"AUF DEM WEG IN EINE BESSERE WELT" - Eröffnung der Attac-Sommerakademie

Wie ist sie eigentlich, unsere Welt? Was würde sie besser machen? Und was können wir dazu beitragen? Der Eröffnungsabend der Sommerakademie steht ganz im Zeichen der Fragen, die uns in den nächsten vier Tagen intensiv beschäftigen werden, und gibt einen ersten Ausblick auf mögliche Antworten und Lösungsansätze.

Im ersten Teil widmen wir uns dem Ist-Zustand, fragen nach den Funktionsweisen und Verflechtungen des modernen Finanzmarktkapitalismus und seinen Auswirkungen. Im zweiten Teil nehmen wir globale Zusammenhänge und Alternativen in den Blick. Im dritten Teil schließlich geht es um die Aktivierung des eigenen Engagements: Was können wir von anderen lernen? Welche Möglichkeiten haben wir in unseren Alltagen?

Ergänzt werden die inhaltlichen Beiträge durch Filmausschnitte, kurze Performances, Aktionspräsentationen und vieles mehr. Der Abend wird musikalisch umrahmt vom Schauspieler und Liedermacher Matthias Fuhrmeister mit einer Hommage an Heinrich Heine – "pur + on the rocks"  >>

Die Eröffnungsveranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung statt.

Forum am Donnerstag: Rechtspopulismus und die neue Rechte

Lightning talk mit Dr. Pytlas Bartek, Delara Burkhardt und Holger Oppenhäuser, Do. 15:00 Uhr in der Mensa

Gewinnen rechtspopulistische Parteien, Bewegungen und Inhalte an Bedeutung? Welche Faktoren begünstigen die Ausbreitung rechtspopulistischer Parteien, Bewegungen und Inhalte und welche behindern sie? Wie positioniert sich Attac hinsichtlich rechtspopulistischer Parteien, Bewegungen und Inhalte       

Rechtspopulistische Inhalte und Akteure sind populär wie seit langer Zeit nicht mehr. In Deutschland sieht man das an der Gründung der AfD, einer Partei, die sich rechts der christdemokratischen Union positioniert und realistische Chancen hat, in den Bundestag einzuziehen. Zugleich zeigt das Aufkommen der PEGIDA-Bewegung, dass viele Menschen in Deutschland bereit sind, regelmäßig und über einen langen Zeitraum an rechtspopulistische Diskursen anzudocken. Nicht zuletzt weisen etwa die sog. Mitte-Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung darauf hin, dass auch in der Mitte der Gesellschaft zunehmend rechtspopulistische Inhalte Anklang finden. Auch europaweit erhalten rechtspopulistische Parteien und Positionen Zulauf. Diese Beobachtung wirft Fragen auf:

- Gewinnen rechtspopulistische Parteien, Bewegungen und Inhalte tatsächlich an Bedeutung?

- Welche Faktoren begünstigen die Ausbreitung rechtspopulistischer Parteien, Bewegungen und Inhalte und welche behindern sie?

- Wie positioniert sich Attac hinsichtlich eindeutig rechtspopulistischer Parteien, Bewegungen und Inhalte?

- Wie steht Attac zu Bewegungen und Inhalten, deren Nähe zu rechtspopulistischen Argumentationsweisen nicht auf den ersten Blick deutlich zu erkennen sind?

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Forum am Donnerstag: Europa

Lightning talk mit Prof. Dr. Andreas Fisahn und Kerstin Sack, Do. 17:00 Uhr in der Mensa

Driftet die EU auseinander und welche Alternativen gibt es? Diese Frage stellt sich angesichts der Inkompetenz und der nationalen Egoismen nicht nur angesichts der Flüchtlingsströme einerseits und der Polarisierung der politischen Positionen andererseits. Podemos und Syriza können mit Schäuble und erst recht mit Orban oder der Pis keine Wertegemeinschaft bilden. FPÖ und Front National werden sich mit Corbyn nicht auf gemeinsame Politiken verständigen können. Was bedeutet ein Brexit? Diskutiert wird ein Plan B, nämlich der Ausstieg aus dem Euro und die Etablierung einer Währungsschlange. Ist das eine Lösung? Bestehen Hoffnungen auf ein solidarisches Europa, West- oder Südeuropa oder vielleicht des „alten" Kerns? Die Entwicklung ist offen.

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Forum am Freitag: Sozial-ökologisch, blos wie? (Schwerpunkt)

Forum mit Achim Heier, Fr. 15 Uhr in der Aula

Die Kohle war erst der Anfang....

Nachhaltig - Commons - Postwachstum - Degrowth - Wiewollenwirleben?

Anspruchsvolle Bücher und ermüdende Diskussionen zum Thema gibts genug. Wir wollen in einer szenischen Lesung 12 Textbausteine vorstellen, die ein Szenario aus einer anderen, mittleren Zukunft entwerfen. Könnte so um 2030 sein. Mit Glück früher. Ein Szenario, in dem sich Gesellschaft auf den Weg gemacht hat zu mehr ÖKO, angefangen mit erfolgreichem Kohleausstieg. Auf den Weg gemacht zu mehr GERECHT, angefangen mit .....?

Danach wollen wir zusammen die Fäden entwirren, oder aber knüpfen....

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Forum am Freitag: Acht Jahre nach der Bankenkrise – was hat Europa aus der Krise gelernt?

Forum mit Sven Giegold und Alexis Passadakis - Fr. 17 Uhr, Aula
Acht Jahre nach der Bankenkrise – was hat Europa aus der Krise gelernt?


