Feministische Bewegungen und Care-Logik(en) als Bestandteil der sozial-ökologischen Transformation

Geschlechterverhältnisse, so die grundlegende These des Forums, beruhen gleichermaßen auf Herrschafts- und ungleichen ökonomischen Verhältnissen und sind davon durchdrungen. Der Kapitalismus könnte in der Form, wie wir ihn kennen, ohne das Patriarchat und die sich daraus ableitende Ausbeutung unbezahlter Sorgearbeit nicht existieren. Dieser Tatsache zum Trotz kämpfen Frauen* seit Jahrzehnten gegen das Patriarchat und für ein freies, gleichberechtigtes und gutes Leben für alle. Feministische Theorie(n) und Bewegungen sind daher aus dem Denken einer sozialökologischen Transformation nicht mehr wegzudenken. Diesen Anschlüssen zwischen (Queer-)Feminismus und dem Projekt der sozialökologischen Transformation wollen wir in diesem Forum mit Gastbeiträgen zum Begriff des Queer-Feminismus und der Care-Logik und einer anschließenden Diskussion nachgehen.

Beschreibung

Feministische Bewegungen können als eine der emanzipatorischsten Bewegungen der heutigen Zeit bezeichnet werden. Die sexuelle Revolution der 68er, die darauf folgenden, aktuell wieder aufflammenden Kämpfe um das Recht auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung und Abtreibung, die Me-Too Debatte und die Kämpfe von Muslimas und Kurd*innen sowie die Proteste von Frauen* in Spanien, Griechenland und Lateinamerika gegen das Patriarchat und seine Unterdrückung zeugen davon. Auch das Thema des Frauen*Streik im Jahr 2019 “Wenn wir streiken, steht die Welt still“ und die kraftvollen und kämpferischen Demonstrationen vom 8.März diesen Jahres bezeugen, dass in der feministischen Bewegung transformatives Potenzial steckt. In diesem Forum soll zu Beginn durch kurze Beiträge der Referent*innen grundlegendes Wissen über feministische Strukturen und aktuelle Kämpfe vermittelt werden. Anschließend diskutieren die Teilnehmenden die Frage, warum die feministischen Bewegungen in vielerlei Hinsicht so erfolgreich sind und wie sie zu einem der wichtigsten Bestandteile der sozialökologischen Transformation wurden. Die Diskussion soll angeleitet werden von der These, ein Paradigmenwechsel habe innerhalb der feministischen Forderungen grundlegend für die Anschlussfähigkeit an die sozialökologische Transformation und für die hohe Mobilisationskraft der feministischen Bewegungen in den letzten Jahren gesorgt. Nicht (nur) die Gleichberechtigung von Männern und Frauen, sondern darüber hinaus auch die Anerkennung und Umverteilung von Sorgearbeit, die Einschränkung männlicher Privilegien und das Denken und Handeln im Sinne einer Care-Logik, in der die Sorge für den Menschen und die Menschheit zusammen in den Mittelpunkt des Denkens gestellt wird, stehen nun “neu“ auf der Agenda der Forderungen feministischer Bewegungen.



Themenstrang

Kapitalismus und Demokratie

Beginn

02.08 2019 um 15:00 Uhr

Länge der Veranstaltung

01:30 h

Veranstaltungstyp

Forum

Raum

Bibliothek