Menü

SiG 136 - Wachsende Unordnung

Leben in Zeiten des Corona-Virus: Mit einer Welle der Solidarität auf die „Schockstrategie“ antworten! - Pandemie im globalen Süden - Schutz oder Kontrolle? / Humanitäre Krise in Griechenland: Flüchtlingsaufnahme jetzt! /

EU-Vietnam Abkommen / Lateinamerika / Weltweit stehen Frauen auf / Vom Klimawandel zum Gesellschaftswandel /

Rechtsverschiebung in Deutschland / Friedensbewegung - Nuklearer Winter statt Klimaerwärmung?

 

SiG 136

Vorwort

Regierungen, die den Hungertod von 24 000 Menschen – täglich – ignorieren, seit Jahren Kriege führen, Geflüchtete nicht aufnehmen wollen, im eigenen Land die öffentlichen Dienste zusammenschrumpfen, Klimaschutzmaßnahmen nicht anpacken, Armut von Jung wie Alt und schlechte Arbeitsbedingungen, die zum vorzeitigen Tod führen, als normal betrachten, Sanktionen gegenüber Staaten nicht aufheben wollen, solche Regierungen hätten plötzlich ihr großes Herz „für den Schutz des Lebens“ entdeckt?
Erhebliche Ausgangsbeschränkungen – aber der elementare Schutz für die weiterhin arbeitenden Menschen, für die Pflegekräfte und sogar in den Krankenhäusern ist Mangelware! Die Herstellung von Medikamenten bleibt in den Händen von Privatkonzernen, es fehlt langsam an Medikamenten, auch an Mitteln der Palliativmedizin.
An die Existenznöte von Millionen Menschen hätte man gedacht – die Erfahrungen dieser Menschen sehen ganz anders aus. Schon wittern Finanzunternehmen ein gutes Geschäft angesichts kommender Pleiten von großen und kleinen Unternehmen, der wachsenden privaten und staatlichen Verschuldung, und eine erhebliche Wirtschaftskrise bahnt sich an. Da begreifen viele Menschen, dass „Solidarität und Selbstorganisation“ zu entfalten sind; „Nie Wieder“ rufen Vertreterinnen und Vertreter von Umweltorganisationen, Gewerkschaften und Verbänden in Frankreich (darunter Attac FR).
„Die Schwächsten – Frauen und Kinder, Menschen mit Behinderungen, Marginalisierte und Vertriebene – zahlen den höchsten Preis. Deshalb rufe ich heute zu einem sofortigen globalen Waffenstillstand in allen Teilen der Welt auf. Es ist an der Zeit, bewaffnete Konflikte zu beenden und sich gemeinsam auf den wahren Kampf unseres Lebens zu konzentrieren.“ (Guterres)

Bleiben wir nicht wie gelähmt angesichts dieser Situation, die uns verärgert, erzürnt und erschüttert. (…)
Es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass die globale Schockwelle von Covid-19 als dieeine „Krise“ zu viel angesehenwird und dass das derzeitige Regime der Ausbeutung und Zerstörung der Lebensbedingungen auf der Erde gestoppt wird.“ (Covid-entraide)

 

Chomsky mahnt uns: „Das Coronavirus ist eine ernst zu nehmende Bedrohung, aber es sollte daran erinnert werden, dass es sehr viel größere Bedrohungen gibt, die schlimmer sind als alles, was in der Geschichte der Menschheit bisher passiert ist: Eine ist die wachsende Gefahr eines Atomkriegs, die andere, die immer größer werdende Bedrohung durch die Erderwärmung. (…) Es wird nicht leicht werden, aber Menschen haben auch in der Vergangenheit Probleme lösen können.
Wie? „Es besteht die Möglichkeit, dass Menschen sich organisieren und einsetzen, wie es viele bereits tun und eine viel bessere Welt schaffen, die sich den massiven Problemen stellen wird.“

Eben diese vielfältigen Bewegungen der letzten Jahre, überall in der Welt, insbesondere von Frauen, sollen jetzt eingehegt, eingesperrt, mundtot gemacht werden. Wir werden ein wachsames Auge haben auf jeden Versuch der Regierung, die Krise zu nutzen, um ihre autoritären Züge zu verstärken.“ (Attac FR)

 

Wir stehen an einer Weggabelung: „Wenn wir durch die Krise auf die Probe gestellt werden, ziehen wir uns entweder zurück und brechen zusammen oder wir wachsen und finden Reserven an Kraft und Mitgefühl, von denen wir nicht wussten, dass wir dazu fähig sind“ (Naomi Klein )

Lassen wir nicht zu, dass der neoliberale Kapitalismus sich weiter vertieft.“ (Attac AT)

Schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind!“ ( Günter Eich,Sand im Getriebe)

 

Leben in Zeiten des Corona-Virus:Ein täglich aktualisiertes SiG-Dossier