Attac-Aktionen gegen Geschäfte mit dem Hunger!

Die steigenden Preise auf den Agrarmärkten haben viele Ursachen. Darunter ist aber eine, die uns besonders wütend macht: Der vorsätzliche Profit am Leiden, die Geschäfte mit dem Hunger. Investoren und Banken suchen nach neuen Anlagemöglichkeiten und haben sich nun auf die Rohstoffmärkte gestürzt. Sie erzeugen eine künstliche Nachfrage, denn Ihr Ziel ist es keineswegs, die Ware an die Kunden zu bringen, sondern sie möglichst teuer weiterzuverkaufen. Nach der geplatzten Hypothekenblase in Amerika sind Nahrungsmittel ein sicheres, für die Hungernden aber leider todsicheres Geschäft. 

Doch die kühl kalkulierenden Geschäftemacher kümmern sich nicht um die Folgen ihres Pokerns. Zynismus pur, preisen sie die "historische Lebensmittelknappheit" ob der hohen Gewinnerwartungen, werben für ihre profitablen Agrarfonds und veranstalten Börsenseminare.

Nicht ohne unseren lautstarken Protest!

 

Aktion zum Welternährungstag am 16. Oktober

Titelseite des neuen "Foodflyers"
Titelseite des neuen "Foodflyers"

Nachhilfe für Umweltminister Gabriel: Agrosprit macht Hunger!

Am 16.10. in Berlin Aktion am Umweltministerium

Am 16. Oktober ist Welternährungstag. Das klingt nach Essen für alle. Es wird ja auch tatsächlich genug für alle angebaut. Und der Milleniumsgipfel 2000 versprach immerhin, dass im Jahr 2015 nur noch halb so viele Menschen hungern müssen wie bisher...

Tatsächlich aber wird das Menschenrecht auf Nahrung mit Füßen getreten. Die Nahrungsmittelkrise hat in diesem Jahr zusätzlich Millionen zu Hungernden gemacht. Die Politik setzt im wesentlichen weiterhin auf die Industrialisierung und Weltmarktorientierung der Landwirtschaft, die Kleinbauern ruiniert und Menschen ohne Geld zum Hungern zwingt. Auf gigantischen Flächen werden Grundnahrungsmittel für Agrosprit angebaut, Lebensmittel, die einfach verbrannt werden.

Mit viel TamTam und unserem neuen „Supermarktflyer“, der kurz und knapp und schreiend bunt die Zusammenhänge der Hungerkrise beleuchtet, werden wir vor Ort protestieren, damit Essen auf dem Teller landet und nicht im Tank.

Werbung der Deutschen Bank

Während die Hungerkrise verzweifelte Menschen in Haiti, Bangladesh, Westafrika und anderswo auf die Straße treibt und auch in Deutschland viele Eltern ihre Kinder nicht mehr ausreichend ernähren können, wirbt die Deutsche Bank für die Spekulation mit Getreide - auf Brötchentüten bei Frankfurter Bäckern. Darauf liest der erstaunte Kunde:

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"Freuen Sie sich über steigende Preise?Alle Welt spricht über Rohstoffe - mit dem Agriculture Euro Fond haben Sie die Möglichkeit, an der Wertentwicklung von sieben der wichtigsten Agrarrohstoffe zu partizipieren. Investition in etwas Greifbares"(Scan der Brötchentüte mit Werbepostkarte)

Im dazugehörigen Werbeprospekt geht die Deutsche Bank weiter ins Detail:

"Agrarrohstoffe - begrenzt und begehrt.
Folgende Erfolgsfaktoren lassen eine Wertsteigerung der Agrarrohstoffe erwarten:

  • Signifikant steigende Bevölkerung
  • Veränderung der Ernährungsgewohnheiten durch steigenden Lebensstandard in den Schwellenländern
  • Erhöhte Nachfrage nach Agrarrohstoffen bei der Produktion von erneuerbaren Energien
  • Historisch weltweit niedrige Lagerbestände an Agrarrohstoffen"

    Wir protestieren gegen den Zynismus der deutschen Bank!

    Seminar der Stuttgarter Börse

    Die Stuttgarter Börse veranstaltete am 7. Juli das Seminar "Megatrend Rohstoffe – ein charttechnischer und fundamentaler Ausblick". Aus der Seminarbeschreibung:

    "Erfahren Sie auf der Abendveranstaltung, wie Sie den Boom der Rohstoffe für sich nutzen und mit Zertifikaten daran partizipieren. Sie erhalten von den Experten der Branchen zahlreiche Informationen, Hintergrundwissen und Tipps über Favoriten unter den Rohstoffen. Erfahren Sie zudem entscheidende Informationen zum Handel mit verbrieften Derivaten und wagen Sie einen Ausblick auf die Rohstoffmärkte 2008 aus charttechnischer Sicht."

    Die Attac-Regionalgruppen Leonberg, Stuttgart und Schorndorf bereiteten den Teilnehmenden einen frugalen Empfang ...