SiG 130: Übergänge

Klimagerechtigkeit! - Politische Krise in Frankreich - 1914/18 - Widerstand gegen Aufrüsten - Nicaragua - Marokko - Großbriatnnien: Brexit /Corbyn

pdf-Datei rechts --->

 Werkstatt mit ergänzenden Artikeln

Vorwort

„Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren: Es ist die Zeit der Monster." (Gramsci)

Übergänge – so haben wir diese Ausgabe von “Sand im Getriebe“ getitelt. Spannungen wäre auch ein treffender Titel gewesen angesichts der Themen, auf die wir hier unsere Scheinwerfer richten. Aber Übergänge zeigt besser, dass sich die Welt, wie die Älteren unter uns sie kannten, Stück für Stück aufzulösen beginnt - schleichend und manchmal gar nicht wahrgenommen. In diesem Jahr aber sind die Veränderungen, denen wir uns stellen müssen gleich in vielfacher Hinsicht massiv ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Und doch entsteht etwas Neues – chaotisch, verletzlich – .

 

Die Gelbwesten-Bewegungen haben die politische Krise in Frankreich offenbart, deren Ausgang nicht absehbar ist.

Annick Coupé, ehemalige Sprecherin der Gewerkschaft Solidaires, jetzt Generalsekretärin von Attac Frankreich denkt, „die Gelbwesten sind sich bewusst, dass die Kämpfe der letzten Jahre an der Unnachgiebigkeit der Regierungen abgeprallt sind und dass es notwendig ist, andere Wege, andere Formen zu finden, um gehört zu werden.“

„Ein Kurswechsel muss durchgesetzt werden“ erklärt ein breites Bündnis. Welcher Kurs? Wie? Diesen Suchprozess dokumentieren wir.

 

Wie kann auch endlich ein Durchbruch im Klimaschutz erreicht werden? Welche sind die jetzt - nicht später - wirksamen Schritte? Es besteht immer mehr Konsens: „Kein ökologischer Übergang ohne soziale Gerechtigkeit!“ (Attac FR). Und es braucht ein Bündel von Kampagnen und Aktionen, von der individuellen bis zur politischen – internationalen – Ebene, wo jeder seinen Platz findet und selber aktiv wird.

Der „Pact for the transition - From words to action“ in Kanada ist dafür ein Beispiel.

In Deutschland - „Fossil des Tages“ - ist der Kohleausstieg weiterhin mit Wucht auf die Tagesordnung zu bringen.

 

Spätestens seit der Kündigung des INF-Vertrages durch US-Präsident Trump zeichnet sich ein für Europa hochgefährliches neues atomares Wettrüsten ab. Warum ist dennoch keine internationale Friedensbewegung in Sicht, die diesen Namen verdienen würde?, fragt Leo Ensel.

Wenn eine „Armee der Europäer“ salonfähig werden soll, wenn die Militarisierung der Pazifik-Region (Kampf um Asien) vorangetrieben wird, dann sollte man die verzweifelte Mahnung von Jean Jaurès kurz vor dem Ersten Weltkrieg lesen.

 

 

Die politische Situation in Nicaragua analysiert Matthias Schindler („In der Revolution hat es einen Konstruktionsfehler gegeben“); die Einmischung der USA gießt nur Öl ins Feuer.

 

Abdellah Elharif zeigt auf, wie zerstörerisch die Freihandelsabkommen mit Marokko gewirkt haben und meint „nur durch den Kampf der Bevölkerungen der EU für ein Europa in ihrem Interesse und der Bevölkerungen des Südens für nationale Befreiung und Demokratie werden die Voraussetzungen für Beziehungen auf Augenhöhe geschaffen.“

 

„Das von Theresa May angekündigte Brexit-Abkommen enthält die schlimmsten möglichen Konsequenzen, die nach dem Referendum für uns denkbar waren“. (Nick Deardon, Global Justice Now)

Soll es ein zweites Referendum über den Verbleib des Vereinigten Königreichs (UK) in der EU geben? Die britische Labour-Partei ist offensichtlich tief gespalten in dieser Frage.

Ein Artikel von German Foreign Policy zeigt auf, wie der BREXIT Großbritannien „an die EU fesselt.“

Eine Analyse über die Labour-Partei und die Wahlerfolge von Corbyn liefert nicht nur wertvolle Informationen über Großbritannien, sondern fordert heraus: Was können wir in anderen europäischen Ländern daraus lernen?