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Sonntag, 19. Juli

Mit solidarischem Wirtschaften die Welt verändern? mit Elisabeth Voß

Sonntag, 19. Juli 2020 - 10 Uhr

Für ein gutes Leben für jede*n überall sind Kritik und Widerstand wichtig, aber ebenso der Aufbau wirtschaftlicher Alternativen.
Zum Einstieg werden dieses Andere und die transformatorischen Potenziale in der Vielfalt solcher Betriebe und Projekte skizziert. Diese alternativen Ideen und Praxen geraten sowohl von rechter als auch von neoliberaler Seite unter Druck, zum Beispiel indem Begriffe mit neuer Bedeutung belegt werden. Erschwernisse kommen jedoch nicht nur von außen, sondern die Solidarität untereinander ist ebenfalls sehr herausfordernd.
Abschließend werden Beispiele anderen Wirtschaftens gezeigt, die über Nischen hinausweisen, wie beispielsweise größere Genossenschaften, öffentliche Unternehmen, Netzwerke und munizipalistische Strategien von Stadtentwicklung.

 


 

Sozial-ökologische Transformation und wirtschaftliche Krisenprogramme wegen der Corona-Pandemie – Ist beides zu finanzieren? mit Alfred Eibl, Finanzexperte in der Attac-AG Finanzmärkte & Steuern

Sonntag, 19. Juli 2020 - 10 Uhr

Entgegen der Krisenbewältigung in der Nachfolge der großen Finanzkrise 2007 ff hat sich das öffentliche Bewusstsein so weit gewandelt, dass diesmal die staatlichen Konjunkturprogramme eine ökologische Komponente beinhalten und Einnahmeausfälle auf kommunaler Ebene teilweise kompensiert werden. Dabei sind jedoch die großen Aufgaben im Zusammenhang mit dem notwendigen Umbau der Wirtschaft in Richtung sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit noch nicht ernsthaft in Angriff genommen worden.

Auch wenn durch die kreditfinanzierten Krisenprogramme die deutsche Staatsverschuldung noch weit unter dem Niveau anderer entwickelter Staaten bleibt, so wird die Diskussion über Schuldenbegrenzung und Schuldenabbau lauter. Es droht wieder „den Gürtel enger schnallen“ bei den öffentlichen Ausgaben.

 Im Webinar soll diskutiert werden, ob die anstehenden Aufgaben im Rahmen des sozial-ökologischen Umbaus noch zusätzlich finanziert werden können und warum sich die sparsame „schwäbische Hausfrau Frau Merkel“ von gestern zur „Schuldenmacherin Frau Merkel“ von heute gewandelt hat. Wo liegen die Grenzen der staatlichen Schuldentragfähigkeit? Soll man von den „Schuldenbergen“ wieder runterkommen und wir könnte das aussehen?

 


 

Arbeit im Kapitalismus – Corona als Transformationsbeschleuniger? mit den Organisator*innen Carolin Mauritz und Prof. Dr. Werner Nienhüser sowie den Referent*innen Dr. Stefanie Hürtgen und PD Dr. Ronald Hartz

Sonntag, 19. Juli 2020 - 10 Uhr

There is a crack in everything / That's how the light gets in”. Dieses Zitat aus dem Lied und Gedicht „Anthem“ von Leonard Cohen trifft einen Aspekt der gegenwärtigen Krise: Die Corona-Pandemie zeigt die Risse im System der kapitalistischen Arbeitsorganisation, sie erhellt Probleme, Schwachstellen, Risse werden sichtbar. Die Risse verschwinden aber nicht dadurch, dass sie sichtbar werden. Wir müssen etwas dafür tun – das System reparieren, umbauen, neu aufbauen.

Mit zwei Expert*innen soll über die folgenden Fragen gesprochen werden: Welche Veränderungen für die Organisation von Arbeit hat die Pandemie bewirkt; welche Probleme (Risse) sind sichtbar geworden? Ist (auch über Naheliegendes, wie vermehrtes Arbeiten im Home Office hinaus) etwas Neues entstanden, was sich zu bewahren und zu verstärken lohnt? Gibt es negative Entwicklungen, gegen die wir etwas tun müssen? Wie schätzen die Referent*innen die langfristige Entwicklung der Organisation von Arbeit ein?

In dem Gespräch sollen auch die Differenzen zwischen Beschäftigtengruppen und die internationale Arbeitsteilung in den Blick genommen werden: Die Organisation von Arbeit in der Fleischwirtschaft unterscheidet sich von der in Architekturbüros und Hochschulen. Wenn Primark und Co. weniger Wegwerf-T-Shirts einkaufen, verlieren in Bangladesch Arbeiter*innen ihre Ernährungsgrundlage. Schließlich wird gefragt: Was ist zu tun? Spätestens bei dieser Frage ist auch die nach den Machtverhältnissen zu stellen.


 

Ins Handeln kommen für eine solidarische, sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Gesellschaft mit Prof. Klaus Dörre (Universität Jena), Lara Zschiesche (Students for Future), Manfred Fiedler (Bündnis „Krankenhaus statt Fabrik“) - Moderation: Jutta Sundermann

Sonntag, 19. Juli 2020 - 14 Uhr

Die Corona-Pandemie hat die Konstruktionsfehler unserer profitorientieren globalisierten Wirtschaft noch sichtbarer gemacht. Die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen kann, greift um sich. Konturen eines sozial-ökologischen Umbaus zeichnen sich ab. Auf der anderen Seite droht ein Rollback, befeuert durch fortlebende Profitinteressen. Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung spiegelt die Interessengegensätze wider.

Wie können wir die Kräfte für einen emanzipatorischen Neuanfang bündeln? Wie kommen wir aus der Idee in die Umsetzung einer sozial-ökologischen Transformation? Welches sind die Erfolg versprechendsten Projekte?

An zwei aktuellen Konfliktfeldern sollen Wege zu solidarischen und klimagerechten Lösungen untersucht werden: Wie kommt man von einer autozentrierten zu einer klimagerechten Mobilität für alle, wie zu einem bedarfsgerechten Gesundheitssystem, das frei von Konzerninteressen ist?