Smart City – Überwachung im Namen der Nachhaltigkeit?

Sollte man die Standortdaten aller Telefone auswerten, um Verkehrsflüsse zu optimieren, und Kennzeichen scannen, um Dieselfahrverbote durchzusetzen? Immer häufiger werden Umweltschutz und Datenschutz gegeneinander ausgepielt. Kerstin Demuth von Digitalcourage erklärt, warum überwachungsfreie Stadtplanung und Verkehrspolitik besser ist für Umwelt und Mensch.

Beschreibung

Während die “Smart City“ in Deutschland noch mit “Nachhaltigkeit“, “Effizienz“ und “Bürgerbeteiligung“ beworben wird, sprechen die Unternehmen in China und Dubai offen aus, um was es geht: lückenlose Kontrolle der Bevölkerung. In einigen chinesischen Provinzen wird die städtische Überwachungsinfrastruktur bereits erprobt, um ein “Social Score“-System zu testen. “Gutes“ Verhalten wird belohnt, “schlechtes“ sanktioniert: Wer Omi besucht und brav an der roten Ampel stehen bleibt, bekommt Bonuspunkte. Wer zwielichtige Freunde hat oder Müll auf die Straße wirft, bekommt Punktabzug. Mit realen Folgen: Die Reisefreiheit, die Möglichkeit Erwerbsarbeit oder eine Wohnung zu finden, werden durch einen schlechten Score-Wert eingeschränkt. China klingt weit weg, doch auch in Deutschland macht sich die Technik breit, mit der diese Disziplinierung umgesetzt wird. Einige Städte geben sich als Vorreiter: Darmstadt beispielsweise will sich ein Image als moderne “Digitalstadt“ aufbauen. Von welchem Hersteller die mit Sensoren ausgestatteten Straßenlaternen kommen? Das ist auf Websites und Werbebroschüren nicht ersichtlich. Im Geheimen werden Verträge zwischen Städten und Unternehmen geschlossen, teils mit dubiosen Firmen, die möglichst wenig darüber preisgeben wollen, welche Technik sie verwenden und welche Daten sie erheben. Kerstin Demuth von Digitalcourage beleuchtet einige Beispiele vermeintlich “smarter“ Städte und die Unternehmen, die davon profitieren. Fest steht: Überwachungsfreie Innenstädte sind besser für Mensch und Umwelt.



Themenstrang

Digitalisierung und Datenschutz

Beginn

03.08 2019 um 17:00 Uhr

Länge der Veranstaltung

01:30 h

Veranstaltungstyp

Workshop

Raum

C1.05

Referent*in

Kerstin Demuth

Referent*in

Elisabeth Voß