G8-Gipfel im Zeichen der Finanzmarktkrise: 2009 in L'Aquila, Italien

Die Erdbebenstadt L'Aquila in den Abruzzen (Italien), aktueller Veranstaltungsort des G8-Gipfels, ist für den Zustand des von der G8 vorangetriebenen Wirtschaftsmodells allerdings höchst symbolträchtig. Die G8 ist für die globale Finanz-, Wirtschafts- und Umweltkrise unmittelbar verantwortlich. Sie steht für Machtpolitik und nicht für globale Kooperation und Demokratie. Diese Regierungen haben mehrfach bewiesen, dass sie nicht in der Lage sind geeignete Antworten für die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise zu erarbeiten.

Ihre Rolle wurde weitgehend von den G20 (Industrie- und Schwellenländer) übernommen. Attac Deutschland konzentriert seine Aktivitäten daher auf den G20-Gipfel im September in Pittsburgh.

Die G20 sind kein demokratisch legitimierter Ersatz für die G8. Auch wenn nun von einem neuen Multilateralismus die Rede ist: Mit der Machtverschiebung von der G8 hin zu den G20 wurde lediglich ein undemokratisches Gremium von einem andern abgelöst. Auch die G20 sind nach wie vor ein handverlesener Kreis. Es sind nach wie vor die reichen Staaten, die das Krisenmanagement bestimmen. 172 Länder, darunter die ärmsten und am stärksten von der Krise betroffenen Länder, werden weiterhin ausgeschlossen.

Attac fordert daher von den Regierungen, die internationale Zusammenarbeit auf Ebene der UNO zu stärken, statt sie - wie beim jüngsten UNO-Weltfinanzgipfel - zu boykottieren und zu torpedieren. Wer für Demokratie und Stabilität ist, muss auf die UNO setzen. Weder G8, G20 noch die von den Industrienationen beherrschten Institutionen IWF und Weltbank sind legitimiert, Entscheidungen für die ganze Welt zu treffen. Die Neugestaltung des Finanzsystems ist zu wichtig, um sie exklusiven und nicht repräsentativen Clubs zu überlassen.
 

Attac-Kommentare zum G8-Gipfel 2009

10. Juli 2009: G8: Drängen auf Doha-Runde entlarvt Krokodilstränen über Hungerkrise

Zum Ende des G8-Gipfels in Italien hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac scharfe Kritik an den Beschlüssen der Staats- und Regierungschefs geübt. Die Globalisierungskritiker verurteilten insbesondere die Absicht der G8, die Doha-Runde der Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2010 zu einem Abschluss zu bringen. Vollständige Pressemitteilung

9. Juli 2009: G8 verweigern sinnvolle Krisenlösung und liefern schwammigen Klimabeschluss

Die G8 verweigern bei auf ihrem Gipfel die Diskussion der Krisenursachen und lassen sinnvolle Lösungsvorschläge auflaufen. Attac fordert, die G8 mitsamt ihrer Symbolpolitik abzuschaffen – und neue Strukturen, darunter ein Weltwährungssystem, aufzubauen. Vollständiger Kommentar

2. Juli 2009: Attac-Kritik an Merkels Regierungserklärung zu G8

Nach der Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum bevorstehenden G8-Gipfel hat ihr das globalisierungskritische Netzwerk Attac Zynismus und Unglaubwürdigkeit vorgeworfen. Die Regulierung der Finanzmärkte muss endlich auch national angegangen werden! Kritik im Detail