Internationale Steuergerechtigkeit jetzt!
Es scheint unglaublich:
Vodafone macht Milliardengewinne und zahlt seinen Managern Millionenprämien.
Doch ums Steuerzahlen will sich der Konzern drücken und den öffentlichen
Kassen in den nächsten Jahren insgesamt 20 Milliarden Euro vorenthalten.
Möglich machen soll das ein fragwürdiger Steuertrick: Die virtuellen
Kursverluste nach der Mannesmann-Übernahme (die nur auf dem Papier existieren
und an deren Höhe es massive Zweifel gibt) sollen mit den realen Gewinnen
verrechnet werden (Details: siehe hier).
Doch es ist wahr. Der Fall Vodafone zeigt in
aller Deutlichkeit, was in der Steuerpolitik verkehrt läuft, und zwar nicht
nur in Deutschland, sondern weltweit.
• Konzerne werden immer dreister, wenn
es darum geht, sich arm zu rechnen. Sie nutzen die zahlreichen Ausnahmebestimmungen
und verschieben ihre Gewinne so über die Grenzen, dass sie kaum noch Steuern
bezahlen müssen. Der Anteil der Gewinnsteuern am Gesamtsteueraufkommen
hat sich in der Bundesrepublik seit 1970 von 27 Prozent auf 14 Prozent halbiert.
• Die Politiker tun zu wenig, um diese
Steuerflucht zu unterbinden. Zwar sind die „Teilwertabschreibung“,
mit der sich Vodafone arm gerechnet hat, und die Anrechnung von Verlusten mittlerweile
eingeschränkt worden. Doch insgesamt geht der Trend weiter: Durch die rot-grüne
Steuerreform sind die Einnahmen aus der Körperschaftssteuer (die wichtigste
Unternehmensteuer) massiv eingebrochen. Große Steuer-schlupflöcher
existieren nach wie vor. Und statt den rui-nösen Steuerwettbewerb durch
internationale Vereinbarungen über Mindeststeuersätze zu stoppen,
heizt die Regierung ihn durch weitere Steuersenkungen an.
•Weil die öffentlichen Kassen auf
diese Weise vor-sätzlich geleert werden, wird jetzt kräftig gespart.
Bildung, soziale Projekte, Arbeitsstellen im öffentlichen Dienst und vieles
mehr fällt radikalen Kürzungen zum Opfer.
Mit den 20 Milliarden Euro, die Vodafone sparen will, könnte man 5000 Schulen
komplett sanieren und 20.000 LehrerInnen für 10 Jahre einstellen; oder
im öffentlichen Dienst 100.000 junge Menschen ausbilden und 20.000 Arbeitnehmer
für 10 Jahre einstellen; oder 10.000 Beratungsstellen 10 Jahre lang finanzieren
und außerdem 1000 öffentliche Bibliotheken absichern.
Noch schlimmer ist die Situation in vielen Ländern des Südens. Weil
diese sich noch viel weniger gegen den Steuer- und Kapitalentzug wehren können,
leiden die Menschen dort besonders unter dem Ausbluten der öffentlichen
Kassen.
Diese skandalöse Entwicklung kann und muss gestoppt werden. Auch Konzerne
müssen sich endlich wieder angemessen an der Finanzierung der öffentlichen
Aufgaben beteiligen. Darum machen wir auf vielen Ebenen Druck – unterstützen
Sie uns dabei!
Protest bei Vodafone:
Die internationalen Konzerne müssen merken, was die Menschen von ihren
Steuertricks halten.
• Schreiben Sie an Vodafone, fordern Sie das Unternehmen
auf, sich nicht ums Steuerzahlen zu drücken. Bei Attac gibt es dafür
vorbereitete Postkarten.
• Im Internet unter www.attac.de/vodaklau
können Sie sich per Mail an Vodafone wenden. Dafür können Sie
unseren Mailomat nutzen.
• Informieren Sie andere Menschen über den Vodafo-ne-Skandal.
Plakate, Postkarten, Flugblätter und Aufkleber gibt es bei Attac.
Druck für eine andere Politik:
Die Politikerinnen und Politker müssen merken, dass die Menschen endlich
gerechte Steuergesetze wollen. Unterstützen Sie Attac bei dieser Forderung.
• Zusammen mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat Attac ein Konzept
für eine „Solidarische Einfachsteuer“ entwickelt, das auch
von der IG Metall unter-stützt wird. Dieses Konzept soll (neben einer Entlastung
kleiner und mittlerer Einkommen) erreichen, dass alle Gewinne, die in Deutschland
gemacht werden, ohne Rechentricks versteuert werden. Details: www.attac.de/aktuell/steuer.pdf
• Auf internationaler Ebene setzt sich Attac für Mindest-steuerstätze
ein, um den ruinösen Steuerwettbewerb zu stoppen. Sonderwirtschaftszonen
in Entwicklungs-ländern, in denen praktisch keine Steuern gezahlt werden,
gehören abgeschafft. Durch verstärkte internationale Kooperation und
massiven Druck auf Steueroasen muss die Steuerflucht eingedämmt werden.
•Unterstützen Sie diese Forderungen: Senden Sie die Attac-Postkarte
an uns zurück, damit wir auch in Ihrem Namen protestieren können,
oder beteiligen Sie sich unter www.attac.de/vodaklau.
Stoppt Steuerklau. Stoppt Vodafone.
Dieses Flugblatt kann im Downloadbereich
heruntergeladen werden.
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