Frauen zahlen den Preis für ein ungerechtes System

Zum 8. März, dem feministischen Kampftag, macht Attac auf die sozialen Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufmerksam.
Auch 2025 werden Frauen in Deutschland systematisch schlechter bezahlt als Männer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verdienen Frauen mit durchschnittlich 22,81 Euro brutto pro Stunde rund 16 Prozent weniger als Männer (27,05 Euro). Der Unterschied entsteht nicht zufällig – er ist das Ergebnis politischer und wirtschaftlicher Strukturen, die Ungleichheit reproduzieren. Zur berichteten Diskriminierung von nicht-binären Menschen am Arbeitsmarkt gibt es leider kaum verlässliche Zahlen.
Bis zum 30. Lebensjahr sind die Einkommensunterschiede gering. Danach klafft die Lohnlücke deutlich auseinander: Während Männer weiter Lohnzuwächse erzielen, stagnieren die Einkommen von Frauen. Der Zeitpunkt fällt auffällig mit der Geburt des ersten Kindes zusammen. Nur 40 Prozent der Mütter mit kleinen Kindern sind erwerbstätig, bei Vätern sind es fast 90 Prozent. Sorgearbeit wird weiterhin überwiegend Frauen aufgebürdet – meist unbezahlt oder schlecht bezahlt.
Besonders groß ist die Benachteiligung in der Privatwirtschaft (17 Prozent Gender Pay Gap), während sie im öffentlichen Dienst deutlich geringer ausfällt. Teilzeit, typische Frauenberufe und mangelnde Lohntransparenz verschärfen die Ungleichheit zusätzlich.
Rechnet man geringere Erwerbstätigkeit und weniger bezahlte Arbeitszeit hinzu, ergibt sich ein Gender Gap Arbeitsmarkt von 37 Prozent. Frauen arbeiten insgesamt sogar mehr als Männer – jedoch deutlich häufiger unbezahlt. Regional zeigt sich ein klares Ost-West-Gefälle: Im Osten sind die Löhne insgesamt niedriger, der Abstand zwischen Frauen und Männern jedoch geringer, nicht zuletzt wegen besserer Kinderbetreuungsstrukturen.
Diese Ungleichheit setzt sich im Alter fort. Frauen erhalten im Westen 41 Prozent weniger Alterseinkommen als Männer, im Osten rund 14 Prozent. Altersarmut ist damit vor allem weiblich und politisch gemacht.
Wir fordern daher grundlegende Reformen, um strukturelle Ungleichheiten am Arbeitsmarkt abzubauen: gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit, eine Aufwertung sozialer und personenbezogener Dienstleistungen, den Ausbau öffentlicher Kinderbetreuung, eine gerechte Verteilung von Sorgearbeit sowie ein Rentensystem, das Lebensrealitäten von Frauen endlich angemessen berücksichtigt.
Von realer Gleichstellung oder einem gleichermaßen selbstbestimmten Leben für alle Menschen ist Deutschland leider noch weit entfernt, daher braucht es den 8. März.