Attac zur G20-Pressekonferenz der Bundeskanzlerin: Mehr Freihandel bedeutet größere soziale Spaltung

Merkels Freihandelsrhetorik verschleiert ihre wirtschafts-nationalistische Exportüberschussstrategie

08.07.2017

„Die Einigung der G20 auf eine gemeinsame Position zu Handel eröffnet keine Perspektive für eine gerechte Globalisierung. Die handelspolitischen Rezepte der G20 sind ein Desaster für die Umwelt, den
überwiegenden Teil der Weltbevölkerung und die Demokratie“, kommentiert Alexis Passadakis von Attac. „Besonders katastrophal ist, dass die Bundesregierung offensichtlich nicht bereit ist, einen Millimeter von ihrer Exportüberschussstrategie abzuweichen. Die Folgen sind internationale ökonomische Instabilität und politische Spannungen. Auch wenn Angela Merkel gerne darüber hinweggeht, steht die Bundesregierung wegen ihrer Exportüberschüsse zu Recht unter Druck.“

„Der Widerstand gegen Freihandelsabkommen wie CETA, TTIP und die Partnerschaftsabkommen mit afrikanischen Staaten ist international stark verankert“, ergänzt Roland Süß vom Koordinierungskreis von Attac. „Auch die künftige Freihandelspolitik der G20-Staaten wird auf nachdrücklichen Protest und Widerstand stoßen.“

Angela Merkel kündigte bei der Pressekonferenz an, dass die G20 die Liberalisierung der Weltmärkte neben bilateralen Abkommen auch mithilfe der WTO vorantreiben wollen. Alexis Passadakis: “Wir kündigen bereits jetzt Proteste bei der kommenden Ministerkonferenz im November in Argentinien an. Dazu arbeiten wir mit Attac Argentinien und anderen Organisationen zusammen.”

Für Rückfragen:

*Alexis Passadakis, Projektgruppe G20, Attac Deutschland,
Tel. 0170 268 4445 (derzeit vor Ort im G20-Medienzentrum)

* Roland Süß, Koordinierungskreis, Attac Deutschland,
Tel. 0175 2725 893

 
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