Internationaler Börseneinbruch: Attac fordert starke Schrumpfung und strenge Regulierung der Finanzmärkte

Ungezügelte Finanzmärkte bedrohen Wirtschaft und Arbeitsplätze

Acht Jahre nach der letzten umfassenden Krise auf den Finanzmärkten platzen schon wieder Blasen. Weltweit sind in der letzten Woche die Aktienkurse abgestürzt. Allein in Europa wurden laut standard.at mehrere Hundert Milliarden Euro Börsenwerte vernichtet.

"Aktien müssen in erster Linie Instrumente sein, die Mittel für die Finanzierung von Produktion und Arbeitsplätzen zur Verfügung stellen", sagt Detlev von Larcher, Sprecher der Attac AG Finanzmärkte und Steuern.  Darauf müssen Finanzmärkte und Bankensystem ausgerichtet werden. Tatsächlich aber geht die Zockerei auf den Finanzmärkten ungebremst weiter.  Der Computerhandel verstärkt noch den Herdentrieb der Spieler. Wenn ein großer Investor verkauft, beginnt der große Abverkauf.

Deutlich ist, dass die Finanzmärkte immer noch ein Eigenleben außerhalb der Wirtschaft führen, diese aber durch ihre wüsten Spekulationen nach wie vor bedrohen. Unser kapitalistisches Wirtschaftssystem wird nach wie vor von den Finanzmärkten getrieben.

Dabei ist es nicht ausschlaggebend, ob die Börsentalfahrt in China den Beginn des großen Crashs darstellt, wie einige Börsengurus zu erkennen glauben, oder ob es sich um eine Korrektur handelt. Die völlig überhitzten und durch das billige Zentralbankgeld  aufgeblähten Märkte reagieren hektisch. Die Kursgewinne dieses Jahres sind jedenfalls in China und an der Frankfurter Börse innerhalb einer knappen Woche verloren gegangen. Das Handelsblatt urteilt folgendermaßen: "Das Grollen über den Weltbörsen ist der Soundtrack einer Geldkultur, die von einer Panik zur nächsten flüchtet. Wir sind Zeitzeuge eines finanzpolitischen Thrillers, bei dem nur noch unklar ist, wann der Mord passiert."

"Unsere Kritik an den viel zu schwachen Stabilisierungsmaßnahmen in der Europäischen Union erweist sich als berechtigt", sagt Werner Rätz, Mitglied im Attac-Koordinierungskreis und bei Blockupy aktiv. "Die Politik hat nicht die Finanzmärkte gezähmt, sondern sich noch verstärkt von ihnen abhängig gemacht." Das zeigen nicht zuletzt die ökonomisch völlig unsinnigen Maßnahmen, die Griechenland im Interesse der Finanzanleger  aufgezwungen wurden. Neoliberale Ideologie und Finanzlobbyismus haben die Politik  fester denn je im Griff. Noch immer wird beispielsweise über die Einführung einer Finanztransaktionsteuer diskutiert, statt sie endlich einzuführen.