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Internationale Konferenz "Kampf ums Klima" in Köln

Bauerngewerkschafter Bakary Traoré aus Mali rechtzeigtig freigelassen

13.04.2015

Am vergangenen Wochenende hat die internationale Konferenz "Kampf ums Klima" in Köln stattgefunden. Neben der Rosa-Luxemburg-Stiftung, ausgeCO2hlt und anderen Organisationen war auch Attac Veranstalter der Tagung. Mehr als 350 Teilnehmer_innen tauschten sich zu vier thematischen Hauptsträngen aus: Klimagerechtigkeit, Extraktivismus, Energiedemokratie und Bewegung. Auch der Bauerngewerkschafter und Aktivist von "Afrique-Europe-Interact", Bakary Traoré aus Mali war zu Gast, um über die Zusammenhänge von Klimawandel und kleinbäuerlicher Landwirtschaft in Westafrika zu referieren. Dass er an der Konferenz teilnehmen konnte, war wenige Stunden zuvor noch nicht sicher, denn kurz vor seinem Abflug wurde der Präsident der COPON (Coordination des Paysans à'Office du Niger) in Bamako/Mali von der Gendarmerie festgenommen und in einen 270 km weit entfernten Ort gebracht.

Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft wurde Bakary Traoré vorgeworfen, einen Mitarbeiter des Office du Niger in einer Radiosendung bezichtigt zu haben, an einem weit zurückliegenden und bis heute nicht aufgeklärten Mord an einem Bauernaktivisten beteiligt gewesen zu sein. Darüber hinaus habe er die Bevölkerung gegen die Behörden des aufgewiegelt und dazu beigetragen, dass eine Kommission des Office du Niger ihre Arbeit nicht hätte erledigen können.

Vor allem Zweiteres zeigt, dass es bei der Festnahme darum ging, einen mutigen Bauerngewerkschafter einzuschüchtern. Denn Bakary Traoré hat in jüngerer Zeit zahlreiche Fälle von Korruption und irregulärer Landenteignung durch korrupte Mitarbeiter_innen des Office du Niger an die Öffentlichkeit gebracht – unter anderem durch seine regelmäßigen Radiosendungen. Außerdem war er Mitorganisator einer Bauernversammlung, die Ende März mit mehreren hundert Bäuerinnen und Bauern im Office du Niger stattgefunden hat – insbesondere zur Unterstützung der beiden Dörfer Sanamadougou und Sahou, die seit 2010 nahezu alle landwirtschaftlichen Nutzflächen durch Landgrabbing verloren haben.

Als die Nachricht von Bakary Traorés Verhaftung Deutschland erreichte, startete der Versuch, ihn und seinen Anwalt vor Ort dabei zu unterstützen, seine Freilassung zu erwirken. Zahlreiche Protestfaxe wurden an die malischen Botschaften in Europa geschickt und Geld für die entstandenen Kosten aufgetrieben.

Wir sind sehr froh, dass wir Bakary Traoré auf der Konferenz hören und mit ihm ins Gespräch kommen durften! Wir verurteilen die Verfolgung von Gewerkschafter_innen in Mali und weltweit nachdrücklich und stehen solidarisch hinter ihnen!

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