Übersicht

Arbeitsblatt I.1 bietet zum Einstieg drei Bilder aus der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen (M1-M3) an. Die Bilder werfen Fragen nach der Bedeutung von Geld für das eigene Leben sowie nach seiner ungleichen Verteilung und den Gründen dafür auf, die in einer Gruppenarbeit diskutiert werden können.

Die Aktivität I.2 (Das Verteilungsbild) eignet sich als Einstieg in die Themen soziale Ungleichheit und Steuerpolitik. Die Lerngruppe stellt die Verteilungsverhältnisse in Deutschland nach. Konkret werden die Verteilung von Vermögen, Einkommen sowie von Steuern und Abgaben auf verschiedene Bevölkerungsgruppen nachvollzogen. In der Auswertung kann die erlebte Verteilung anhand von Tabellen und Diagrammen zur Verteilung von Einkommen und Steuern (M1), zum Männer- und Frauenanteil an den Einkommensgruppen (M2) und zur Vermögensverteilung (M3) nachvollzogen und reflektiert werden.

Die damit aufgeworfenen verteilungs- und fiskalpolitischen Fragen können mit den beiden folgenden Arbeitsblättern (I.3 und I.4) vertieft werden. Sie bieten eine Waage als Bild für die staatlichen Einnahmen und Ausgaben an. So kann gefragt werden, auf welcher Seite welche Gewichte weggenommen (Ausgabenkürzung, Steuersenkung) oder hinzugestellt (Mehrausgaben, Steuererhöhung) werden können, ohne dass die Waage aus dem Gleichgewicht kommt. Sofern beide Arbeitsblätter eingesetzt werden, bietet sich die Verwendung der Waage als verbindendes Element zur Visualisierung an.

Arbeitsblatt I.3 beschäftigt sich zunächst mit den Aufgaben und den entsprechenden finanziellen Ausgaben des Staates. In diesem Zusammenhang wird das Modell des Staates als Waage (M1) eingeführt und Stichworte aus der Erklärung der Menschenrechte (M2) bieten Anhaltspunkte bei der Frage nach den Aufgaben des Staates. Die Forderung nach staatlichen Sparmaßnahmen durch Bundeskanzlerin Angela Merkel, über die in einem Artikel aus der Financial Times (M3) berichtet wird, gibt dann Anlass, die zehn größten Ausgabeposten des Bundeshaushalts (M4) in den Blick zu nehmen und Sparvorschläge zu entwickeln. Abschließend bietet ein dpa-Bericht (M5) zu den Folgen der Sparpolitik im griechischen Gesundheitssystem Anlass zu einer kritischen Betrachtung undifferenzierter Forderungen nach Sparmaßnahmen.

Arbeitsblatt I.4 nimmt die Einnahmeseite in den Blick. Zunächst werden die zehn größten Einnahmenquellen des Bundes (M2) als zweite Seite des Modelles der Waage (M1) betrachtet. Die Lernenden können zunächst eigene Vorschläge zur Erhöhung der Einnahmen entwickeln. Anschließend werden diese Vorschläge unter den Gesichtspunkten der möglichen Mehreinnahmen und der sozialen Gerechtigkeit beleuchtet. Dazu setzen sich die Lernenden mit Daten zum Gesamtaufkommen der verschiedenen Steuerarten (M3,) zur Verteilung von Einkommen und Steuern auf verschiedene Bevölkerungsgruppen (M4) sowie zur Entwicklung des Einkommensteuertarifs in Deutschland (M5) auseinander.

Arbeitsblatt I.5 behandelt den Konflikt um die Vermögensteuer als ein Beispiel für die Debatte um eine gerechte Verteilung der Krisenlasten. Als Einstieg dient der Artikel „Warum Reiche eine Reichensteuer fordern“ aus der Süddeutschen Zeitung (M1). Anschließend wird die Frage der Vermögensteuer mit der Methode der => Pro- und Contra-Debatte behandelt. Dabei entwickelt die Pro-Gruppe ihre Position in Auseinandersetzung mit dem Artikel „Mit Großmut kommt man nicht weiter“ aus der Tageszeitung (M2). Die Contra-Gruppe zieht den Artikel „Lasst die ‚Reichen’ in Ruhe“ aus der Zeit (M3) heran.

Der Infokasten Steuern I.6 kann als kurze Einführung in die Steuerpolitik genutzt werden und bietet sich insbesondere als Glossar bei der Bearbeitung der Arbeitsblätter I.4 und I.5 an.

Das Arbeitsblatt I.7 behandelt schließlich die ökonomischen Folgen der Ungleichverteilung. In Auseinandersetzung mit einem Kommentar aus der Frankfurter Rundschau (M1) wird das übermäßige Wachstum der Finanzmärkte als wesentlicher Effekt der Reichtumskonzentration erarbeitet. Zugleich werden andere wichtige Fragen der Finanzmarktregulierung angesprochen. Damit schlägt das Arbeitsblatt eine Brücke zu Modul III und kann auch dort eingesetzt werden.