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100.000 Aktive auf Großdemo zum Klimagipfel

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Mit einer riesigen Demonstration haben am Samstag in Kopenhagen Menschen aus der ganzen Welt wirksamen Klimaschutz und globale Klimagerechtigkeit eingefordert. Auch Attac beteiligte sich mit einem eigenen Block – und übte aktive Solidarität gegenüber dem unangemessenen Polizeieinsatz.

Eine gigantische Menge von Klima-Aktiven aus verschiedenen sozialen Bewegungen flutet derzeit die Straßen von Kopenhagen. Zehntausende waren schon an den Vortagen gekommen oder bleiben über das Wochenende hinaus. Es herrscht bittere Kälte, doch dabei gute Stimmung. Mit der zentralen Demo am Samstag haben wir der Welt gezeigt: Die Klimabewegung ist ein mächtiger politischer Faktor geworden, mit dem gerechnet werden muss.

Frontbanner des Attac-Blocks auf der Klimademo in Kopenhagen. Foto: Mael Theuliere, Attac FRUnter dem Motto "Our climate is not for sale!" hat sich auch das Europäische Attac-Netzwerk an den Protesten beteiligt, mit Aktionen auf der Straße, BeobachterInnen im Kongresszentrum und Klima-Blogs im Internet. Zur Großdemo haben die internationalen Attacs einen eigenen Block organisiert, mit mehreren hundert Attacies aus zahlreichen europäischen Ländern. Mit Parolen wie: "Our Climate – not your business. Our Climate – not for sale!" oder "Change the System – not the Climate!" zeigten die Teilnehmenden auf, dass es Attac eben nicht um "ein bisschen mehr und ein bisschen besser" geht, sondern um ein "ganz anderes Klima-Abkommen", mit ganz konkreten und zugleich weitgehenden Maßnahmen. Es ist fatal, sich in der Klimapolitik auf Marktmechanismen zu fokussieren. Deswegen unterstützt Attac die Forderung der Länder des Südens nach globaler Klimagerechtigkeit.


Gefesselte DemonstrantInnen. Foto: Jakob Huber, Verwendung nur nach Rücksprache: jakob.berlin@googlemail.comÜberschattet wurde die Demonstration von einem massiven Polizeieinsatz, bei dem fast tausend Demonstrierende festgenommen wurden. Hendrik Sander, der auch für die Attac-AG EKU vor Ort ist, bezeichnete das Vorgehen als vollkommen überzogen: "Ohne Vorwarnung stürmte ein gepanzerter Polizeitrupp mit Einsatzwagen und Hunden in unseren Block und kesselte willkürlich etwa 1.000 DemonstrantInnen ein." Zu diesem Zeitpunkt war die Demonstration vollkommen friedlich. Hunderte DemonstrantInnen mussten anschließend Stunden lang bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit Handschellen auf der Straße sitzen, bevor sie abtransportiert wurden. Als die Polizei in die Demo hereinstürmte – und zeitweise auch Attacis einkesselte – blieben die Attac-Aktiven mit den Eingeschlossenen solidarisch, indem sie vor Ort präsent blieben.

Doch dem dänischen Staat wird es auch mit diesem vollkommen überzogenen Vorgehen nicht gelingen, die AktivistInnen einzuschüchtern. Der deutlichen Kritik wird in den nächsten Tagen durch Aktionen des zivilen Ungehorsams Ausdruck verliehen, an denen sich auch Aktive von Attac beteiligen. "Act Now!" lässt sich in diesem Sinne also nicht nur als Appell an die Regierenden verstehen, sondern auch als an die Menschen selbst gerichtet. Die Zukunft liegt in unserer Hand.

Attac fordert die Polizei in Kopenhagen dazu auf, sich im weiteren Verlauf der Gipfelproteste friedlich zu verhalten und demokratische Regeln zu achten.

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