Keine Entlastung für Geschäftemacher mit dem Hunger

Attac protestiert bei Hauptversammlung der Deutschen Bank

Anlässlich der Aktionärsversammlung der Deutschen Bank demonstrierte das globalisierungskritische Netzwerk Attac vor der Veranstaltungshalle auf dem Frankfurter Messegelände.

Sabine Leidig, Geschäftsführerin im Attac Bundesbüro sagte: "Wir fordern die Aktionäre auf, dem Vorstand keine Entlastung zu erteilen. Ackermann und Co machen Geschäfte mit Hunger und Tod!" Zwar gäbe es verschiedene Ursachen für den Preisanstieg auf Lebensmittel, aber die Spekulation heize die Preissteigerungen unbestreitbar weiter an. Leidig: "Die Deutsche Bank hat in den letzten Wochen neue Maßstäbe für zynische Werbung gesetzt, indem sie auf Brötchentüten in Bäckereien und im Internet offensiv für Spekulation mit Lebensmitteln warb!".

Christine Starzmann vom Attac-Koordinierungskreis fordert, dass gegen den Hunger weitreichende Maßnahmen getroffen werden: "Die Spekulation mit Lebensmitteln muss auch durch die Politik begrenzt werden. Gleichzeitig ist es an der Zeit für eine Kehrtwende in der Agrarpolitik. Die Industrieländer haben den armen Ländern eine tödliche Diät verschrieben aus Exportorientierung und Marktöffnung, gewürzt mit Dumpingpreisen durch subventionierte Exporte aus den USA und der EU. Durch die Entscheidungen, immer mehr Lebensmittel statt auf Teller in die Tanks von Autos zu kippen, verschärfen die unersättlichen reichen Länder die Katastrophe noch."

Für Rückfragen:

  • Sabine Leidig, 0175 / 29 24 25 7
  • Christine Starzmann, 0179 / 13 61 57 7

Fotos stehen ab 12 Uhr unter dem Link: www.attac.de/hunger zur Verfügung.

Ergänzung: Im Internet warb die Deutsche Bank über Wochen mit folgenden Worten für die Spekulation mit ihrem DB Platinum Agriculture Euro Fonds* : "Agrarrohstoffe - begrenzt und begehrt. Folgende Erfolgsfaktoren lassen eine Wertsteigerung der Agrarrohstoffe erwarten:

  • Signifikant steigende Bevölkerung
  • Veränderung der Ernährungsgewohnheiten durch steigenden Lebensstandard in den Schwellenländern
  • Erhöhte Nachfrage nach Agrarrohstoffen bei der Produktion von erneuerbaren
  • Historisch weltweit niedrige Lagerbestände an Agrarrohstoffen"

* Zunächst fand sich diese Werbung öffentlich auf Brötchentüten von Frankfurter Bäckereien. Nach einer Protestaktion von Attac am 29. April wurde dies eingestellt. Bis gestern standen die Informationen im Internet, wurden jedoch nach Ankündigung der Attac-Aktivität zur Aktionärsversammlung am 28.Mai von der Homepage entfernt.