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Buer: Protest- und Informationsaktion von attacGE gegen Milliarden-Steuerabschreibung
von Vodafone.
Durchweg positive Reaktionen erntete die Gelsenkirchener Regionalgruppe
des globalsierungskritischen internationalen Netzwerkes attac bei ihrer Aktion
am 17.07.04 in der Hasuptgeschäftsstrasse, Hochstraße. Die 20 Milliarden
Euro-"Teilwertabschreibung" des Vodafone Konzerns traf bei den durch
die knappen Kassen der öffentlichen Hand arg gebeutelten Gelsenkirchener
Bürgern auf Unverständnis.
Die deutsche Steuergesetzgebung ist kompliziert, die Möglichkeiten
von Abschreibungen und "Steueroptimierungen" von Großunternehmen
sind mittlerweile selbst für Steuerexperten nur noch schwer zu durchschauen.
Gerade deshalb richtete sich die erste Protestaktion von attacGE gegen die höchste
Abschreibung, die jemals von einem Konzern geltend gemacht wurde. An der Basis
informieren und die Zusammenhänge sichtbar zu machen, war das erklärte
Ziel der Aktion.
"Die sogenannte Teilwertabschreibung von Vodafone ist im
Grunde nichts anderes, als die Anrechnung rein virtueller Buchverluste, die
sich aus der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone ergeben haben",
so Robert Zion von attacGE. "Dabei entsprechen die vermeintlichen Verluste
nur einer von Vodafone selbst vorgenommen, rein subjektiven Einschätzungen
des getauschten Aktienpakets. Der Skandal dieses Monopolys und die Folgen für
die öffentlichen Hand sind von einem Ausmaß, für den es in der
Geschichte der Bundesrepublik bis jetzt noch kein Beispiel gibt, wenn man bedenkt,
dass im Jahr 2002 insgesamt nur 26 Milliarden Euro an Gewerbe- und Körperschaftssteuer
eingenommen wurden", so erklärt Zion weiter.
Mit Informationsbroschüren, Plakaten, Protestpostkarten und
der Kraft des Arguments wurden die Gelsenkirchener aufgefordert sich dem "Vodaklau"
und der entsprechenden Politik entgegenzustellen. Dass dabei die Geschäftsführung
der Vodafone-Filliale in der Hochstraße nicht sehr von der Aktion angetan
war, scheint verständlich, doch zielte der Protest keineswegs auf eine
etwaige "Geschäftsschädigung". In den vielfach aufkommenden
Diskussionen mit den Bueranern wurde hingegen schnell deutlich, dass der Zusammenhang
von Kürzungen im Sozial-, Bildungs-, Erziehungs- und Kulturbereich und
einer skandalösen Unternehmensbesteuerung weithin wahrgenommen wird.
Freundlichen Gruß
Attac Gelsenkirchen
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