Welthandel

Die Welthandelsordnung wird einseitig von mächtigen Wirtschaftsinteressen dominiert, von großen Banken, Investmentfonds, Transnationalen Konzernen und anderen großen Kapitalbesitzer_innen. Neben dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank wurde vor allem die Welthandelsorganisation (World Trade Organization, WTO) zum zentralen Machtinstrument zur Durchsetzung von Liberalisierung und Deregulierung von Märkten und zur Privatisierung öffentlicher Güter. Diese Politik führt zu gesellschaftlicher Spaltung, vermehrter Umweltzerstörung und zum Verlust demokratischer Gestaltungsspielräume.

Freihandelsabkommen

Seit dem Scheitern der WTO 2003 im mexikanischen Cancun liegen die Verhandlungen der WTO auf Eis. Seitdem wird vor allem mit bilateralen Handelsverträgen versucht, Freihandel für sämtliche  Lebensbereiche durchzusetzen. Attac befasst sich von Beginn an mit der Expansion von Freihandel auf globaler Ebene und mit den verschiedenen Aspekten des Welthandels: von einzelnen Abkommen der Welthandelsorganisation WTO (GATS, TRIPS, Agrarabkommen), über Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und ehemaligen europäischen Kolonien (Economic Partnership Agreements, EPAs) und der EU Außenhandelsstrategie "Global Europe", bis hin zur Diskussion um eine neue ökologische und solidarische Weltwirtschaftsordnung.

Menschen vor Profite

Attac streitet für eine Welthandelsordnung, die den Interessen der Menschen und ihrer Umwelt Vorrang vor den Verwertungsinteressen der Wirtschaft einräumt. Unser Ziel ist, den Liberalisierungszug aufzuhalten. Denn nur, wenn diese Entwicklung aufgehalten wird, haben wir den Raum, Alternativen zum bestehenden Welthandelssystem zu entwickeln und durchzusetzen.

Immer wieder heißt es, dass der Freihandel allen Beteiligten höheres Wachstum und mehr Wohlstand bringe. Doch seine Dominanz hinterlässt weltweit zerstörerische Spuren, denn soziale Kosten und Umweltkosten wie Kinderarbeit, Gesundheitsgefährdung oder Umweltverschmutzung werden nicht mit eingerechnet. Zudem schützten gerade  die mächtigen Industrieländer entgegen der Freihandelsideologie ihre eigenen Märkte so lange mit Zöllen und Subventionen, bis ärmere und schwächere Staaten, von denen die Öffnung der Märkte verlangt wurde, auf den Weltmärkten niederkonkurriert waren.

Im Dezember 2001 gründete sich die Attac-AG Welthandel und WTO. Sie beschäftigt sich mit unterschiedlichen Aspekten des Welthandels: Während sich die Arbeit zunächst auf die WTO mit ihren einzelnen Abkommen konzentriert hatte – mit dem Ziel der Delegitimierung der WTO – sind zunehmend andere Aspekte des Welthandels in den Vordergrund gerückt. Die Kampagne gegen das geplante Transatlantische Handels- und Investitionsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA (TTIP) wird zum Kernpunkt der Arbeit für 2014.