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Klima- und Arbeits- kampf vereinen: #tvn2020 Verdi-Tarifrunde ÖPNV und die Verkehrswende

Klimafreundliche Mobilität heißt, den Autoverkehr drastisch zu verringern. Um trotzdem mobil zu sein, brauchen wir mehr und besseren öffentlichen Nahverkehr, und dieser braucht ausreichend viele und gesunde Beschäftigte. In den letzten Jahren haben sich die Arbeitsbedingungen im ÖPNV durch einen massiven Sparkurs aber immer mehr verschlechtert. Arbeitsverdichtung und -belastung, Krankheit und Personalmangel sind die Folgen. Deshalb kämpfen die Beschäftigten für eine Verbesserung ihrer Lage: In der Tarifrunde #tvn2020 verhandelt die Gewerkschaft Verdi die Arbeitsbedingungen für alle ÖPNV-Tarifbezirke neu. Betroffen sind 87.000 Beschäftigte in 130 kommunalen ÖPNV-Unternehmen, die täglich 13 Millionen Fahrgäste befördern. Wir unterstützen die Bus- und Bahnfahrer*innen in ihrem Kampf!

>> Mehr zur Verbindung von Klimaschutz & Nahverkehr im Verdi-Papier. Jetzt herunterladen!

>> Attac-Infos und Forderungen zum ÖPNV im Themenflyer: als Online-PDF // im Webshop

Dafür brauchen wir bis 2030 im ÖPNV:

Ausbau & Modernisierung!

ÖPNV eng getaktet, bezahlbar, barrierefrei - und abgestimmt auf den Deutschlandtakt im Fernverkehr.

Mehr Personal!

100.000 Neueinstellungen für ausscheidendes Personal und zusätzlich 70.000 neue Stellen für Modernisierung & Ausbau.

Weniger Auto, mehr ÖPNV!

Verdoppelung der Fahrgastzahlen durch Verdoppelung des Angebots an Bussen und Bahnen.

Geld für Öffis statt Autos!

Klimaschädliche Subventionen für (über 10 Mrd. Euro) und indirekte Kosten von (141 Mrd.) Autos in ÖPNV umlenken!

Attraktive Arbeit!

Faire Löhne, gute und gesunde Arbeitsbedingungen sowie gute Aus- und Weiterbildung für alle Beschäftigten.

Zerstörungsprojekte weg!

Kein Geld mehr für Autobahnausbau, neuen Straßenbau oder Megaprojekte wie S21 oder BER.

Solidarische Investitionsoffensive jetzt!

Für all das brauchen wir jährlich rd. 11 Mrd. Euro -  von Ländern, Kommunen und insbesondere dem Bund. Auch Nutznießer wie Handel, Unternehmen & Tourist*innen sollten mitfinanzieren.

Klimagerechte Mobilität für alle!

Radikaler Rückbau des Autoverkehrs und Ausbau von klimafreundlicher Mobilität per Fahrrad, Fuß oder Bus und Bahn - mit einer Verkehrsplanung, die Letztere bevorzugt. Attac-Forderungen im Detail >>

Die Aktivitäten:

Bitte beachtet: Alle Aktivitäten werden unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens und der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Situation geplant. Entsprechend können sich auch kurzfristige Änderungen ergeben. Abonniert unseren Newsletter, um auf dem Laufenden zu bleiben!

1. Juli          

  • Veröffentlichung der Forderungen in den Betrieben (Verdi)
  • lokale Aufklärungsarbeit, Bündnisse schmieden (politische Akteure)

        
vrs. Mitte August   

  • Beginn der ersten Verhandlungsrunde (Verdi)
  • Infoveranstaltungen und kleine Aktionen (politische Akteure, dezentral)
     

18. September       

Gemeinsamer dezentraler Aktionstag für besseren ÖPNV (politische Akteure und Verdi)

Beteiligt Euch: Die Beschäftigten brauchen auch Euch, um Druck zu machen und um Solidarität in der Bevölkerung zu werben. Ihr könnt viel beitragen: Vernetzt Euch mit Beschäftigten, Gewerkschafter*innen und den Polit-Gruppen in Eurem Ort und überlegt gemeinsam, wie ihr lokalen Druck aufbauen könnt. Veranstaltet gemeinsame Infoveranstaltungen; in großen Räumen, draußen oder virtuell, um über die Forderungen der Bus- und Bahnfahrer*innen und deren Bedeutung für den Klimaschutz zu informieren. Füllt unsere Forderungen mit Leben und passt sie an Eure lokalen Gegebenheiten an. Schafft mit kreativen Aktionen Aufmerksamkeit. Und beteiligt Euch mit einer eigenen Aktion am großen gemeinsamen Aktionstag!

 

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>> Ihr wollt mitmachen? Ihr braucht Kontakt zu solidarischen Gruppen, Beschäftigten oder Gewerkschafter*innen? Dann meldet Euch bei sabine.lassauer@attac.de!

Hintergrund: Massiver Sparkurs im ÖPNV

An den Arbeitsbedingungen im Nahverkehr wurde seit 1990 massiv gespart: Der ÖPNV befördert heute 24% mehr Fahrgäste als noch vor 20 Jahren – und das mit 18% weniger Personal. Für die übrigen Beschäftigten heißt das immer höhere Arbeitsbelastung, was u.a. zu einer überproportional hohen Krankenquote im Fahrdienst führt. Zudem verhinderte die Sparpolitik Ausbildung, Neueinstellungen und verschreckt neue und junge Bewerber*innen: Schon heute sind 40% aller Beschäftigten über 50 Jahre alt; bis 2030 werden bundesweit zehntausende Beschäftigte fehlen.
Diese Situation ist schon heute untragbar: Hohe Krankenstände und Personalmangel führen zu Fahrt- und Linienausfällen; ein Ausbau des ÖPNV scheint unter diesen Bedingungen schlicht unmöglich. Eine radikale Wende ist dringend nötig!

Arbeitsbedingungen im ÖPNV: Warum kaum noch jemand Busfahrer*in werden will
Probleme der Arbeit im ÖPNV

Hintergrundpapier von Verdi hier herunterladen.