Gegebenheiten vor Ort klären: Versorgungssituation

 

Zu Beginn lohnt es sich zu fragen, ob sich vor Ort schon jemand mit dem Thema beschäftigt: Parteien, z. B. die Grünen oder die Linken, Umweltgruppen, Bürgerinitiativen, soziale Verbände oder kirchliche Gruppen.

 

Hier gibt es den Fragebogen auch zum Herunterladen als pfd.

 

 

1. Wie demokratisch ist die Stromversorgung bei uns?


1.1 Wer ist der Stromversorger in meiner Stadt, von wem kommt die Stromrechnung? Manchmal ist eine Firma nur eine Tochtergesellschaft einerer vier großen Stromriesen.
    Name, Sitz und Rechtsform der Firma


1.2 Wer besitzt welche Anteile an dem Versorger? Haben die großen Konzerne Anteile und wenn ja, seit wann? Hat sich an dieser Stelle vor kurzem etwas geändert, wäre das eine gute Möglichkeit einzugreifen.

 

1.3 Steht der Einstieg von Investoren bevor?

 

1.4 Geschäftszahlen
    Umsatz, Gewinn, Menge des Verkauften Stroms?

 

1.5 Personen
   Namen Vorstandsebene, bei großen Firma auch Abteilungsleiter
   Auffälligkeiten, wie abgehalfterte Politiker oder Herkunft von von großen       Konzernen

 

1.6 Verträge der Kommunen mit Stromerzeugern über die öffentliche Wegenutzung zum Zweck der Stromverteilernetze (Konzessionsverträge)
Interessant ist zu wissen, ob diese eventuell bald auslaufen und man fordern kann, die Verträge nicht fortzuführen und die Verteilernetze stattdessen in kommunales Eigentum zu überführen.
    Laufzeiten, Konditionen

 

1.7 Wie sind die Verflechtungen des Versorgungsunternehmens mit der Kommune? Hier geht es darum, welche Mitsprachemöglichkeiten es gibt. Wer kann Einfluss nehmen und an wen muss man sich mit möglichen Forderungen richten.
    Personell, durch Anteilsbesitz, Vertreter der Parteien, usw.

 

1.8 Welche Rechte und Pflichten gibt es von den unterschiedlichen Parteien, die beteiligt sind? Kommen Energieversorger tatsächlich allen Pflichten nach, die vertraglich vereinbart sind?

 

1.9 Welchen Strom benutzt die Stadt für ihre Gebäude? Hier können sich sinnvolle Investitionsmöglichkeiten auftun, siehe auch Initiierung des Aufbaus von Photovoltaikanlagen bei öffentlichen Gebäuden.

 

1.10 Welche besonderen Ereignisse stehen an? (Aktionärsversammlungen, Jubiläen etc.) Das sind die Momente, an denen man mit der größten öffentlichen Aufmerksamkeit rechnen kann, deshalb sollte man zu solchen Ereignissen in Aktion treten.  

 

1.11 Gibt es Kritik, die in der Stadt oder von Seiten der Beschäftigten geäußert wurde? Hier können sich mögliche Mitstreiter finden lassen oder sogar Bündnisse auftun.
    an der Arbeit der Stadtwerke?
    am Stromversorgerunternehmen?   
    an den Eigentumsverhältnissen?

 

 

 

 

2. Wie sozial ist die Stromversorgung bei uns?

 

2.1 Wie hoch sind die Strompreise bei uns im Vergleich? Ist Ökostrom vielleicht günstiger? Es gibt mittlerweile Regionen, in denen der Ökostrom günstiger als der konventionelle Strom ist. 

 

2.2 Wieviele Abklemmungen gibt es im Jahr? Hier wäre es gut mehr Informationen zu haben. Interessant wäre auch zu wissen, wem denn eigentlich der Strom abgeklemmt wird.

 

2.3  Was genehmigt sich der Versorger selbst? (Gebäude, Dienstfahrzeuge, Altersbezüge der Leitungsebene, Abfindungen, teure Werbebroschüren im Vergleich zu Außenständen bei säumigen Zahlern)

 

 

 

 

3. Wie ökologisch ist die Stromversorgung bei uns?

 

3.1 Wie sieht der Stommix bei uns aus? Mittlerweile gibt es einen regen Handel mit Zertifikaten für Ökostrom, was dazu geführt hat, dass nicht immer alles tatsächlich Strom aus regenerativen Energiequellen ist, was als solcher angeboten wird.  
    Wie hoch ist der Anteil regenerativer Energien?  
    Handelt es sich tatsächlich um regenerative Energie oder sind sie nur so     zertifiziert?

 

3.2 Investiert man in neue Anlagen zur Gewinnung von Strom aus regenerativen Energiequellen? Wichtig ist auch, wie viel der Stromerzeuger tatsächlich in die Neuschaffung regenerativer Stromproduktionsstätten investiert. Ohne Investitionen ist Ökostrom nur halb so sinnvoll.

 

 

 

4. Wie sieht die Erzeugungssituation bei uns aus?


4.1 Welche Kraftwerke stehen in meiner Region?
    Welche Art Kraftwerke?
    Wem gehören die Kraftwerke und wer betreibt sie?
    Wie hoch ist der jeweilige CO2 Ausstoß?
    Wie lange ist die Laufzeit?    

 

4.2 Gibt es Bockheizkraftwerke? Blockheizkraftwerke werden als ökologisch unbedenklich eingestuft. Es kann sich um ein Modell handeln, dessen Förderung und Ausweitung man fordern kann.


4.3 Sind Neubauten, Umstellungen, Veränderungen geplant? Besonders anstehende Veränderungen kann man zum Anlass nehmen einzugreifen. Wird zum Beispiel gerade in der Nähe ein Kohlekraftwerk gebaut?

 

4.4 Gibt es große Firmen, die eigene Energie erzeugen? Einige große Firmen erzeugen ihren eigenen Strom auf dem Firmengelände. Hier kann es sich um riesige Stromproduzenten und -abnehmer handeln.
    Wenn ja, welcher Art ist die Energieerzeugung und in welchem Umfang         wird sie betrieben?
    Wird diese Energie auch von anderen genutzt?


4.5 Gibt es Erzeuger regenerativer Energie? Vielleicht gibt es in der eigenen Region schon eine ganze Reihe Produzenten von Strom aus regenerativer Energie, an die man anknüpfen kann. Vielleicht bietet sich hier ein Wechsel oder eine komplette Umstrukturierung an.

 

4.6 Sind topografische Besonderheiten vorhanden, die noch nicht genutzt werden? Es kann sein, das besondere landschaftliche Gegebenheiten geradezu zur Produktion von Ökostrom einladen. Darauf sollte man aufmerksam machen und die Erkenntnis mit Forderungen verknüpfen.
    Fluss für Wasserkraft, Berghöhen, besonders starke Winde, Land- oder     Forstwirtschaft für Biogas und Biomasse, Flächen für Photovoltik