Wachsende Bevölkerung, wachsender Wohlstand

Im Jahr 2050 werden vorraussichtlich 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben.

2008 lebt erstmals in der Geschichte mehr als die Hälfte der Menschheit in städtischen Regionen.

Es gibt eine hungrige neue Mittelklasse in Russland, China, Indien und Brasilien, die u.a. deutlich mehr Fleisch verlangt. In Indien ist die Fleischproduktion in den letzten 15 Jahren um 40 Prozent gestiegen. Dennoch betont Vandana Shiva, dass der durchschnittliche tägliche Kalorienverbrauch in Indien seit 1991 von 2200 auf 2150 Kalorien gesunken ist, und dass anstatt damals 177 Kilo Nahrung pro Jahr heute jeder InderIn nur noch 153 kg zur Verfügung hat.

In China stiegt der Fleischverbrauch pro Kopf und Jahr von 20 kg in 1980 auf 50 kg heute. Aber auch hier verwirren die Schlagzeilen oft: Noch immer ist China Netto-Exporteur von Reis und Fleisch!

Die industrielle Fleischproduktion wird als Problem weniger gern genannt als die Agrofuels. Während Rinder früher für den Menschen unverdauliches Gras weiden konnten und „in Fleisch verwandelten“, werden die Tiere heute in tierquälerischer Massenhaltung gemästet und mit industriellem Tierfutter auf der Basis von Getreide und Soja gefüttert. Mit einer schlechten Bilanz. Die FAO rechnet vor, dass 7 bis 8,5 kg Getreide für 1kg Rindfleisch benötigt werden, 5 bis 7 kg Getreide für 1 kg Schweinefleisch.

Allerdings: Alle diese Entwicklungen kommen nicht überraschend, sondern finden kontinuierlich statt! Eine Erklärung für die kurzfristigen drastischen Preissteigerungen liefern sie nicht.