – ebenso wie die gesamte Klimapolitik – den Interessen der Finanzindustrie und großer Konzerne zu opfern. Der Handel mit Verschmutzungsrechten schützt nicht das Klima, sondern schafft lediglich neue Geschäftsfelder für Banken und Konzerne. Und während immer mehr Menschen ihre Heimat wegen Dürren, Überflutungen und Ernteeinbrüchen verlassen müssen, rettet Bundeskanzlerin Angela Merkel lieber deutsche Automobilkonzerne als das Klima.


Dass bei den Verhandlungen in Kopenhagen Wirtschaftsinteressen höhere Priorität genießen als Menschenrechte und existenzielle Zukunftsfragen, zeigt auch der zu Wochenbeginn bekannt gewordene Geheimentwurf für ein Abschlussdokument aus der Feder der Industrieländer – das "dänische Papier". Die Verursacher des Klimawandels versuchen putschartig, die ärmeren Länder aus den Verhandlungen zu drängen, um nicht zur Verantwortung für ihre Klimaschuld gezogen zu werden. Das wirtschaftspolitische "Weiter-so" der Industriestaaten richtet dabei weitaus mehr Schaden an, als die versprochenen Hilfspakete für die Länder des Südens wieder gut machen könnten.

Volle Aktion: Entwaffnet die Märkte - für Klimagerechtigkeit!Attac fordert ein internationales Bekenntnis zu Klimagerechtigkeit. Neben einer verbindlichen Reduzierung der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 und 80 bis 90 Prozent bis 2050, muss schnell ein großer Klimafonds geschaffen werden, um die Folgen des Klimawandels abzupuffern und Anpassungen in den am meisten betroffenen Ländern zu ermöglichen. Notwendig sind zudem Steuern auf CO2-Emissionen. Die Milliardengewinne der Energiekonzerne müssen abgeschöpft werden, um den Schaden der fossilen Wirtschaftsstrategie weltweit einzudämmen und eine echte Energiewende herbeizuführen. Mit faulen Tricks wie CO2-Verklappung im Boden, Schönrechnereien von Eukalyptus-Kulturen in Entwicklungsländern und einem Lob der unbeherrschbaren Atomtechnologie kommen wir nicht weiter.

Zahlreiche Attac-Aktive aus ganz Europa beteiligen sich am morgigen Samstag, 12. Dezember, in Kopenhagen an einer großen Demonstration für echten Klimaschutz. Ebenfalls am Samstag machen lokale Attac-Gruppen mit Aktionen in vielen deutschen Städten auf ihre Kritik an den Klimaverhandlungen aufmerksam.

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