Attac-Aktionstag zur Wirtschaftsnobelpreisträger-Tagung in Lindau

Wo neoliberale Wissenschaft versagt, ist die Zivilgesellschaft gefragt

16.08.2017


Pressegespräch

  • Donnerstag, 24. August 2017, 11.30 Uhr
  • Parktheater (Kino), Zwanzigerstr.3 (beim neuen Inselparkhaus), Lindau


Teilnehmer/innen:

  • Prof. Dr. Max Otte, Karl-Franzen-Universität, Graz
  • Mag. Christian Felber, Gemeinwohlökonom, Wien
  • Prof. Dr. Ulrich Brand, Universität Wien, Wissenschaftlicher Beirat von Attac Deutschland
  • Renate Börger, Hörfunkjouralistin (BR), München
  • Lothar Höfler, Organisator, Attac  Lindau

19 Laureaten der Wirtschaftswissenschaften treffen sich mit 400 Jungwissenschaftlern aus aller Welt und den Eliten aus Forschung, Wirtschaft und Politik vom 22. bis 26.August wieder zu ihrer dreijährlichen "Laureatentagung” in Lindau. Sie, in der Mehrzahl Lehrer und Vertreter einer neoliberalen Wirtschaftsordnung, haben den Weg in die heutigen Wirtschafts-, Finanz- und Währungskrise bereitet. Die von der etablierten Wirtschaftswissenschaft beratene Politik hat auch in Europa die Ungleichheit der Einkommens- und Vermögensverteilung massiv gesteigert, Millionen Menschen den Arbeitsplatz gekostet, zur Verschärfung der Finanz- und sozialen Krisen beigetragen und Staaten an den Rand des Abgrunds gebracht.

Der von der Schwedischen Reichsbank 1969 gestiftete "Wirtschaftsnobelpreis” wurde unter anderem an Friedrich A. von Hayek und Milton Friedman vergeben, die Vordenker und bekanntesten Ideologen der neoliberalen Wirtschaftslehre. Auch Steuerbetrüger wie Myron S. Scholes wurden mit dem Preis ausgezeichnet. Die sozialen und ökologischen Fragen lassen sich mit den Theorien und empirischen Analysen der meisten der Laureaten nicht lösen. Themenbereiche von größtem öffentlichen Interesse wie Verschuldung, Verarmung, Arbeitslosigkeit, soziale Gerechtigkeit, Handelsungleichgewichte und ökologische Krisen werden in der etablierten Wissenschaft einseitig oder gar nicht behandelt.

Daher müssen wir über den Horizont der etablierten Wirtschaftswissenschaft hinaus den Blick nach vorn richten. Welches Wissen ist notwendig, damit Finanz- und Wirtschaftssysteme demokratisch besser kontrolliert werden? Wie kann ein auf Wachstum angelegtes Wirtschaftssystem transformiert werden, um den drohenden sozialen, ökologischen und klimatischen Kollaps abzuwenden? Wo und wie entsteht das Wissen für eine zukunftsfähige Gesellschaft und ein nachhaltiges Wirtschaftssystem?

Diese Fragen beschäftigen uns im Allgemeinen und am Donnerstag, 24. August. Unsere Expert/innen kommen aus der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und den Medien.


Tagesprogramm am 24. August:

15 Uhr - Demonstrationzug ab Bahnhofplatz über die Insel
16 Uhr - Kundgebung  am Bismarckplatz vor dem Alten Rathaus
20 Uhr - Podiumsdiskussion im Parktheater, Zwanzigerstraße 3 

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