Seit 2008 hat die Europäische Union eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um das Banken- und Finanzsystems zu stabilisieren und weniger krisenanfällig zu machen. Auch die Mitgliedsländer sind in dieser Richtung aktiv geworden. Stichworte: Bankenunion, Europäischer Bankenabwicklungsmechanismus, Bankenrettung, höheres Eigenkapital der Banken, kontrollierte Insolvenzverfahren.


Sven Giegold gibt einen kurzen Überblick über die Maßnahmen und liefert Einschätzungen aus der Binnensicht eines EU-Parlamentariers: Sind die Maßnahmen dem Problem angemessen, sind sie wirkungsvoll oder verschleiern und verschieben sie das Problem? Was fehlt, was hat die EU nicht gelernt? Was ist in der EU an sinnvollen Maßnahmen nicht durchsetzbar? Ist eine erneute Krise wie 2008 nun weniger wahrscheinlich geworden oder hätte sie zumindest weniger schädliche Auswirkungen?


In dem Forum wird es ausreichend Gelegenheit für Fragen und Diskussionen mit dem Publikum geben.
Referent: Sven Giegold, Mitglied der Grünen Fraktion im EP

 

Moderation: Alexis Passadakis (angefragt)


Sven macht auch ein Seminar – vor dem Forum, wer ihn da noch ein bisschen persönlicher erleben will...

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Forum am Samstag: Agrar-Welthandel

Forum mit Jutta Sundermann, Dr. Thomas Dürmeier, Klaus Berger - Sa. 17 Uhr, Aula

Im Namen des Freihandels: Bayer schluckt Monsanto – Kuhställe werden industrialisiert – Höfe sterben weltweit

Da kann einem der Appetit vergehen: die größten Gentechnik-Konzerne – ihres Zeichens Chemiekonzerne mit erschreckender Dominanz auch im Saatgut-Sektor - sind im Hochzeitsfieber. Bayer will Monsanto kaufen, Dupont und Dow Chemical gehen zusammen, Syngenta und ChemChina.

Schon zuvor kontrollierten die größten 10 Agrarchemie-Konzerne der Welt 75 Prozent des Saatgutmarktes und 95 Prozent des Pestizidmarktes.

Diese Marktkonzentration begleitet den sogenannten Freihandel seit Jahrzehnten und spitzt sich immer weiter zu. Dennoch setzt die EU weiter auf eine tiefgreifende, „ambitionierte“ Liberalisierung ihrer Handelsbeziehungen. TTIP und CETA sind nicht die einzigen Freihandelsabkommen, die aktuell verhandelt werden. Die EU ist scharf auf den australischen Schweine-Markt und würde gerne Milchpulver nach Japan verkaufen. Mit Neuseeland, Mexico, Vietnam und den Philippinen wird zeitgleich ebenfalls verhandelt.

Die Folgen sind dramatisch – für die Menschen in den ärmeren Ländern, weil sie nicht konkurrieren können mit billigen Exporten von Milchpulver, Schweinefleisch und vielen anderen Nahrungsmitteln aus Europa.

Und täglich stärker betroffen sind auch die Höfe in Deutschland, deren „Wettbewerbsfähigkeit“ Bauernverband und Bundesregierung so gerne loben. 2015 mussten hier allein 3.200 Milchviehbetriebe aufgeben, weil sie für jeden Liter Milch, den sie an ihre Export-begeisterten Molkereien abgeben, draufzahlen. Inzwischen bekommen Milchbauern mit rund 20 Cent pro Liter kaum noch die Hälfte ihrer Kosten wieder rein. Wir werden Zeug*innen einer rasanten Industrialisierung in den Kuhställen – und stehen vor der Frage, ob wir diese fatalen Entwicklungen noch stoppen können.

Ziel des Forums ist es, das Verständnis für Zusammenhänge zwischen Freihandel und Marktkonzentration, zwischen Exportstrategien und Höfesterben zu wecken. Solidarität und politische Maßnahmen diskutieren, vom Kartellrecht bis zum Alternativen Handelsmandat. Menschen anstiften, sich auch als Globalisierungskritiker*innen mit unser aller Essen, mit der Landwirtschaft und ihrer Zukunft auseinander zu setzen.

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Abschluss Podium - Utopie Konkret, Übergänge zu einem guten Leben

Sonntag, 7.August um 9:30 Uhr in der Aula

Wir haben keinen Mangel an Analysen, was auf der Welt schief läuft: Die Natur wird ruiniert, die soziale Ungleichheit nimmt zu, Menschen werden zur Flucht gezwungen ... Wir haben auch eine ungefähre Vorstellung davon, wie ein Gutes Leben für alle aussehen könnte: Naturschonendes Wirtschaften, Gleichheit der Geschlechter, bedarfsgerechte Verteilung der gesellschaftlich erwirtschafteten Reichtums

Schwierig wird es meist dann, wenn wir die Wege beschreiben wollen, auf denen wir zu einer anderen möglichen Welt kommen können. Das eine Modell werden wir nicht finden und wir werden eine emanzipatorische, ökologische, solidarische und friedliche Gesellschaft sicher nicht in einem Schritt erreichen. Allerdings gehören wir Kriterien bestimmen, denen eine andere mögliche Gesellschaft genügen muss und anhand dieser auch die Wege diskutieren, die dahin führen könnten.

Input: 

- Ingrid Kurz-Scherf (Professorin für Politik und Geschlechterverhältnis an der Uni Marburg und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von Attac)

- Klaus Dörre (Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der Uni Jena und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von Attac)

Moderation:

Jutta Sundermann (Aktivistin bei der Aktion Agrar und langjähriges Mitglied im Koordinierungskreis von Attac)

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Sommerakademie 2016

Mittwoch, 03.08.2016 bis Sonntag, 07.08.2016

Gymnasium Koblenzer Straße
Theodor-Litt-Straße 2
40593 Düsseldorf