Wer soll was bezahlen?

Die Frage nach einer gerechten Verteilung spielt auch in der Politik eine große Rolle. Es gibt relativ arme und relativ reiche Gruppen in der Bevölkerung und sie alle zahlen Steuern und Abgaben. Selbst diejenigen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, zahlen bei jedem Einkauf Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer). Bei anderen Steuern müssen diejenigen, die mehr bekommen, auch mehr bezahlen. Bei der Einkommensteuer liegen die Unterschiede im Jahr 2017 zwischen 14 und 45 Prozent. Wer allerdings Einkommen aus Aktien hat, versteuert dies wiederum pauschal mit nur 25 Prozent, egal wie hoch es ist.

Jenseits der komplizierten Details können auch Kinder die grundsätzliche Frage diskutieren, welche »Steuerpolitik« sie gerecht finden. Sollen alle das Gleiche bezahlen, oder sollen diejenigen, die mehr haben, auch mehr abgeben? Dies können sie am Beispiel einer fiktiven Verteilung überlegen. Die Bevölkerung ist in Viertel geteilt, die ein unterschiedliches Einkommen oder Vermögen haben. Es gibt vier Gruppen, die 5, 10, 15 und 30 Euro haben. Weil die Schule repariert werden muss, werden nun 12 Euro gebraucht.

Zunächst besprechen die Kinder, wie viel die verschiedenen Bevölkerungsgruppen bezahlen sollen. Anschließend beschäftigen sie sich mit den »steuerpolitischen« Vorschlägen von drei fiktiven Parteien. Danach wird eine geheime Wahl durchgeführt. Nach der ausführlichen Diskussion des Wahlergebnisses haben die Schüler_innen schließlich die Möglichkeit eigene Vorschläge zu entwickeln und eigene Parteien zu gründen. So bereitet die Einheit die Schüler_innen zugleich auf die Rolle als Bürger_innen mit aktivem und passivem Wahlrecht vor.

In Kooperation mit dem Humanistischen Landesverband Berlin-Brandenburg