Commons, Keimform, Konstruktion – Wie Kapitalismus überwinden?

Reform und Revolution benötigen ein wichtiges Element, um den Kapitalismus zu überwinden: die Konstruktion neuer Beziehungsweisen. Commons und Keimformtheorie helfen uns, diesen Konstruktionsprozess zu denken.

Beschreibung

Reform oder Revolution sind die bekannten Antworten auf die Frage nach einer grundlegenden gesellschaftlichen Transformation, jedoch haben beide Überwindungstheorien die gleiche Schwachstelle. Sie fokussieren tendenziell auf die Frage: “Wie ergreifen wir die politische Macht?“ Doch die eigentliche Transformationsfrage lautet: “Wie erreichen wir die befreite Gesellschaft?“ Hierfür ist ein politisch-staatlicher Bruch nicht ausreichend, sondern entscheidend ist die Konstruktion neuer, befreiender Formen gesellschaftlicher Organisation. Hier hilft die Keimformtheorie, welche feststellt, dass Gesellschaften nicht nach der Revolution vom Himmel fallen, sondern sich aus Keimformen, neuen Beziehungsweisen, aufbauen und entwickeln. Welche Keimformen erlauben die Organisation einer inklusiven und solidarischen Gesellschaft? Wie können sich diese verallgemeinern? Bei der ersten Frage hilft uns die Commonsforschung, die soziale Praktiken wie Solidarische Landwirtschaft und soziale Bewegungen untersucht. Diese erzeugen durch Prinzipien von Motivation und kollektiver Verfügung statt Arbeitszwang und Eigentum soziale Räume solidarischer Bedürfnisbefriedigung. Wir können auch von konstruktiv-revolutionären Strömungen einiges lernen, müssen diese aber an bestimmten Stellen überschreiten.



Themenstrang

Sozialökologische Transformation

Beginn

01.08 2019 um 17:00 Uhr

Länge der Veranstaltung

01:30 h

Veranstaltungstyp

Seminar

Raum

A2.02

Referent*in

Simon Sutterlütti