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Attac zum Ausgang des Mannesmann-Prozesses:"Millionen für Manager, nichts für die Steuerkasse"

Pressemitteilung vom 22.07.2004
Frankfurt

Sarkasmus und Ironie für die Freisprüche

Mitglieder des globalisierungskritischen Netzwerks Attac kritisierten heute anlässlich der Freisprüche im Mannesmann-Prozess das Geschäftsgebaren des Konzerns Vodafone mit einer Aktion vor dem Düsseldorfer Landgericht. Ironisch wurde dabei der Freispruch für die Manager bejubelt. Für die Mitglieder des globalisierungskritischen Netzwerks und viele andere Menschen bedeuten diese Freisprüche die Machtlosigkeit des Rechtssystems gegenüber den skandalösen Auswüchsen des Turbokapitalismus.

"Die Heuchelei des Konzerns Vodafone ist kaum zu überbieten", so Detlev von Larcher von der Attac-AG Steuern. "Die Manager werden mit zweistelligen Millionensummen abgefunden mit der Begründung, der Konzern habe durch die Mannesmann-Übernahme stark an Wert gewonnen. Gleichzeitig will Vodafone den öffentlichen Kassen 20 Milliarden Euro vorenthalten auf Grund von Wertverlusten, die diese Übernahme dem Konzern auf dem Papier beschert hat." Dieser Vorfall sei ein deutliches Beispiel dafür, wie Gewinne privatisiert, Verluste dagegen sozialisiert würden. "Da das Gericht nicht auf Untreue entschieden hat, werden das jetzt die Kunden tun; sie werden Vodafone untreu werden und mit diesem Unternehmen keine Geschäfte mehr machen. Von vielen Vertragskündigungen wissen wir schon jetzt; es werden sicher noch sehr viel mehr."

Die heutige Aktion ist Teil der Vodaklau-Kampagne von Attac gegen die von Vodafone geplante Abschreibung von 50 Milliarden Euro, die am 5. Juli in einer Aktion vor der Düsseldorfer Konzernzentrale ihren Anfang genommen hatte. "Dass sich Manager ihre Taschen voll stopfen, während auf der anderen Seite die öffentlichen Kassen leer bleiben, ist der Bevölkerung nicht vermittelbar. Diese Freisprüche bringen das Fass zum überlaufen", sagte Stephanie Handtmann, Zuständige für Aktionsunterstützung bei Attac. "Wir erwarten nach diesen Freisprüchen eine noch höhere Beteiligung an unseren Protest- aktionen." Seit dem Kampagnenstart wurden allein über die Internetseite der Kampagne über 20.000 Protest-E-Mails an die Vodafone- Führungsetage versandt. Mehrere tausend Menschen haben bereits mit Attac-Protestpostkarten beim Konzern Einspruch gegen die Steuertricks eingelegt, und über 50 lokale Attac-Gruppen beteiligen sich an der Kampagne.

Internetseite der Kampagne: www.attac.de/vodaklau (mit Hintergrundmaterial, Fotos, Protestmöglichkeit per Mail)
Für inhaltliche Nachfragen: Detlev v. Larcher, Tel. 0421-894311
Für Nachfragen zur Kampagnenentwicklung: Stephanie Handtmann, Tel. 069-900281-22

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Aktualisiert am 22.07.2004 von Sven Opitz und anderen - Impressum