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#TVN2020: Klima- und Arbeits- kampf vereinen! Verdi-Tarifrunde ÖPNV und die Verkehrswende

Die Tarifkampagne #TVN2020, die Verdi mit Corona aussetzen musste, startet ab 1. Juli 2020 langsam erneut: In allen Bundesländern werden die Arbeitsbedingungen für den kommunalen Nahverkehr verhandelt. Dafür wurden die entsprechenden Tarifverträge gekündigt. Am 1. Juli wurden dann die Forderungen (Bund und Länder) in den Betrieben veröffentlicht.  Dass dies in allen 16 autonomen Tarifbezirken gleichzeitig und mit einer einheitlichen Position gelang, ist ein Novum und wird die Auseinandersetzungen sehr schlagkräftig machen.

Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im Nahverkehr ist nicht nur sozial gerecht und dringend nötig, sondern auch die Voraussetzung für den Ausbau des Nahverkehrs, für den wir in der Attac-Kampagne "einfach.umsteigen - Klimagerechte Mobilität für alle!" kämpfen. Deshalb wollen wir in diesem Jahr Klima- und Arbeitskampf vereinen! Wir möchten die Beschäftigten in den Tarifauseinandersetzungen unterstützen und die #TVN2020-Kampagne mit unseren politischen Forderungen begleiten. Eine wunderbare Möglichkeit, um sozial und ökologisch wirklich konkret und ganz praktisch zusammenzudenken und den Schulterschluss mit den Beschäftigten zu versuchen. Denn für eine radikale Verkehrswende weg von schmutzigem Individualverkehr brauchen wir mehr und besseren ÖPNV, und dieser braucht gute Arbeitsbedingungen.

Hintergrund: Massiver Sparkurs im ÖPNV

An den Arbeitsbedingungen im Nahverkehr wurde seit 1990 massiv gespart: Der ÖPNV befördert heute 24% mehr Fahrgäste als noch vor 20 Jahren – und das mit 18% weniger Personal. Für die übrigen Beschäftigten heißt das immer höhere Arbeitsbelastung, was u.a. zu einer überproportional hohen Krankenquote im Fahrdienst führt. Zudem verhinderte die Sparpolitik Ausbildung, Neueinstellungen und verschreckt neue und junge Bewerber*innen: Schon heute sind 40% aller Beschäftigten über 50 Jahre alt; bis 2030 werden bundesweit zehntausende Beschäftigte fehlen. Diese Situation ist schon heute untragbar: Hohe Krankenstände und Personalmangel führen zu Fahrt- und Linienausfällen; ein Ausbau des ÖPNV scheint unter diesen Bedingungen schlicht unmöglich. Eine radikale Wende ist dringend nötig!

#TVN2020: Die Aktivitäten

Die Kampagne sollte fulminant, schlagkräftig und eng choreographiert werden: Ab April sollten Verhandlungen, Infoveranstaltungen und kleine Aktionen zum Druckmachen stattfinden, ab 1. Juli wäre mit größeren Streiks zu rechnen gewesen. Nun hat die Corona-Pandemie auch hier einen Strich durch die Rechnung gemacht und der Plan musste bis auf Weiteres angepasst werden. Zwar wurden die bundesweiten Forderungen für Entlastung und attraktivere Arbeitsbedingungen im Februar von der Bundesverhandlungskommission bestätigt. Allerdings verbunden mit der gleichzeitigen Verabredung, die Tarifkampagne und die Verhandlungen wegen Corona für unbestimmte Zeit zu pausieren.

Doch seit 1. Juli geht es langsam wieder los: An diesem Tag wurden die Forderungen (Bund und Länder) in den Betrieben veröffentlicht. Dort sollen sie nun erläutert und diskutiert werden. Ab Mitte August beginnen dann die Verhandlungen Bund und Länder - natürlich alles unter Vorbehalt und Berücksichtigung des Infektionsgeschehens und der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Situation.

Auch wir werden die Tarifkampagne begleiten und mit politischen Forderungen unterfüttern. Dafür könnt ihr Euch vor Ort mit Gewerkschafter*innen, Beschäftigten und Klimakämpfer*innen vernetzen und mit ihnen gemeinsam aktiv werden! Weitere Details sind aktuell in Planung, dazu gehört z.B. ein gemeinsamer Aktionstag im September. Wir halten Euch auf dem Laufenden!

 

Klimaschutz & Nahverkehr
Arbeitsbedingungen im ÖPNV: Warum kaum noch jemand Busfahrer*in werden will
Das könnt Ihr JETZT tun!

Die Beschäftigten im ÖPNV sind auch unter Corona täglich draußen für uns unterwegs - teils unter unzureichendem Schutz. Unterstütze die Forderungen von Verdi für mehr Gesundheitsschutz im ÖPNV!

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Sobald es weitergeht, informieren wir Euch über unseren Kampagnen-Newsletter. Dann könnt Ihr mit den Beschäftigten für bessere Bedingungen streiten und die Tarifkämpfe politisch unterfüttern.

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