Attac unterstützt Forderung nach 28-Stunden-Woche

Wichtiger erster Schritt in Richtung "Gutes Leben für alle"

18.01.2018

Attac unterstützt die Forderung und die Aktionen der IG Metall für eine 28-Stunden-Woche auf Zeit mit Lohnausgleich für Kinderbetreuung, Pflege oder durch Schichtarbeit besonders Belastete. Die Forderung ist ein erster wichtiger Schritt hin zur notwendigen Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden für alle.

Attac setzt sich ein für eine Kombination aus Arbeitszeitverkürzung und Aufbau einer allgemeinen Grundsicherung. Nur so kann der Wegfall von Arbeitsplätzen in Folge der bevorstehenden technologischen Umbrüche in der Industrie und bei Dienstleistungen durch den Einsatz künstlicher Intelligenz und die sogenannte Arbeit 4.0 ausgeglichen werden.

Produktivitätsfortschritte dürfen Menschen nicht ins materielle Elend stürzen, sondern sind so umzusetzen, dass ihre Vorteile allen zugutekommen. Das Ziel ist ein besseres Leben für alle. Dafür müssen dem ersten, nicht sehr großen, aber wichtigen Schritt der IG Metall viele weitere Schritte in diese Richtung folgen.

"Hauptsache Arbeit" kann nicht Motto des 21. Jahrhunderts sein

Doch der technologische Fortschritt ermöglicht nicht nur eine sozial-ökologische Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft – der Klimawandel erzwingt sie auch. "Hauptsache Arbeit" kann nicht mehr das Motto des 21. Jahrhunderts sein. Wir müssen die Produktion und damit auch Arbeitsplätze daraufhin überprüfen, ob sie der schonenden Nutzung der weltweiten Ressourcen gerecht werden und dazu beitragen, ein nachhaltiges "Gutes Leben" weltweit zu ermöglichen.

Der Widerstand der Unternehmer_innen gegen die Forderung der IG Metall nach einer zeitweisen 28-Stunden-Woche ist denn auch deshalb so groß, weil sie darin eine erste Abkehr von der reinen Wachstumsideologie erkennen. Gutes Leben heißt eben nicht, immer mehr zu konsumieren, sondern gutes Leben heißt auch, mehr Zeit für sich selbst, für Familie und das soziale Umfeld zu haben.

Wenn Produktivitätsfortschritte stattdessen dazu führen, dass die ausbeutbaren Arbeitskräfte bis zum 70. Lebensjahr arbeiten und die im Produktionsprozess überflüssigen Menschen mit einem armseligen Einkommen auf Hartz IV-Niveau ausgehalten werden sollen, ist der Widersinn offensichtlich. Ein Weiter-so der Ausbeutung von Natur und Arbeitskraft ist für die Erde und die Menschen nicht mehr zu ertragen.

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