Übersicht

Die Aktivität III.1 (Meinungsbarometer Wachstum) bietet einen aktivierenden und möglicherweise kontroversen Einstieg ins Thema. Es werden Thesen zum Thema Wachstum in den Raum gestellt, zu denen sich die Lernenden zwischen voller Zustimmung und voller Ablehnung positionieren können. Dabei werden vorhandene Positionen der Lernenden rund um das Thema deutlich beziehungsweise sie können beginnen solche zu entwickeln.

In Arbeitsblatt III.2 (Die Geschichte des Bruttoinlandsproduktes) können die Lernenden anhand von Auszügen eines 2014 in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Interviews mit dem Ökonomen und Politologen Philipp Lepenies (M1) in Erfahrung bringen: a) welche Kennziffer sich durch die Berechnung des BIP ergibt, b) welche Bereiche in die Berechnung des BIP einfließen und c) seit wann und warum das BIP berechnet wird. Zudem wird im Interview angedeutet, dass seit der Einführung des BIP das Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft eine besonders hervorgehobene Bedeutung erfahren hat und diese Tatsache durchaus auch kritische Stimmen hervorgerufen hat.

Zur Vertiefung bietet sich hier das »Wachstumsquartett, ein Kartenspiel zum Bruttoinlandsprodukt« an, das die Kolleg_innen von FairBindung und vom Konzeptwerk Neue Ökonomie entwickelt haben. Dabei wird einerseits nochmals deutlich, welche Bereiche in das BIP einfließen und andererseits, welche Bereiche nicht berücksichtigt werden, obwohl sie unter Umständen einen höheren Nutzen für die Gesellschaft haben.

In der Aktivität III.3 (Die globale Perspektive) versetzen sich die Lernenden in unterschiedliche Rollen von Menschen aus dem Globalen Süden sowie dem Globalen Norden, um unterschiedliche Lebensrealitäten in Bezug auf Wirtschaftswachstum zu erfahren. Es werden Fragen zum Thema vorgelesen und je nachdem, wie sie in der Rolle beantwortet werden, dürfen manche einen Schritt vorgehen, während andere stehen bleiben oder einen Schritt zurückgehen müssen. Dadurch setzen sich die Lernenden mit der Diskrepanz auseinander, dass Wirtschaftswachstum den einen Vorteile bringt, während andere die Folgeschäden zu spüren bekommen. Anschließend können die Erfahrungen aus der Aktivität in Beziehung zu einem Interview mit dem Soziologen Stephan Lessenich (M1) und seinem Begriff der Externalisierungsgesellschaft gesetzt werden.

In Arbeitsblatt III.4 (Was soll wachsen? Soziale und ökologische Aspekte) setzen sich die Lernenden mit ökonomischen, sozialen und ökologischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte auseinander. Dabei untersuchen sie zum einen, in welchen Zusammenhängen von Wachstum die Rede ist. Zum anderen setzen sie sich mit der Frage auseinander, was wachsen soll und was nicht. Grundlage dafür sind sechs Diagramme zu den Entwicklungen europäischer Bruttoinlandsprodukte (M1), globaler Treibhausgase (M2), des globalen ökologischen Fußabdrucks (M3), der Lebenserwartung (M4), psychischer Krankheiten (M5) und prekärer Arbeit (M6). Anschließend bietet ein Text von Niko Paech (M7) die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit einer wachstumskritischen Position. Im zweiten Teil des Arbeitsblattes setzen sich die Lernenden mit der Kritik am BIP und dem Ansatz der Wohlstandsindikatoren auseinander, wie sie im Abschlussbericht der Enquete-Kommission des Bundestages »Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität« (M8—11) formuliert wurden. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung können sie abschließend auf ihre eigenen Antworten auf die Frage »Was soll wachsen und was nicht?« zurückbeziehen.

Arbeitsblatt III.5 (Ist Wachstum noch zeitgemäß?) schließt das Modul ab und knüpft an die bisherigen Inhaltsbereiche von Wachstum an, kann jedoch auch unabhängig von diesen genutzt werden. Mit der Methode der Talkshow wird die aktuelle Diskussion zwischen klassischen wachstumsorientierten und kritischen Ansätzen simuliert. Hierzu nehmen die Lernenden arbeitsteilig vier unterschiedliche Rollen ein, auf die sie sich mit Originaltexten vorbereiten können: Der Sozialwissenschaftler Matthias Schmelzer ist Vertreter einer wachstumskritischen Position (M1), der Journalist und Ökonom Rainer Hank ist Kritiker der Degrowth-Bewegung (M2), der Journalist Peter Carstens hat sich mit dem Verhältnis von Natur und Ökonomie (M3) beschäftigt und der Ökonom und FDP-Politiker Karl-Heinz Paqué ist klassischer Wachstumsbefürworter (M4). Mit Hilfe von Regieanweisungen (M5) kann sich zudem das Team der Talkshow auf die Sendung vorbereiten und für die Zuschauer_innen gibt es Beobachtungshinweise (M6), die später die Grundlage der Ergebnissicherung bilden können.

Als inhaltlicher Abschluss des Themas Wachstum bietet sich schließlich das Arbeitsblatt IV.3 (Postwachstumsökonomie) aus der Sammlung ökonomischer Alternativansätze in Modul IV an.