Übersicht

Die Aktivität I.1 (Bildimpuls – Arbeitsverhältnisse) bietet zum Einstieg zwölf Bilder (M1 bis M12) an, die Fragen nach der Bedeutung von Arbeit in der heutigen Gesellschaft aufwerfen. In Gruppenarbeit können die Lernenden damit verbundene Konfliktfelder identifizieren und diese in Form des Statuentheaters darstellen. Ein zweiter Arbeitsvorschlag ist, die Bilder einmal danach zu sortieren, wer vermutlich am meisten freie Zeit für sich hat und einmal danach, wer vermutlich das meiste Geld bekommt, um so wiederum in ein Gespräch über die gesellschaftliche Bedeutung von Arbeitsverhältnissen zu kommen.

Als weitere Möglichkeit zum Einstieg bieten sich auch die Fragen zum Thema Kapitalismus im Meinungsbarometer aus Modul III an (Aktivität III.1).

Die Aktivität I.2 (Das Gummibärchenspiel) simuliert grundlegende Mechanismen der kapitalistischen Marktwirtschaft und ist gut zum Einstieg geeignet. Aufgeteilt in die Rollen von Unternehmer_innen, (teils eingewanderten) Arbeiter_innen und Erwerbslosen produzieren die Lernenden Schiffe für den Markt. Dabei werden unter anderem die Zwänge zur Akkumulation einerseits und zur Lohnarbeit andererseits spielerisch nachvollzogen.

Arbeitsblatt I.3 (Wer spricht wie über Wirtschaft?) thematisiert die verbreitete sprachliche Unterscheidung zwischen »positiver (Sozialer) Marktwirtschaft« und »negativem Kapitalismus« und fragt ideologiekritisch nach den Interessen, die mit solchen sprachlichen Figuren verbunden sind. Zunächst können die Lernenden in getrennten Gruppen Assoziationen zu den Begriffen Marktwirtschaft und Kapitalismus sammeln und die Ergebnisse vergleichen. Anschließend bieten ein Text des Wirtschaftswissenschaftlers Ralf Ptak (M1) oder ein etwas weniger voraussetzungsvoller Text (M2) sowie eine Karikatur von Plaßmann (M3) die Möglichkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Begriff der Sozialen Marktwirtschaft.

Schließlich können die Lernenden wiederum in Gruppenarbeit die Verwendung der Begriffe »(Soziale) Marktwirtschaft« einerseits und »Kapitalismus / Neoliberalismus« andererseits in der medialen Öffentlichkeit analysieren. Als Material dienen dabei ein Interview mit dem Philosophen Thomas Bedorf (M4) sowie ein Text aus dem Handelsblatt (M5). Abschließend wird die These »Soziale Marktwirtschaft ist Kapitalismus im Schafspelz« zur Diskussion gestellt.

Arbeitsblatt I.4 (Marktwirtschaft und Kapitalismus) bietet einen Zugang zu den theoretischen Konzepten der Marktwirtschaft einerseits und des Kapitalismus andererseits, die jeweils in einer Gruppe bearbeitet werden. Zunächst entwickeln die Gruppen eine spontane Arbeitsdefinition, die gemeinsam besprochen wird. Dabei kann auch die Karikatur (M3) aus dem Arbeitsblatt I.3 eingesetzt werden.

Anschließend erarbeitet jede Gruppe anhand eines Textes und eines Schaubildes einen Kurzvortrag zu ihrem Konzept. Materialgrundlage der Gruppe »Marktwirtschaft« ist dabei der Eintrag »Angebot und Nachfrage« aus dem »Lexikon Soziale Marktwirtschaft« der Konrad-Adenauer-Stiftung (M1), ein Schaubild zur Bildung von Gleichgewichtspreisen (M2) sowie ein etwas leichterer Alternativtext (M3). Grundlage der Gruppe »Kapitalismus« ist ein Text des Politikwissenschaftlers Ulrich Brand (M4), ein Schaubild zu den gekoppelten Kreisläufen der Güterproduktion und der Reproduktion von Arbeitskraft (M5) sowie wiederum ein etwas leichterer Alternativtext (M6).

Nachdem die Gruppen die Kurzvorträge gehalten und sie gemeinsam diskutiert haben, können die Arbeitsdefinitionen zu fundierten Kurzdefinitionen überarbeitet werden. Den Abschluss bildet ein Text von Christine Bauhardt zum Thema Feministische Kapitalismuskritik (M7). Die zughörigen Arbeitsvorschläge zielen auf einen Vergleich mit den zuvor erarbeiteten Ergebnissen und somit auch auf die Ergebnissicherung und Vertiefung. An die feministische Debatte schließt auch das Arbeitsblatt IV.5 zum Thema Care Revolution im Alternativen-Teil an.

In der Aktivität I.5 (Das Marktspiel – Von der Konkurrenz zur Konzentration) begegnen sich die Lernenden als Käufer_innen und Verkäufer_innen auf dem Markt. Zunächst wird das neo-klassische Modell des »vollkommenen Marktes« simuliert, danach setzt der typische konkurrenzgetriebene Konzentrationsprozess ein. Anschließend werden das Modell des idealen Marktes und die Marktformen in einem Autorentext (M1) eingeführt.

Dies wird anschließend mit den realen Konzentrationsprozessen kontrastiert. Grundlage ist ein Text der Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann (M2). Zur Weiterarbeit bietet sich die Thematisierung von Wettbewerbspolitik an, zugleich kann aber auch diskutiert werden, ob angesichts der faktischen Konzentration die Vergesellschaftung von Großkonzernen (siehe Arbeitsblatt IV.5) sinnvoll wäre.