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Tausende sagen: "Stoppt Steuerklau - Stoppt Vodafone"
Attac Deutschland
Pressemitteilung
Frankfurt, 6. Juli 2004
Menschen aus ganz Deutschland protestieren derzeit gegen die Steuertricks
des Mobilfunkkonzerns Vodafone. Unter dem Motto "Stoppt Steuerklau. Stoppt
Vodafone" hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac dazu mehrere
10.000 Flugblätter, Plakate und Protestpostkarten in Umlauf gebracht und
unter www.attac.de/vodaklau eine Protestseite ins Netz gestellt. Von dort wurden
allein in den ersten 24 Stunden mehr als 3000 E- Mails an die Geschäftsführung
von Vodafone Deutschland geschickt. "Dass ein Konzern trotz Milliardengewinnen
keine Steuern zahlt, finden offenbar viele Menschen skandalös", sagte
Lars Niggemeyer vom Attac Koordinierungskreis. "Dieser Fall ist exemplarisch
für eine völlig verfehlte Steuerpolitik. Der Vodaklau muss gestoppt
werden! Wir brauchen ein gerechtes Steuersystem, an dem sich alle angemessen
beteiligen."
Zum Auftakt der Kampagne hatten Attac-Mitglieder gestern ein Transparent an
der Fassade der Vodafone-Zentrale in Düsseldorf entrollt und einen überdimensionalen
Koffer mit der Aufschrift "20.000.000.000 Euro" vor den Haupteingang
gestellt. So viel Steuern will das Unternehmen sparen, indem es Buchverluste
aus der Mannesmann-Übernahme in Höhe von 50 Milliarden abschreibt.
Dadurch hätte das hoch profitable Unternehmen auf dem Papier einen riesigen
Verlust und müsste auf Jahre hinaus weniger Steuern zahlen. Die Aussage
von Vodafone, dass dieses Vorgehen legal und sogar vorgeschrieben ist, wird
von Experten bezweifelt; es gibt viele Hinweise, dass Vodafone bewusst getrickst
hat, um den Steuervorteil zu beanspruchen (Details hier).
Nach der zentralen Auftaktaktion finden in den nächsten Tagen und Wochen
lokale Proteste vor Vodafone-Filialen in vielen Städten statt. Heute informieren
Attac-Mitglieder in Handy-Kostümen in der Fußgängerzone in Marburg
und machen "Protestbilder" mit Passanten. Neben den Protesten gegen
die Vodafone-Pläne wirbt Attac mit der Kampagne für politische Veränderungen
in der Steuerpolitik. Damit sich Unternehmen wieder angemessen an der Finanzierung
öffentlicher Aufgaben beteiligen, fordert Attac, Steuerschlupflöcher
zu schließen und den ruinösen Steuerwettbewerb zwischen Staaten durch
internationale Mindestsätze zu stoppen.
Fotos von der gestrigen Auftaktaktion in Düsseldorf:
erhältlich über verschiedene Agenturen (u.a. dpa, AP, ddp) und hier.
Internetseite der Kampagne:
Für Nachfragen vor Ort:
Malte Kreutzfeldt, Tel. 0170-2334746
Detlev von Larcher, Tel. 0172-2462250
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