Übersicht

Arbeitsblatt I.1 bietet vier Bilder zu den aktuellen Handelsverträgen an, die entweder gemeinsam mit der Methode des Gallery Walk oder auch einzeln genutzt werden können. Konkret handelt es sich um eine Karikatur zu TTIP, CETA und TiSA (M1), ein Bild von einer Demonstration gegen TTIP (M2), eine Adbusting-Aktion zu TTIP (M3) und das Cover eines kritischen Buches zu TiSA (M4).  Zu jedem Bild gibt es verschiedene Arbeitsvorschläge, so dass das Arbeitsblatt sowohl zum Beginn als auch zum Abschluss des Themas eingesetzt werden kann.

Das Infoblatt I.2 stellt die wichtigsten aktuell diskutierten Handelsverträge (TTIP, CETA, TiSA und EPAs) kurz vor und kann begleitend zu allen Arbeitsblättern eingesetzt werden.

Arbeitsblatt I.3 thematisiert in Form eines Comics (M1) David Ricardos klassische Argumentation für den ‚Freihandel’ sowie die Kritik daran. Die Form des Comic bietet an dieser Stelle eine Abwechslung zur herkömmlichen Textarbeit, ist aufgrund der komplexen Thematik allerdings nicht weniger anspruchsvoll. Abschließend kann das Wissen angewandt werden, indem sich die Lernenden kritisch mit einem Kommentar aus der "Welt" (M2) auseinandersetzen, der mit Ricardo für TTIP argumentiert.

Die Aktivität I.4 (Statuen-Theater) kann als methodische Klammer genutzt werden, um das trockene, kopflastige Thema Handelsverträge mit aktivierenden, körperlichen und künstlerischen Momenten zu verbinden. Es wird vorgeschlagen, die Methode zum Einstieg ins Thema einzuführen und sie anschließend bei der Auseinandersetzung mit TTIP (Arbeitsblatt I.5) oder mit EPAs (Arbeitsblatt I.6) und schließlich bei der Frage nach einer alternativen Handelspolitik (Arbeitsblatt I.7) wieder aufzugreifen.

Arbeitsblatt I.5 behandelt zentrale Interessengegensätze und ihre unterschiedlichen Machtressourcen in der Auseinandersetzung um TTIP. Zentrale Materialien sind kurze Statements von vier Unternehmensvereinigungen und vier zivilgesellschaftlichen Gegenpositionen, nämlich vom Bankenverband (M1), dem Deutschen Gewerkschaftsbund (M2), von Finance Watch (M3), vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (M4), dem Bundesverband der Deutschen Industrie und anderen (M5), dem Verband der chemischen Industrie (M6), TheCityUK (M7) und von Corporate Europe Observatory (M8). Für den bilingualen Unterricht stehen diese Materialien auch auf Englisch bereit.
Ein erstes Gespür für diese Akteur_innen und ihre Interessen können die Lernenden entwickeln, indem sie zentrale Aussagen und dazu passenden Aktuer_innen zusammenpuzzeln.
Die korrekte Lösung des Puzzles ist: 1-D, 2-B, 3-C, 4-E, 5-F, 6-G, 7-H, 8-A.

Anschließend wird vorgeschlagen, eine Expert_innenanhörung der EU-Kommission und eine Podiumsdiskussion des Bündnis "Stop TTIP" zu simulieren. An dieser Stelle ist es zentral, beide Teile der Simulation in der richtigen Reihenfolge durchzuführen, damit das Ungleichgewicht zwischen Großunternehmen und anderen Interessengruppen deutlich wird. Zunächst bereiten sich die Lernenden in acht Kleingruppen (= Interessengruppen) auf die Anhörung vor. Tatsächlich dürfen aber nur die vier Unternehmenslobbyist_innen und eine weitere Gruppe an der Anhörung teilnehmen. Nach einer Zwischenreflexion wird dann eine Podiumsdiskussion mit den vier TTIP-kritischen Organisationen durchgeführt. Bei dieser sammeln die Zuschauenden Argumente, die sie anschließend zu Flugblättern ausarbeiten, bevor sie abschließend persönlich zu TTIP Stellung nehmen. Schließlich wird mit Bezug auf einen Text aus Lobbypedia (M9) reflektiert, wie realistisch die Simulation insgesamt war.
An Stelle der Simulation kann M9 auch zur Durchführung einer Konfliktanalyse genutzt werden. Als weitere methodische Möglichkeit wird vorgeschlagen den Konflikt um TTIP in Form einer Statue darzustellen (siehe Aktivität I.4).

Arbeitsblatt I.6 widmet sich dem im Vergleich zu TTIP wenig beachteten EPA (Economic Partnership Agreement)  zwischen der EU und dem ECOWAS-Verbund westafrikanischer Staaten. Im Zentrum steht dabei die Frage von Milchprodukten, also die Überproduktionskrise in der EU, die mittels Export von Milchpulver gelöst werden soll und so die Stabilisierung lokaler Märkte in Westafrika untergräbt. Zunächst werden der Kern des Konflikts sowie zentrale Akteur_innen mittels eines fiktiven, aber realitätsnahen Zeitungsberichts über einen EU-Afrika-Gipfel (M1) analysiert. Anschließend erarbeiten die Lernenden im Rahmen eines Gruppenpuzzles anhand von Originalquellen die Interessen dieser Akteur_innen. Auch diese Materialien stehen für den bilingualen Unterricht auf Englisch zur Verfügung.
Im Einzelnen sind dies der westafrikanischer Staatenbund ECOWAS (M2), ein Netzwerk westafrikanischer Bauernorganisationen (M3), die Europäische Kommission (M4), eine Europäische Großmolkerei (M5), ein Europäischer Molkereiverband (M6) sowie die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in Kooperation mit Misereor (M7). Anschließend treffen sich die Vertreter_innen der einzelnen Gruppen wieder in Stammgruppen und sollen dort einen Kompromiss finden. Abschließend werden die Kompromisse, die in den Gruppen erarbeitet wurden, mit der realen Entwicklung anhand eines Artikels der NGO Germanwatch (M8) verglichen. Und schließlich wird auch hier angeboten, den analysierten Konflikt in Form einer Statue darzustellen und zu bearbeiten.

Zum Abschluss des Moduls befasst sich Arbeitsblatt I.7 mit Vorschlägen für eine Alternative Handelspolitik, die von 50 zivilgesellschaftlichen Organisationen vorgelegt wurde. Es wird angeboten, dass die Lernenden sich zunächst in Kleingruppen noch einmal in die Interessengruppen aus Arbeitsblatt I.5  zu TTIP (M1) und / oder aus Arbeitsblatt I.6 zu EPA (M2) hineinversetzen und jeweils von deren Warte aus Auszüge aus dem Alternativen Handelsmandat (M3) beurteilen, bevor das Konzept an sich diskutiert wird. Anschließend wird vorgeschlagen, dass die Lernenden eine Statue entwickeln, mit der sie in der Fußgängerzone für eine alternative Handelspolitik werben könnten. Schließlich wird angeregt, in Einzelarbeit bestimmte Aspekte des Alternativen Handelsmandates zu vertiefen und nach entsprechender Internetrecherche einen Kurzvortrag dazu vorzubereiten.