Wohnungen und privater Grund und Boden als Objekte der Kapitalverwertung

In den Großstädten und ihrem Umland, in den wirtschaftsstarken Mittel- und Universitätsstädten, herrscht Wohnungsnot. Zum einen nimmt die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum deutlich zu, zum anderen geht das Angebot am privaten Wohnungsmarkt drastisch zurück.

Beschreibung

Es herrscht Wohnungsnot. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum aufgrund steigender Zahlen Wohnungssuchender nimmt deutlich zu . Explodierende Mieten und Ertragsoptimierung im Bestand, Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, Fokussierung des Wohnungsneubaus auf teure Luxuswohnungen sowie Formwandel von Wohnungen als Gebrauchsgütern zu Objekten der Kapitalverwertung (Finanzialisierung) führen dazu, dass das Angebot am privaten Wohnungsmarkt drastisch zurückgeht. Der private Grund und Boden als räumliche Basis dieser Entwicklungen unterliegt durch monopolistische Preisforderungen und Ertragssteigerung, spekulative Renditeerwartungen und Profitmaximierung der gleichen Verwertungslogik. Der Anteil der Grundstückskosten an den Gesamtkosten im frei finanzierten Wohnungsbau beträgt inzwischen bis zu 70 Prozent. Die regulierenden und fördernden, in der Regel befristeten Eingriffe der öffentlichen Hand bei der Wohnungsversorgung sind unzureichend. Deshalb ist ein weitreichender Paradigmenwechsel erforderlich: Boden gehört in öffentliche Hand, bezahlbarer Wohnraum muss – wie beispielsweise in Wien – von demokratisch kontrollierten Wohnungsbaugesellschaften bzw. nicht-profitorientierten Trägern erstellt und dauerhaft verwaltet werden.



Themenstrang

Ein gutes Leben für alle!

Beginn

01.08 2019 um 09:30 Uhr

Länge der Veranstaltung

03:00 h

Veranstaltungstyp

Seminar

Raum

C2.09

Referent*in

Dr. Werner Heinz