Amazon, der Elefant im Buchladen

In Deutschland kontrolliert Amazon inzwischen 50 bis 70 Prozent des Onlinehandels mit Büchern. Amazon hat eine Marktmacht, wie sie im Bereich des Buchhandels noch nie vorgekommen ist. Als Großabnehmer und Verkaufsplattform versteht er es, Verlage und Händler massiv unter Druck zu setzen. Gegen diesen Druck begehren Verleger und Händler zuletzt erfolgreicher auf.

Jahrelang zahlte Amazon in Deutschland fast keine Steuern, da die Geschäfte steuerbefreit über Luxemburg abgewickelt wurden. Erst am 04.10.2017 hat die EU-Kommission entschieden, dass Luxemburg rund 250 Millionen € von Amazon zurückfordern muss, weil Luxemburg Amazon jahrelang riesige Vorteile einräumte. Amazon hat angekündigt, im Jahr 2015 erstmalig die Geschäfte in Deutschland über eine deutsche Niederlassung  abzuwickeln. Aktuelle Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass Amazon weiterhin zahlreiche Möglichkeiten nutzt, sich um einen gerechten Anteil an der Finanzierung des Gemeinwesens zu drücken.

Die von Amazon ausgenutzten Schlupflöcher wirken wie gewaltige Subventionen für schlechte Arbeitsbedingungen und Datenklau. Mit diesem Geld kann Amazon sein unsoziales Geschäftsmodell weiter ausbauen. Unter Amazons aggressiver Wachstumsstrategie leiden kleinere Buchläden und andere Einzelhändler, welche bei dem Steuerdumping nicht mitmachen (können). Viele Buchläden sind von der Schließung bedroht, ein großer Verlust in vielen Stadtteilen.

Amazno-Kampagne

Die Kampagne gegen Amazons Steuertricks steht in den Startlöchern. Weitere Infos im Flyer "Amazon, der Elefant im Buchladen".