Menü

#TVN2020: Klima- und Arbeitskampf vereinen! Die ver.di Tarifrunde ÖPNV und die Verkehrswende

In diesem Jahr startet die Gewerkschaft ver.di die Kampagne #TVN2020: In allen Bundesländern werden die Arbeitsbedingungen für den kommunalen Nahverkehr verhandelt. Dafür wurden die entsprechenden Tarifverträge gekündigt und Anfang April 2020 gemeinsame Forderungen an die Arbeitgeber*innen übergeben. Dass dies in allen 16 autonomen Tarifbezirken gleichzeitig und mit einer einheitlichen Position gelang, ist ein Novum und wird die Auseinandersetzungen sehr schlagkräftig machen.

Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im Nahverkehr ist nicht nur sozial gerecht und dringend nötig, sondern auch die Voraussetzung für den Ausbau des Nahverkehrs, für den wir in der Attac-Kampagne "einfach.umsteigen - Klimagerechte Mobilität für alle!" kämpfen. Deshalb wollen wir in diesem Jahr Klima- und Arbeitskampf vereinen! Wir möchten die Beschäftigten in den Tarifauseinandersetzungen unterstützen und die #TVN2020-Kampagne mit unseren politischen Forderungen begleiten. Eine wunderbare Möglichkeit, um sozial und ökologisch wirklich konkret und ganz praktisch zusammenzudenken und den Schulterschluss mit den Beschäftigten zu versuchen. Denn für eine radikale Verkehrswende weg von schmutzigem Individualverkehr brauchen wir mehr und besseren ÖPNV, und dieser braucht gute Arbeitsbedingungen.

Hintergrund: Massiver Sparkurs im ÖPNV

An den Arbeitsbedingungen im Nahverkehr wurde seit 1990 massiv gespart: Der ÖPNV befördert heute 24% mehr Fahrgäste als noch vor 20 Jahren – und das mit 18% weniger Personal. Für die übrigen Beschäftigten heißt das immer höhere Arbeitsbelastung, was u.a. zu einer überproportional hohen Krankenquote im Fahrdienst führt. Zudem verhinderte die Sparpolitik Ausbildung, Neueinstellungen und verschreckt neue und junge Bewerber*innen: Schon heute sind 40% aller Beschäftigten über 50 Jahre alt; bis 2030 werden bundesweit zehntausende Beschäftigte fehlen. Diese Situation ist schon heute untragbar: Hohe Krankenstände und Personalmangel führen zu Fahrt- und Linienausfällen; ein Ausbau des ÖPNV scheint unter diesen Bedingungen schlicht unmöglich. Eine radikale Wende ist dringend nötig!

#TVN2020: Die Aktivitäten

Die Kampagne sollte fulminant, schlagkräftig und eng choreographiert werden: Ab April sollten Verhandlungen, Infoveranstaltungen und kleine Aktionen zum Druckmachen stattfinden, ab 1. Juli wäre mit größeren Streiks zu rechnen gewesen. Nun hat die Corona-Pandemie auch hier einen Strich durch die Rechnung gemacht und der Plan musste bis auf Weiteres angepasst werden. Zwar wurden die bundesweiten Forderungen für Entlastung und attraktivere Arbeitsbedingungen im Februar von der Bundesverhandlungskommission bestätigt. Allerdings verbunden mit der gleichzeitigen Verabredung, die Tarifkampagne und die Verhandlungen wegen Corona für unbestimmte Zeit zu pausieren.

Doch auch in der Zwischenzeit müssen wir weiterkämpfen: Die Beschäftigten im Nahverkehr sind tagtäglich draußen für uns im Einsatz, um das System am Laufen zu halten – auch unter Corona und auch unter Bedingungen, die zum Teil untragbar sind. Aktuell kämpft ver.di deshalb für ausreichenden Gesundheitsschutz von Beschäftigten und Fahrgästen im ÖPNV. Unterstütze dies jetzt!

Arbeitsbedingungen im ÖPNV: Warum kaum noch jemand Busfahrer*in werden will
ver.di: Klimaschutz und Nahverkehr
Das könnt Ihr JETZT tun!

Die Beschäftigten im ÖPNV sind auch unter Corona täglich draußen für uns unterwegs - teils unter unzureichendem Schutz. Unterstütze die Forderungen von ver.di für mehr Gesundheitsschutz im ÖPNV!

ver.di: Belastende Arbeitsbedingungen im ÖPNV
Bleibt auf dem Laufenden!

Sobald es weitergeht, informieren wir Euch über unseren Kampagnen-Newsletter. Dann könnt Ihr mit den Beschäftigten für bessere Bedingungen streiten und die Tarifkämpfe politisch unterfüttern.

>> Newsletter jetzt abonnieren!