Flucht und Migration

59,5 Millionen Menschen sind nach Angaben des UNHCR derzeit weltweit auf der Flucht. Nur ein Bruchteil davon sucht Schutz und eine Lebensperspektive in Europa. 86 Prozent der Flüchtenden leben in großen Lagern in den Nachbarländern ihrer Heimat – unter oft katastrophalen Bedingungen. Während viele Menschen aus der Europäischen Union leicht an ein Visum kommen, um in die entferntesten Länder zu reisen, müssen Menschen aus den Ländern des Südens viel Geld aufwenden und oft ihr Leben riskieren, um einen geschützten Ort zu erreichen. Legale Einwanderungsmöglichkeiten gibt es für sie nicht. Das führt dazu, dass allein 2016 mehr als 4.900 Menschen bei dem Versuch ums Leben kamen, das Mittelmeer zu überqueren. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher. Auch wenn die Welt durch die Globalisierung enger zusammengewachsen zu sein scheint, rüsten die reichen Länder des Nordens ihre Grenzen auf. Dabei bleibt weitgehend unbeachtet, welchen immensen Anteil die europäische Wirtschafts- und Handelspolitik bei der Verstärkung von Fluchtursachen einnimmt.

Globalisierung gerecht gestalten!

Die neoliberale Globalisierung ist einseitig auf die Wirtschaftsinteressen der Länder des Nordens ausgerichtet und hat – entgegen ihrem Versprechen nach mehr Wohlstand für alle – die Ungleichheit weiter verschärft.
Eine Flüchtlingspolitik, die Rassismus und Menschenfeindlichkeit verhindern will, muss bei der ungleichen Verteilung von Vermögen ansetzen: Ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt nach der neuesten Oxfam-Studie mittlerweile die Hälfte des weltweiten Vermögens und auch in den Ländern der Europäischen Union geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Werden sozial Benachteiligte gegen Schutzsuchende ausgespielt, ist das gesellschaftlich gefährlich. Vielmehr müssen Armutsbekämpfung und Aufnahme von Flüchtenden Hand in Hand gehen.

Ein solidarisches Europa nach innen und nach außen!

Die Europäische Union muss sich ihrer Verantwortung für die Verstärkung von Fluchtursachen stellen. Nationalstaatliche Lösungen wird es hinsichtlich der Aufnahme und Integration von Flüchtenden nicht mehr geben. Es sei denn wir wollen ein Europa verstärkter nationaler Egoismen, ein Europa der Grenzen und Abschottung. In der Folge würden noch weit mehr Menschen auf dem Weg über das Mittelmeer den Tod finden.

Freihandelsabkommen stoppen!

Wir können und wollen nicht mehr mit ansehen, wie Menschen in den Ländern des Südens die Lebensgrundlagen entzogen werden. Darum fordern wir ein Ende der Freihandelspolitik, die auf dem Rücken der ökonomisch Schwächsten stattfindet. Beim Handel sollte es um Austausch gehen, in dem ökologisch und kulturell unterschiedliche Regionen ihre Erzeugnisse, Fähigkeiten und Kreativität teilen. Die Regeln für einen gerechten Handel sollten sich daran ausrichten, die Ökonomien verarmter und instabiler Staaten zu stärken und ihnen eine eigenständige Wirtschafts- und Sozialpolitik ermöglichen.